26.01.18, 14:37

China hat 2017 deutlich weniger Gold, aber deutlich mehr Silber importiert

Energie: Zu Beginn der Woche sah es noch so aus, als ob der Höhenflug bei den Ölpreisen auslaufen und die lange erwartete Korrektur anstehen würde. Brent handelte nach dem ersten Wochenrückgang seit sechs Wochen deutlich unter der Marke von 70 USD je Barrel. Diese Annahme hat sich allerdings als verfrüht erwiesen. Denn nach einem deutlichen Anstieg im Wochenverlauf stehen die Ölpreise vor einem erneuten Wochengewinn. Gestern erreichten die Preise für Brent und WTI zwischenzeitlich jeweils das höchste Niveau seit gut drei Jahren. Maßgeblich dazu beigetragen hat der schwache US-Dollar nach Äußerungen von US-Finanzminister Mnuchin. Zwar versuchte US-Präsident Trump gestern Abend, den dadurch entstandenen Eindruck zu verwischen, seine Regierung bevorzuge einen schwachen US-Dollar („Ich möchte einen starken Dollar sehen“). So richtig gelungen ist es ihm allerdings nicht. Der US-Dollar nähert sich am Morgen bereits wieder den gestrigen Tiefständen. Solange der US-Dollar in der Defensive bleibt, wird ein stärkerer Preisrückgang am Ölmarkt wohl auf sich warten lassen.
Die US-Erdgaslagerbestände sind letzte Woche unerwartet deutlich um 288 Mrd. Kubikfuß gefallen. Dies war der stärkste Abbau für diese Berichtswoche seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Die Lagerbestände liegen inzwischen 17,5% unter dem 5-Jahresdurchschnitt und auf dem niedrigsten Niveau für diese Berichtswoche seit dem Jahr 2005. Der US-Erdgaspreis gab dennoch um 1,8% auf 3,45 USD je mmBtu nach.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Obwohl der US-Dollar während der Pressekonferenz von EZB-Präsident Mario Draghi zunächst weiter deutlich abwertete, ist Gold gestern nicht mehr weiter gestiegen. Allerdings war die Euroaufwertung auf die Worte Draghis hin nur schwer nachvollziehbar. Draghi dämpfte ungewöhnlich deutlich Zinserhöhungserwartungen und schloss eine Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr faktisch aus. Auch kritisierte Draghi indirekt deutlich die Äußerungen des US-Finanzministers Steven Mnuchin. Die Marktteilnehmer hielten die Worte Draghis aber offenbar für leere Drohungen. Als US-Präsident Donald Trump den US-Dollar am Abend schön redete, geriet Gold merklicher unter Druck.
China hat im Dezember aus Hongkong nur 31,2 Tonnen Gold netto importiert, fast 40% weniger als im Vorjahr. Die chinesischen Goldkäufer wurden offenbar durch die stark gestiegenen Goldpreise in der zweiten Monatshälfte zurückgehalten. Die Daten der Hongkonger Statistikbehörde zeigen auch, dass die Netto-Gold-Importe im Gesamtjahr 2017 gegenüber Vorjahr um 18,5% auf 628,2 Tonnen gefallen sind. Dies war die geringste Menge seit fünf Jahren. Während die Goldnachfrage der Haushalte weitgehend stabil war, hat die chinesische Zentralbank (PBoC) im letzten Jahr kein Gold gekauft. Im Gegensatz zu Gold hat China im letzten Jahr deutlich mehr Silber importiert. Die Einfuhren legten laut Angaben der Zollbehörde im Vergleich zum Vorjahr um 28% auf fast 4.300 Tonnen zu und erreichten damit ein 7-Jahreshoch. In China wurden die Solarzellenproduktion im letzten Jahr das zweite Jahr in Folge deutlich ausgeweitet und über 50% mehr Solarmodule installiert. Dies hat zu einer hohen Silbernachfrage geführt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: An den Metallmärkten ist nach den starken Preisanstiegen etwas Ruhe eingekehrt. Schon gestern gab es selektiv moderate Gewinnmitnahmen, die sich heute Morgen in der Breite fortsetzen. Eine stärkere Preiskorrektur wird aber wohl durch den US-Dollar verhindert, der nach dem Hin und Her gestern heute Morgen bereits wieder spürbar abwertet. Der schwache US-Dollar dürfte den Metallpreisen vorerst weiteren Rückenwind geben, auch wenn die fundamentalen Daten eher für eine Preiskorrektur sprechen.
Der Weltstahlverband hat berichtet, dass die globale Stahlproduktion im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 5,3% auf ein Rekordhoch von 1,69 Mrd. Tonnen gestiegen ist. Bis auf die GUS-Region trugen demnach alle anderen stahlherstellenden Regionen zum Produktionsanstieg bei. So wurden zum Beispiel in China 5,7% mehr Stahl produziert, wobei die Kapazitätsschließungen kaum Auswirkungen auf die Produktion hatten (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 18. Januar). In der EU stieg die Stahlproduktion um 4,1%, in den USA um 4,0%. Die stärkste Wachstumsrate unter den zehn größten stahlproduzierenden Ländern verzeichnete die Türkei mit einem Plus von 13,1%. Indien als weltweit drittgrößter Stahlproduzent holte weiter deutlich gegenüber Japan auf. Alles in allem ist wohl auch im letzten Jahr auf globaler Ebene mehr Stahl produziert worden als nachgefragt wurde. Das anhaltende Überangebot spricht gegen weiter spürbar steigende Stahlpreise.

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