22.01.18, 14:30

Gold von politischen Ereignissen unbeeindruckt

Energie: Die Ölpreise starten wenig verändert in die neue Handelswoche. Brent handelt bei knapp 69 USD je Barrel, WTI bei 63,5 USD je Barrel. Beide Ölpreise hatten letzte Woche erstmals seit fünf Wochen wieder einen Verlust verzeichnet. Das Aufwärtsmomentum scheint also fürs Erste gebrochen. Die IEA prognostizierte in ihrem Monatsbericht am Freitag einen sinkenden Bedarf an OPEC-Öl in diesem Jahr (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 19. Januar). Dieser entspricht in etwa der aktuellen OPEC-Produktion, die neben der weiterhin strikten Einhaltung der Produktionskürzungen zusätzlich durch eine rapide fallende Ölproduktion in Venezuela gedrückt wird. Venezuela produzierte im Dezember laut IEA nur noch 1,6 Mio. Barrel pro Tag und damit 362 Tsd. Barrel pro Tag weniger als laut Kürzungsabkommen vorgesehen. Diese Übererfüllung ist allerdings nicht freiwillig, sondern der wirtschaftlichen Krise im Land geschuldet. Eine nennenswerte Produktionserholung ist u.E. unwahrscheinlich. Bestenfalls ist eine Stabilisierung der Produktion zu erwarten. Sollte es Venezuela wider Erwarten gelingen, seine Ölproduktion wieder zu steigern, wäre der Ölmarkt auf Basis der aktuellen IEA-Schätzungen in diesem Jahr überversorgt. Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Netto-Long-Positionen bei WTI in der letzten Woche nochmals deutlich erhöht, bei Brent dagegen leicht reduziert. Bei WTI liegen sie auf einem Rekordniveau von knapp 484 Tsd. Kontrakten, bei Brent mit gut 565 Tsd. Kontrakten leicht darunter. Damit besteht ein beträchtliches Korrekturpotenzial. Sollte es zu einem Rückzug der Anleger kommen, würden die Ölpreise erheblich unter Druck geraten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die Freude von US-Präsident Donald Trump über den ersten Jahrestag seiner Amtszeit dürfte am Wochenende getrübt worden sein, da die USA die Schuldenobergrenze erreichten. Republikaner und Demokraten hatten sich im Vorfeld nicht über eine Erhöhung der Schuldenobergrenze geeinigt, so dass Regierungsbehörden seitdem geschlossen sind. Die Auswirkung auf die Märkte hält sich bislang aber in Grenzen. Der US-Dollar wertete nur kurzzeitig weiter ab und der Goldpreis notiert nahezu unverändert bei rund 1.330 USD je Feinunze. Ganz so unbekümmert darüber scheinen die Marktteilnehmer aber doch nicht zu sein. Denn die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten am Donnerstag und Freitag zusammengenommen Zuflüsse von 21,5 Tonnen. Die Zuflüsse erfolgten dabei zum Großteil in den SPDR Gold Trust in den USA. Schon zuvor hatten die spekulativen Finanzanleger weiter auf steigende Goldpreise gesetzt und ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 16. Januar laut CFTC-Statistik die fünfte Woche in Folge ausgeweitet. Erstmals seit vier Monaten liegen sie wieder bei über 200 Tsd. Kontrakten. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Palladium-ETFs sind gegen Ende letzter Woche erstmals seit acht Jahren wieder unter 1,3 Mio. Unzen gefallen. Da die ETF-Verkäufe den Palladiumpreis schon seit Langem nicht mehr bremsen, sind die Abflüsse wohl mittlerweile ein Zeichen für Knappheit. Stärke zeigt seit Jahresbeginn weiter Platin, das die Preisdifferenz zu Palladium erneut auf weniger als 100 USD je Feinunze verringert hat. Auch bei Platin erreichten die Netto-Long-Positionen mit knapp 18 Tsd. Kontrakten ein 4-Monatshoch.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Die Metallpreise starten mit einem leicht positiven Unterton in die neue Handelswoche. Kupfer verteuert sich auf 7.100 USD je Tonne, Nickel handelt bei 12.700 USD je Tonne und Zink kostet nach wie vor mehr als 3.400 USD je Tonne. Am Freitag gab es an der LME erneut einen kräftigen Anstieg der sog. gekündigten Lagerscheine bei Zink. Damit sind mittlerweile von den knapp 180 Tsd. Tonnen an Zinkvorräten in den LME-Lagerhäusern 45% zur Auslieferung angefordert. Der Anteil war zuletzt Mitte Oktober so hoch. Dies spricht für eine Fortsetzung des Abbaus der Zinkbestände in den LME-Lagerhäusern. Diese liegen ohnehin schon auf dem niedrigsten Niveau seit über neun Jahren.
Letzte Woche hatten die International Nickel Study Group (INSG) und die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) Daten zur Marktbilanz bei Nickel, Blei und Zink präsentiert. Demnach gab es an allen drei Märkten von Januar bis November ein hohes Angebotsdefizit. Am globalen Nickelmarkt blieb das Angebot laut INSG um 77,4 Tsd. Tonnen hinter der Nachfrage zurück, da die Nachfrage stärker als das Angebot zulegte. Dasselbe gilt für Blei mit einem Defizit von 169 Tsd. Tonnen gemäß Daten der ILZSG. Der Nachfrageanstieg stand hier auf einer breiten Basis. Im Falle von Zink belief sich das Defizit laut ILZSG auf 485 Tsd. Tonnen. Auch hier stieg die Nachfrage, allerdings moderat. Das Angebot stagnierte hingegen, wobei sich eine deutlich höhere Minenproduktion nicht in einer höheren Raffinadeproduktion widerspiegelte.

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