USD: Vollkommen still war die letzte Nacht nicht, denn der Dollar setzte seine Talfahrt, die er nach den US Inflationszahlen für November begann, nach der Entscheidung der Fed fort. Die Steuerreform, über die vermutlich nach der Einigung zwischen Haus und Senat nächste Woche abgestimmt wird, dürfte laut Fed zwar moderate positive Effekte zeigen, aber die Ansicht von Präsident Trump, sie könne 4% Wachstum bringen, teilt sie verständlicherweise nicht. Daher bleibt die Fed auch bei ihren 3 Zinsschritten im nächsten Jahr und 2 Schritten 2019. Die Dots bleiben gleich, sind im Mittel nur leicht gefallen. Vielleicht straft der Markt deshalb den Dollar ab, weil die Fed eben keinen stärkeren Effekt der Steuerreform erwartet, obwohl sich der Markt in seinen Erwartungen für den Leitzins in den letzten Tagen sogar in Richtung Fed bewegt hat. Oder weil Charles Evans und Neil Kashkari gegen die Erhöhung gestimmt haben und eine Pause im Zinserhöhungszyklus im März wahrscheinlich ist (bei vier Sitzungen mit Pressekonferenz 2018 und drei geplanten Zinsanhebungen muss ja aber auch auf einer Sitzung Pause sein). Oder weil Fed Chair Janet Yellen betont, der neue Chair Jerome Powell stehe für Kontinuität. Wirklich nachvollziehen kann ich die Bewegung nicht, aber das muss ich ja auch nicht immer.
EUR: Auf die Frage, was die EZB-Sitzung heute für den Euro bringt, kann man eigentlich nur antworten: nichts. Aber auch das ist eine Aussage. Denn die EZB wird zum Jahresende auch gar nicht wollen, dass viel im Euro passiert. Mehr Volatilität im Euro zum Jahresende in dünnen Märkten käme ihr sicherlich nicht recht. Aller Voraussicht nach wird die EZB ihre Wachstums- und Inflationsprognosen zwar nach oben anpassen, die Projektion für die Kerninflation aber unverändert niedrig lassen. EZB-Präsident Mario Draghi wird bei den Aussagen zum Kurs der EZB und zur Forward Guidance bleiben und die Entscheidung im Oktober, die Anleihekäufe ab Januar von 60 Mrd. auf 30 Mrd. pro Monat zu reduzieren, bestätigen. Für die Anleihemärkte wird in diesem Zusammenhang spannend, wie sich letztlich die Käufe ab Januar zusammensetzen. Denn der Anteil der Wertpapiere des privaten Sektors dürfte ab Januar deutlich steigen. Da diese Frage für den Devisenmarkt aber wenig relevant ist und ansonsten bei der Gangart der EZB alles beim gleichen bleiben wird, gibt es für den Euro unterm Strich keine stichhaltigen Gründe für wilde Ausschläge.
GBP: From Carney with love. Jetzt also doch. Notenbankchef Mark Carney wird aufgrund der Tatsache, dass die Inflation mit 3,1% im November die 3%-Marke überschritten hat, einen Brief an den Finanzminister Philip Hammond schreiben müssen mit der Erklärung, wie er gedenkt, die Inflation wieder in Richtung Inflationsziel zu bringen. Die Antwort: abwarten und Tee trinken. Denn die Effekte der Pfundabwertung von 2016 werden nächstes Jahr langsam auslaufen. Die November-Zahlen ändern also nichts an der Tatsache, dass die Bank of England (BoE) heute ihre Geldpolitik unverändert lassen wird. Anders als in den letzten sechs Sitzungen dürfte dies auch einstimmig beschlossen werden. Denn es gibt keinen Grund für eine weitere Zinserhöhung. Die Inflation dürfte ihren Hochpunkt erreicht haben und langsam wieder sinken. Daher wird die BoE auch an ihrer Einschätzung, dass bis Ende 2020 nur zwei Zinserhöhungen kommen, erst einmal festhalten. Zu groß bleiben die Unsicherheiten rund um die Brexit-Verhandlungen, als dass 2018 schon der nächste Zinsschritt kommen wird. Der Markt ist daher zu optimistisch, wenn er schon bis Mitte kommenden Jahres eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung sieht. Wenn er dies einsieht, dürfte das Pfund wieder etwas an Boden verlieren. Abgesehen davon bleiben die Fortschritte oder Rückschläge bei den Brexit-Verhandlungen weiter am Steuer im Pfund. Dabei reist Premierministerin Theresa May geschwächt zum EU Gipfel am Wochenende, denn das Parlament hat gestern dafür gestimmt, dass es beim endgültigen Deal über den Brexit mit der EU mitbestimmen darf. Selbst, wenn es also mit EU vorangeht, bleibt die innere politische Zerrissenheit in Großbritannien enorm.
NOK: Da wird die Norges Bank dann doch etwas gezuckt haben, als sie die Inflationsdaten für November gesehen hat: Gesamtrate bei nur noch 1,1% ggü. Vj. und Kernrate bei erschreckenden 1,0%. So tief waren die Inflationsraten seit 2013 nicht mehr. Dies spricht dafür, dass die Norges Bank heute an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wird. Die Krone hat seit dem letzten Geldpolitischen Bericht im September gegenüber dem Euro aber abgewertet. Damit dürfte der Abwärtsdruck auf die Inflationsrate allmählich nachlassen. Die Norges Bank wird aber nicht umhin kommen, ihre Wachstumsprognose anzupassen, die unseres Erachtens zu pessimistisch ist. Sie hat in den letzten Monaten stets ihre Prognose nach oben revidiert und Notenbankchef Oystein Olsen hat zuletzt auch eingestanden, dass ein erster Zinsschritt sogar schon im nächsten Jahr – anstelle wie im Zinspfad signalisiert erst im Sommer 2019 – angehoben werden könnte. Die Norges Bank sorgt sich aber trotz der niedrigen Inflationsraten, die sie als temporär erachtet, solange die Inflationserwartungen verankert bleiben, in erster Linie um das Wachstum. Hier kommt die jüngste Umfrage der Norges Bank unter den Unternehmen zum Tragen. Denn die letzte von Anfang Dezember zeigt, dass die meisten Unternehmen in den kommenden Monaten mit nur moderatem Output rechnen. Deshalb wird die Norges Bank weiterhin Vorsicht walten lassen und den Zinspfad wahrscheinlich offiziell erst einmal so stehen lassen, wie er ist – mit ersten Zinserhöhungen im Jahr 2019. Für die NOK, in die bereits viel eingepreist ist, bedeutet eine weiterhin vorsichtige Haltung der Norges Bank, dass sie kurzfristig kaum Aufwärtspotential gegenüber dem Euro hat. Eine Verschiebung des Zinspfads nach vorne würde der Krone hingegen einen ordentlichen Aufwärtsimpuls geben.
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