Der Währungskurs EUR/CHF nähert sich allmählich der magischen Marke von 1,20. Dieses Kursniveau hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) bis zum Januar 2015 als Mindestkurs definiert, dann jedoch aufgegeben. Mit der Beruhigung der Eurokrise, der konjunkturellen Erholung und dem allmählichen Ausstieg der EZB aus der ultralockeren Geldpolitik hat sich die Lage für den CHF etwas entspannt, was sich in einer lang anhaltenden Franken-Abwertung niederschlägt. Dieser Pfad dürfte auch im kommenden Jahr fortgeschrieben werden.
SNB lässt Geldpolitik vermutlich unverändert und dürfte auf Devisenmarktinterventionen verzichten
Die SNB wird in diesem Jahr voraussichtlich keine Leitzinsanhebung vornehmen, sondern auf den ersten Schritt von seiten der EZB warten. Derzeit hält die SNB den Leitzins auf einem Niveau von - 0,75 %, um nicht nur der schwächelnden Inflation, sondern auch der Wirtschaft – das BIP-Wachstum lag im dritten Quartal bei 1,2 % (YoY) – zu einem höheren Wachstum zu verhelfen. Gleichzeitig hat die SNB in den vergangenen Monaten kaum noch Interventionsbedarf am Devisenmarkt festgestellt – die Devisenreserven sind sogar leicht zurückgegangen, ausgedrückt in US-Dollar. Auch im kommenden Jahr erwarten wir ein Stillhalten der SNB an dieser Front.
Die EZB hingegen hat im Oktober angekündigt, ihre Anleihekäufe ab Januar 2018 auf 30 Milliarden Euro monatlich zu halbieren. Bis September sollen die Anleiheankäufe fortgesetzt werden. Wir ewarten ein Ende der Nettoankäufe im Dezember 2018. Eine erste Leitzinsanhebung von seiten der EZB sollte erst Ende 2019 erfolgen, erst danach dürfte die SNB aktiv werden. Im Ergebnis ergibt sich eine divergierende Geldpolitik mit einer Beibehaltung des geldpolitischen Kurses durch die SNB und einem vorsichtigen aber sichtbaren Kurswechsels von seiten der EZB.
Politische Verunsicherung könnte Abwertungspfad stören
Potenziell könnte der Franken in 2018 als klassische „sichere Hafen“-Währung von politischer Verunsicherung profitieren. Insbesondere im Vorfeld der Italien-Wahlen dürfte der CHF unter Aufwertungsdruck geraten. Sollten die Verhandlungen zur Bildung einer Regierung in Deutschland scheitern, werden sich einige Investoren ebenfalls veranlasst fühlen, Franken zu kaufen. Weitere Unsicherheit geht von den Brexit-Verhandlungen aus. Insgesamt sollte aber die positiven Nachrichten zur Eurozone überwiegen, die zum einen von der konjunkturellern Front und zum anderen von einer neuen von Frankreich angeführten Europa-Politik ausgehen. Daher sollte sich die Frankenabwertung gegenüber dem Euro fortsetzen.
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