
EUR: Der Wirtschaftsboom im Euroraum dürfte sich fortsetzen. Dafür spricht die anhaltend gute Stimmung unter den Unternehmen. So hatte beispielsweise das ifo-Geschäftsklima im November immerhin den höchsten Stand seit fast 60 Jahren erreicht, und es sieht ganz danach aus, als wäre der Index im Dezember sogar noch weiter gestiegen. Das kräftige Wirtschaftswachstum stimmt den EZB-Rat positiv, dass sich der Preisauftrieb im Euroraum auf mittlere Sicht verstärkt. Auch der Markt zeigt sich diesbezüglich vorsichtig optimistisch, was sich an den marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen ablesen lässt. Diese kriechen nun schon seit einigen Monaten fast unbemerkt langsam nach oben (siehe Abb. 1). Setzt sich dieser Trend fort, spricht das für den Euro. Denn die Chancen auf eine baldige Normalisierung der Geldpolitik würden sich dadurch eindeutig erhöhen. Doch dem Markt droht genauso gut ein böses Erwachen. Wir sind zumindest noch nicht davon überzeugt, dass die Inflation in den nächsten Monaten nennenswert anzieht, was sowohl für den Markt als auch für die EZB eine große Enttäuschung darstellen würde. Und EZB-Präsident Mario Draghi hat erst am vergangenen Donnerstag klargestellt, dass das Ziel der Preisstabilität für seine Kollegen und ihn an erster Stelle steht. Daher ist davon auszugehen, dass die Notenbanker, solange sich die Inflation weiterhin enttäuschend entwickelt, an einer expansiven Geldpolitik festhalten werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir erst vor kurzem unsere EUR-USD-Prognose für Ende des kommenden Jahres auf 1,12 gesenkt. Denn wir erwarten, dass die EZB angesichts einer anhaltend schwachen Teuerung ihre Anleihekäufe sogar eher noch einmal verlängern wird.
USD: Die Entwicklung der US-Inflations- und Zinserwartungen bestätigt mich im Übrigen in meiner Annahme, dass die Preisentwicklung aktuell entscheidend für die Wechselkurse ist. Denn in den USA ist seit einiger Zeit ein interessantes Phänomen zu beobachten: Die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen bewegen sich seit Mitte des Jahres im Grunde genommen seitwärts. Gleichzeitig steigen seit einigen Monaten aber die US-Zinserwartungen. Genauso hat der US-Dollar aber den Anstieg der Zinserwartungen kaum nachvollzogen. Nun gibt es zwei Erklärungen für diese Entwicklung. Entweder der USD-positive Aspekt der steigenden Zinserwartungen wird durch einen anderen Faktor überlagert. Allerdings ist diese Erklärung für mich schwer nachzuvollziehen, da auch die jüngsten politischen Entwicklungen in den USA – genau genommen die Fortschritte bei der US-Steuerreform – den Dollar (kurzfristig) eher stützen sollten. Oder aber der Markt erachtet die steigenden US-Zinsen auf lange Sicht nicht als nachhaltig, zumindest solange sich die Inflation nicht spürbar verstärkt. Auch das ist zugebenermaßen noch keine zufriedenstellende Erklärung. Ich jedenfalls behalte aber weiterhin die Inflation und Inflationserwartungen im Blick.
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