21.12.17, 13:51

Das war 2017 …

Energie: An den Energiemärkten brauchten Marktteilnehmer 2017 deutlich mehr Nerven als es der Anstieg des S&P GSCI Spotindex für Energieträger von gut 7% gegenüber Jahresbeginn nahelegt. Denn dahinter verbergen sich heftige Ausschläge und eine starke Spreizung. Die Ölpreise rutschten beispielsweise trotz einer von Anfang an disziplinierten Umsetzung des Kürzungsabkommens zur Jahresmitte zunächst auf ein 6-Monatstief. Als dann der Lagerabbau Fahrt aufnahm, legte der Brentölpreis aber um über 40% auf ein 2½-Jahreshoch von rund 65 USD je Barrel zu. Brentöl beschließt das Jahr wohl mit einem Plus von deutlich mehr als 10%, für WTI steht aufgrund der logistischen Engpässe infolge der überraschend (starken) zweiten Blüte von Schieferöl ein kleineres Plus von 8% zu Buche. Kohle hatte sich bis zum Frühjahr deutlich verbilligt, kostet aber zum Jahresende ebenfalls gut 10% mehr als zu -beginn bzw. so viel wie zuletzt vor fünf Jahren. „Verlierer“ des Jahres, nicht nur im Energiesektor, ist US-Erdgas. Teils den hohen Vorjahrespreisen geschuldet ist Henry Hub heute fast 30% billiger als vor einem Jahr. Maßgeblich ist auch hier die rasante Erholung der Schiefergasproduktion. Neue Absatzperspektiven im Ausland verhindern ein noch stärkeres Abrutschen der Preise. „Spitzenreiter“ im Energiekomplex ist – wenngleich etwas artfremd – CO2. Vor allem dank der Einigung über die Reform der 4. Handelsperiode haben die Preise im EU-Emissionshandel knapp 20% zugelegt. Und obwohl der Preisanstieg hier am stärksten ausfiel, erachten wir das Preisniveau nachhaltiger als am Öl- und am Kohlemarkt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold startete mit deutlichen Zuwächsen in das Jahr 2017. Preistreibend war die politische Unsicherheit nach dem Amtsantritt von US-Präsident Trump und im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Nach einer Phase der Konsolidierung erfolgte im Spätsommer ein weiterer Anstieg auf knapp 1.360 USD je Feinunze (+18% seit Jahresbeginn). Dieser wurde maßgeblich durch die Abwertung des US-Dollar getrieben, der unter der Unberechenbarkeit von Trump und nachlassenden Fed-Zinserhöhungserwartungen litt. Der Höhenflug der Aktienmärkte auf immer neue Rekordstände und die sich abzeichnende US-Steuerreform ließen das Interesse an Gold im Herbst schwinden. Gold gab daraufhin einen Teil der Gewinne wieder ab und liegt nur noch ca. 10% im Plus. In Euro gerechnet notiert Gold sogar etwas niedriger als zu Jahresbeginn. Silber stieg zunächst stärker als Gold, geriet dann aber auch umso stärker unter Druck. Seit Jahresmitte hinkt Silber Gold hinterher, was sich am deutlich gestiegen Gold/Silber-Verhältnis zeigt. Palladium ist in diesem Jahr der Überflieger schlechthin. Mit einem Plus von mehr als 50% auf ein 17-Jahreshoch von knapp 1.040 USD je Feinunze lässt Palladium nicht nur die anderen Edelmetalle, sondern auch alle von uns beobachteten Rohstoffe deutlich hinter sich. Treiber ist die robuste Nachfrage nach Autos mit Benzinmotoren, die durch den Dieselskandal nochmals verstärkt wurde. Unter dieser Entwicklung hatte Platin zu leiden, das im Dezember auf ein 22-Monatstief von gut 870 USD je Feinunze fiel. Seit Ende September ist Palladium teurer als Platin, was zuletzt im Jahr 2001 der Fall war.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Für die Industriemetalle geht ein turbulentes Jahr zu Ende. Nach einer kurzen Schwächephase hat der LME-Industriemetallindex (LMEX) zuletzt seine Verluste zum Großteil aufgeholt und notiert wieder in der Nähe seines Mitte Oktober verzeichneten 4½-Jahreshochs. Seit Jahresbeginn ist der LMEX um 24% gestiegen. Die Metallpreise haben vor allem seit Jahresmitte die Raketen gezündet. Wesentliche Preistreiber waren gute Konjunkturdaten in den wichtigsten Konsumentenländern/-regionen für Metalle, wobei vor allem China positiv überraschte. Daneben traf eine hohe Nachfrage an vielen Märkten auf ein zu knappes Angebot. Darüber hinaus sind der Risikoappetit der Marktteilnehmer und das spekulative Interesse gestiegen, was den Preisen zusätzlichen Auftrieb verlieh. Ebenso hatten „runde“ Marken anscheinend magische Anziehungskraft: Bei Kupfer zum Beispiel erst 6.000 USD, später 7.000 USD, bei Aluminium 2.000 USD, und bei Zink 3.000 USD je Tonne. Für die Auszeichnung als „bestes“ Industriemetall im Jahr 2017 liefern sich bis zuletzt Kupfer, Aluminium, Blei und Zink ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie weisen Gewinne von durchschnittlich 26% auf. Als äußerst schwankungsfreudig erwies sich einmal mehr Nickel: Es bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 8.700 USD und 13.000 USD je Tonne. Ende Oktober stieg der Nickelpreis innerhalb eines Tages sogar um knapp 9%. Ein Metall stach allerdings negativ hervor: Zinn. Als Einziges weist es in diesem Jahr einen Verlust auf.

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