18.12.17, 10:15

Die EUR-Basis und die Lehren der Aufklärung

EUR: Asche auf mein Haupt. Vor kurzem hatte ich noch der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass es dieses Jahr nicht so schlimm kommt am Devisenterminmarkt. Von wegen. Es kam schlimmer. Schlimmer als Ende 2016 (Abbildung). Die EUR-Basis (die Abweichung der EUR-USD-Terminkurse von der EUR-USD-Zinsdifferenz, ausgedrückt in Basispunkten EUR-Zins) ist am Freitag auf rund -100 Basispunkte gefallen. Die Schockwellen dieser Entwicklung sind in weiten Teilen des Geldmarktes zu spüren. Siehe dazu die Erläuterungen meiner Kollegen vom Rates Research.

Ursache dieser alljährlichen Verwerfungen ist die europäische Bankenabgabe, die an Bilanzwerten vom Jahresultimo bemessen wird. Man könnte sich all die Aufregung also sparen, wenn Europas Gesetzgeber schlicht und einfach die Bankenabgabe an Durchschnittswerten festmachen würden. Doch bisher habe ich keinerlei Reaktionen von Regulierern oder Legislative in diese Richtung gesehen. Das ist das wirklich Erschreckende an der gegenwärtigen Situation. Als die Bankenabgabe 2014 entworfen wurde, mag man davon ausgegangen sein, dass noch hinreichend viel Kapazität zur Arbitrage besteht, um solche Verwerfungen zu verhindern. Doch muss spätestens die Erfahrung von 2016 den Verantwortlichen die Augen geöffnet haben. Ist ihnen die Folge ihrer Politik völlig egal? Helmut Schmidt postulierte einst, die Lehre, die ein Politiker aus der Aufklärung zu ziehen habe, sei: Er ist verantwortlich für alle Folgen seines Handelns, für die beabsichtigten wie für die unbeabsichtigten. Auf dem Feld der Finanzmarktregulierung fürchte ich mich davor, dass dieser Grundsatz aufgegeben werden könnte und wir in prä-aufgeklärte Zeiten zurückfallen. Das mag mit der allge-meinen Skepsis zusammenhängen, mit der Politik und Öffentlichkeit nach 2008 die Finanzmärkte betrachten. Doch ist „immer mehr Regulierung – so unsinnig sie sei“ kein funktionsfähiger Gegenentwurf, wenn man den Status vor 2008 ablehnt. Auch wenn man die Finanzmärkte nicht mag: Irgendwer muss für effiziente Allokation von Kapital sorgen. Extreme Ausschläge der Basis behindern das – ohne dass die Politik alternative Allokationsmechanismen entwickelt hat. Falls meine Ängste nicht aus der Luft gegriffen sind, müssen wir konstatieren: „Regulierung“ rangiert in der Menge der Risiken für Finanzmärkte – auch und insbesondere für den Devisenmarkt – in der Spitzengruppe.

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GBP: Das bedurfte keiner großen prognostischen Fähigkeiten: Die Euphorie darüber, dass nun in den Brexit-Verhandlungen auch über Phase 2 (die Beziehungen zwischen Europa und Großbritanniens nach dessen Ausscheiden aus der Gemeinschaft) gesprochen wird, währte nicht lange. Das Pfund ist fast so unter Druck wie Premierministerin Theresa May, die darum kämpft, es allen Recht zu machen: den widersprüchlichen Interessen innerhalb der eigenen Partei und des eigenen Kabinetts und den Verhandlungspartnern in Brüssel.

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