14.12.17, 16:48

Kapitalmarkt-News – EZB: Geldpolitik bleibt von guter Stimmung unbeeindruckt

14. Dezember 2017

Die EZB hat – wie erwartet – keine Änderungen in ihrer geldpolitischen Ausrichtung angekündigt. Sie betonte, wie bereits im Oktober, dass das Aufkaufvolumen ab Januar 2018 auf 30 Mrd. Euro reduziert wird und bis September 2018 oder erforderlichenfalls darüber hinaus erfolgen soll. Auch beibehalten wurde die Aussage, dass die EZB das Aufkaufvolumen anheben sowie die Laufzeiten der Ankäufe ausweiten kann, wenn sie hierfür die Notwendigkeit in Form einer sich verschlechternden Konjunktur sieht. Die EZB erwartet, dass die Zinsen noch lange auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, und sich dies erst deutlich nach der Beendigung des Aufkaufprogramms ändern wird. Über die Beendigung des Aufkaufprogramms – einmalig oder graduell  –  hat sich Draghi nicht äußern wollen.

 
Die EZB sieht weiterhin die Notwendigkeit einer anhaltend unterstützenden Geldpolitik, um die Inflationsrate nachhaltig auf ein stabiles Niveau gemäß ihrem Mandat anzuheben. Hierzu gehört auch das Reinvestieren von jeglichen Fälligkeiten der aufgekauften Anleihen. Die gute Konjunkturlage und schrumpfende Überkapazitäten im Euro-Raum sollten ebenfalls helfen, auch wenn sich aktuell noch kein Inflationsdruck aufbaut. Grundsätzlich sind die Konjunkturdaten durchaus positiv zu sehen. Die EZB geht von einem ausgeglichenen Risiko für ihre Wachstumsprognosen aus. Sie hat diese vor allem für 2018 deutlich nach oben angepasst. So erwartet die EZB nun ein BIP-Wachstum von 2,4 % in 2017 (vorher 2,2 %) und 2,3 % in 2018 (vorher 1,8 %). In den Jahren danach fällt das Wachstum unter 2 %. Grundsätzlich steigt das Vertrauen der EZB, dass die Inflationsrate in der Tat mittelfristig in Richtung einer Rate von knapp unter 2 % konvergieren wird. EZB-Präsident Draghi sieht eine eher geringe Wahrscheinlichkeit darin, dass die Konjunktur kurzfristig abkühlen könnte, und die Notenbank sich Sorgen über ausreichende Gegenmaßnahmen machen muss.
 
Die EZB hat kaum Veränderungen bei ihrer Inflationsprognose vorgenommen. Die Teuerung sollte gemäß der Prognosen weiterhin nur graduell ansteigen. Die EZB erwartet nun eine Inflationsrate von 1,5 % für 2017, 1,4 % für 2018 (vorher 1,2 %), 1,5 % für 2019 und 1,7 % für 2020. Angesichts dieser Inflationszahlen ist in der Tat mit keiner schnellen Wende der geldpolitische Ausrichtung zu rechnen. Allerdings bleibt abzuwarten, in welchem Maße die globale Konjunktur vor allem in 2019 die Inflationsrate nach oben treiben könnte. Draghi hob in diesem Zusammenhang hervor, dass Lohnkosten zu steigendem Inflationsdruck führen sollten, es jedoch noch zu früh ist, von einem zunehmenden Inflationsrisiko zu sprechen.
 
Fazit: Die EZB hat in der heutigen Sitzung ihre Haltung einer graduellen Wende der Geldpolitik unverändert bestätigt. Auch wenn sie betont, dass das Aufkaufprogramm nach 2018 weiter laufen kann, so erwarten die meisten Marktakteure auf Grundlage der guten Konjunktur ein Auslaufen des Programms im kommenden Jahr, gefolgt von einer Abkehr von der Negativzinspolitik in 2019. Die letzten Jahre waren dadurch gekennzeichnet, dass das Prognoserisiko beim Wirtschaftswachstum lag und die Inflationsrate eher nach unten enttäuschte. Nun scheint sich angesichts der globalen und europäischen Konjunkturentwicklung das Risiko für 2019/20 zu drehen, es liegt eher bei einer höheren Inflationsrate – trotz der nur moderaten Inflationsprognose der EZB für 2019.
 
Prognosen 2018/19: Euro-Zone und Deutschland – Branchen, Wechselkurse und Zinsen, 14. Dezember 2017
Ausblick USA: Robustes Wirtschaftswachstum gibt der Fed Handlungsspielraum, 9. Dezember 2017
Ausblick Weltwirtschaft: Den Pessimisten gehen die Argumente aus, 6. Dezember 2017
 
 

 
 

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