USD: Eine verrückte Woche liegt hinter uns, und noch immer haben wir keine überzeugende Erklärung für die USD-Schwäche, die unserer Analyse zufolge noch immer der dominierende Treiber der Wechselkursbewegungen ist und sich zuletzt sogar tendenziell beschleunigte. Doch ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht: In den nächsten Tagen stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Events an, so dass wir am Ende der Woche vielleicht – hoffentlich – ein wenig schlauer sind, auf welche Art von Informationen (geldpolitische, fiskalpolitische oder realwirtschaftliche) der US Dollar besonders sensibel reagiert.
• Hohe Erwartungen richten sich an US Präsident Donald Trumps erste „State of the Union”-Rede am Dienstag (Mittwochnacht zentraleuropäischer Zeit), die die politische Marschrichtung vor den Zwischenwahlen im November vorgeben wird. Insbesondere die dabei erwarteten Details zu Infrastrukturausgaben könnten den realwirtschaftlichen Ausblick – und damit die fundamentalen Rahmenbedingungen für den Dollar – beeinflussen.
• Selbst die Refinanzierungsankündigung des US Finanzministeriums am Mittwoch, die sonst am Devisenmarkt keine Rolle spielt, könnte Hinweise geben. Denn die Steuerreform wird aller Voraussicht nach das US Haushaltsdefizit erhöhen. Die Bereitschaft des Marktes diese höheren Schulden zu finanzieren, kann ein wichtiger Treiber für den US Dollar sein.
• Die Fed-Zinsentscheidung am Mittwochabend wird die letzte sein, die unter dem Vorsitz von Janet Yellen gefällt wird, deren Amtszeit am 3. Februar endet. Eine Zinserhöhung steht, ebenso wie eine Pressekonferenz, nicht an. Trotzdem dürfte der Devisenmarkt nach dem turbulenten Januar jede auch noch so kleine Änderung im Communiqué auf die Goldwaage legen – mit potenziellen Auswirkungen auf den Dollar.
• Der am Freitag anstehende US Arbeitsmarktbericht, einst das absolute Datenhighlight, droht vor diesem Hintergrund fast in Vergessenheit zu geraten. Tatsächlich waren die Arbeitsmarktdaten für den Dollar schon in den vergangenen Monaten eher nur eine Nebenbemerkung wert. Bestätigt sich das auch diese Woche müssen wir uns wohl vorerst von der Idee verabschieden, dass der Arbeitsmarkt (bzw. insbesondere die Lohnentwicklung) vom Devisenmarkt noch als Bremsklotz für den US Dollar gewertet wird.
Eine verrückte Woche liegt hinter uns, eine verrückte Woche liegt wahrscheinlich vor uns. Mit den Dezember-Daten für private Ausgaben und dem Preisindex für Konsumausgaben beginnt die Woche heute dagegen eher ruhig, da diese Daten bereits in die BIP-Daten für das vierte Quartal vom Freitag eingeflossen sind. Für den Devisenmarkt also eine gute Gelegenheit einmal kurz durchzuatmen und sich auf die Eventrisiken im weiteren Wochenverlauf vorzubereiten.
EUR: Äußerungen von EZB Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré und EZB Ratsmitglied Klaas Knot am Wochenende bestätigen, dass sich die Stimmung in der EZB hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik verschiebt. Coeuré sieht Anzeichen dafür, dass leicht steigende Löhne endlich auf die Inflation durchschlagen könnten (eine Voraussetzung für die Abkehr von der lockeren Geldpolitik der Krisenjahre). Der eher als Falke bekannte Chef der niederländischen Zentralbank Knot spricht sich sogar explizit gegen eine weitere Verlängerung des QE-Programms über September hinaus aus. Für den Euro ist relevant, dass die EZB offensichtlich trotz EUR-USD Niveaus bei 1,24 nicht die Absicht hat, rhetorische Zurückhaltung zu üben. Solange die Kerninflation nicht deutlich anzieht ist das noch nicht unbedingt ein Grund für EUR-Stärke, spricht aber vorerst gegen eine EUR-induzierte Abwärtskorrektur in EUR-USD.
CAD: Heute endet die sechste Runde der NAFTA-Verhandlungen in Montreal. Hatten CAD-Händler dem Verhandlungsverlauf bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt, dürfte sich das mit der letzten Sitzung der Bank of Canada (BoC) geändert haben. Inzwischen muss auch dem Letzten klar sein, dass die Zukunft NAFTAs nicht nur enorme Auswirkungen auf den kanadischen Konjunkturausblick hat, sondern dass bereits die anhaltende Unsicherheit darüber den Zinserhöhungspfad der BoC beeinflussen könnte. Eine Unsicherheit, die noch deutlich länger anhalten könnte – einem Bericht zufolge gehen Industrievertreter und den Verhandlungen Nahestehende davon aus, dass die Verhandlungen über die bisherige Deadline am 31. März hinaus eventuell sogar bis ins kommende Jahr hinein verlängert werden. In Montreal konnte wohl bei keinem der kritischen Themen deutliche Fortschritte erzielt werden. Genauere Details erwarten wir vom Statement zum Ende der Verhandlungen. Wir gehen davon aus, dass der CAD deutlich sensibler als in der Vergangenheit auf NAFTA-Schlagzeilen reagieren wird.
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