14.12.17, 18:30

USD/JPY: 2018 Schwäche durch divergierende Leitzinsen

Die steigende Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan dürfte im nächsten Jahr maßgeblich den Währungskurs bewegen und zu einer Aufwertung des Dollars gegenüber dem Yen führen, wobei sowohl geopolitische Risiken als auch politische Unsicherheiten weiter bestehen und die Entwicklung des Devisenpaares bestimmen könnten.

Ultraexpansive Geldpolitik der BoJ wird fortgesetzt

Die Wiederwahl des Ministerpräsidenten Shinzo Abes bei den Unterhauswahlen im Oktober diesen Jahres wird zu einer Fortführung der „Abenomics“ führen, zumal auch das im April 2018 auslaufende Mandat des BoJ-Präsidenten Haruhiko Kuroda verlängert werden dürfte. Somit ist kein baldiges Ende der ultra expanisven Geldpolitik zu erwarten. Die japanischen Leitzinsen liegen derzeit bei - 0,1 % und werden dies vorerst auch bleiben, denn die Inflation fiel mit zuletzt 0,2 % für Oktober (YoY) zwar zum vierten Mal hintereinander positiv aus, aber die BoJ prognostiziert  das angestrebte Inflationsziel von 2 % erst im Jahr 2019 zu erreichen.

Darüber hinaus wird es zwar ein turnusmäßiges Stühlerücken bei der Fed geben, aber die bis dato kommunizierte Haltung weiterer Leitzinsanhebungen dürfte auch unter der Leitung des designierten Fed-Präsidenten Jerome Powell fortgeführt werden und zu weiteren Leizinsanhebungen in den USA im nächsten Jahr führen. Daher erwarten wir zum Ende nächsten Jahres ein Zinsniveau von 2,0 % - 2,25  % in den USA (siehe dazu auch Währungstext zu EUR/USD). Die steigende Zinsdifferenz sollte sich in einem schwächeren Yen (also einem höheren USD/JPY-Kurs) niederschlagen. Sollte das Wachstum in den USA noch stärker ausfallen und die Inflation kräftiger steigen, würde die Fed möglicherweise den Leitzins rascher erhöhen. Das Ergebnis wäre eine deutlichere Schwächung des Yen.

Carry Trades und geopolitische Risiken

Die sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan macht Currency Carry Trades für Investoren interessanter, da die Anleger im niedriger verzinsten Yen Kredite aufnehmen, um dies in höher verzinsten Währungen anzulegen. Dies sind allerdings risikobehaftete Anlagen, da im Fall einer Aufwertung des Yen sich die Rückzahlung des Yen-Kredites verteuert und das ursprüngliche Carry-Trade-Kalkül nicht mehr aufgeht. Aus diesem Grund lösen viele Anleger erfahrungsgemäß ihre Carry-Trade-Positionen wieder auf (Yen wird gekauft, um die Kredite zurückzuzahlen), sobald es zu einem Anstieg der globalen Risikoaversion kommt, etwa bei geopolitischen Risiken. In der Folge gewinnt der Yen an Wert. Der Nordkorea-Konflikt hat beispielsweise im abgelaufenen Jahr immer wieder entsprechende Aufwertungsbewegungen ausgelöst. Damit ist auch im kommenden Jahr zu rechnen. Allerdings scheint der Markt die Hemmschwelle bezüglich des Eskalationsniveaus im Nordkoreakonflikt erhöht zu haben. Falls der Konflikt aber ad acta gelegt werden kann, dann sollte Yen schwächer werden und der Dollar davon proftieren.


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