03.01.18, 09:55

Stützt die Politik den Euro?

USD: Ob die Fed-Minutes zur Sitzung vom 13. Dezember dem Dollar unter die Arme greifen können, wage ich zu bezweifeln. Kurz zur Rekapitulation: die Fed ist bei ihrer Erwartung von drei Zinsschritten 2018 und zwei Schritten 2019 geblieben. Ebenfalls gleich blieben die Dots (nur im Mittel fielen sie leicht), die Wachstumsprognose für 2018 wurde angehoben, die Prognose für die Arbeitslosenquote nach unten revidiert, die Inflationsprognose unverändert gelassen. Charles Evans und Neil Kashkari haben gegen die Zinserhöhung gestimmt. Fed Chair Janet Yellen betonte in der Pressekonferenz, dass ihr Nachfolger Jerome Powell für Kontinuität stünde. Die Fed hält an ihrer Sichtweise fest, dass das starke Wachstum und der enge Arbeitsmarkt letztlich doch zu einem Anstieg der Inflation führen werden, was weitere Zinsschritte rechtfertigt. Andere Erkenntnisse werden die Minutes wohl kaum liefern. Die Diskussion um die Inflation dürfte ähnlich wie letztes Mal intensiv gewesen sein, hat aber eben zu keiner Neueinschätzung der Lage und damit der Geldpolitik geführt.
Zwar hat sich der Markt in den letzten Wochen der Fed angenähert und seine Zinserwartungen für 2018 allmählich angehoben. Genutzt hat es dem Dollar allerdings nicht, denn die Erwartungen für 2019 haben sich nur unwesentlich geändert, Steuerreform hin oder her. Erst ein starker Anstieg der Preise wäre für den Markt ein Argument, auf mittlere Sicht seine Erwartungshaltung zu ändern und damit auch dem Dollar wieder Auftrieb zu geben. Die Daten zum Arbeitsmarkt (ADP Index heute, Arbeitsmarktbericht am Freitag) verlieren deshalb an Relevanz, schließlich ist nicht mehr die Arbeitslosenquote oder die Zahl der neugeschaffenen Stellen ausschlaggebend, sondern die Tatsache, ob die Vollbeschäftigung endlich zu steigenden Preisen führt. Der Markt wird diese Woche also eher auf die „Prices Paid“ im ISM Index oder die Stundenlöhne beim Arbeitsmarktbericht achten. Solange sich da nichts tut, wird es der Dollar zum Jahresauftakt erst einmal schwer haben.

EUR: Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann: dem Euro nutzt im Gegensatz zum US-Dollar die gute wirtschaftliche Entwicklung, auch wenn die (Kern-)Inflation der EZB noch erhebliche Kopfzerbrechen bereitet und deshalb noch lange für Negativzinsen und eine expansive Geldpolitik spricht. Auch in den Vereinigten Staaten entwickelt sich die Wirtschaft prächtig, denn sie wächst bei Vollbeschäftigung deutlich über Potential bei einer gleichzeitig nur ganz langsam steigenden Inflation. Wieso wertet der Markt dies unterschiedlich? Ein Erklärungsansatz wäre die Politik: zwar hat es US Präsident Donald Trump endlich geschafft, mit viel Mühe ein Wahlversprechen einzulösen. Aber zum einen ist selbst die Fed vorsichtig, was die positive Wirkung seiner Steuerreform auf die Wirtschaft sein wird. Zum anderen wird Trumps Weg steinig bleiben. Die Machtverhältnisse im Senat sind seit der Senatorenwahl in Alabama mit 49:51 äußerst knapp, außerdem stehen im November 2018 Mid-Term Elections an. Die große Trump-Story wird sich auf absehbare Zeit nicht entfalten können, sondern wie ein im Schlamm festgefahrener Sportwagen trotz viel Getöse kaum von der Stelle kommen, geschweige denn an Fahrt aufnehmen, dafür aber viel Dreck aufwirbeln. In Europa ist politisch zwar auch nicht alles zum Besten bestellt – siehe Katalonien oder Italien. Aber da von der augenscheinlich überwundenen Eurozonenkrise schon seit Jahren nichts mehr zu sehen oder zu hören ist, scheint der Markt den Europäern in der heutigen (welt-)politischen Lage einfach mehr zuzutrauen – wenn nicht ganz simpel einfach nur zu trauen. Daher wohl der aktuelle Euro-Optimismus.

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