USD: Die Zinserhöhung der Fed von 25 Basispunkten heute ist schon längere Zeit eingepreist. Die Spreadausweitung zur Eurozone ist für den Markt und für den Dollar also nicht relevant. Die Frage ist vielmehr, was die Fed für die Zukunft signalisiert. Vermutlich nichts. Oder genauer gesagt: nicht viel Neues. Und dies aus zwei Gründen:
(1) Diese Sitzung mit anschließender Pressekonferenz und Bekanntgabe der neuen Projektionen wird die letzte unter dem Vorsitz von Janet Yellen sein. Vermutlich werden sie und ihre Kollegen dem neuen Chair Jerome Powell, der ab Februar das Zepter übernimmt, gar nicht so viele „Vorgaben“ machen wollen, indem sie viel an der aktuellen Gangart ändern, wofür sie ohnehin keine Gründe sehen werden.
2) Heute wird die Fed zwar vermutlich die Prognose für die Arbeitslosenquote nach unten revidieren und damit Vollbeschäftigung signalisieren. Aber einige FOMC-Mitglieder werden wieder über die unzulängliche Inflationsentwicklung debattieren, so dass in erster Linie spannend ist, wie die Inflationsprognose ausfallen wird. Diese könnte sogar einen etwas weniger starken Anstieg zeigen. Aber wenn überhaupt, werden infolge die Dots, also die Erwartungen der einzelnen FOMC-Mitglieder für den Leitzins, erst am sehr langen Ende etwas nach unten rutschen. Denn die Steuerreform der Regierung Donald Trumps scheint auf der Zielgeraden, auch wenn die endgültige Verabschiedung und Durchsetzung noch einige Wochen dauern und mit der Verschiebung des Machtverhältnisses innerhalb des Senats auf nur noch 51:49 zugunsten der Republikaner durch die Wahl des Demokraten Doug Jones in Alabama auch möglicherweise schwieriger wird. Die Fed wird in ihren Prognosen dennoch beachten, dass von der Reform ein positiver Impuls für die bereits gut ausgelastete Wirtschaft ausgehen wird. Der größte Effekt wird wohl 2019 zu spüren sein, aber auch 2018 sind erste Auswirkungen wahrscheinlich. Aufgrund dessen wird die Fed trotz einiger Anpassungen in den Prognosen – auch bei der Inflation – an der generellen Gangart (sprich drei Zinserhöhungen 2018 und zwei 2019) wahrscheinlich erst einmal nichts ändern.
Was bedeutet dies für den Dollar? Vor der Fed-Zinsentscheidung werden noch die Inflationszahlen für November veröffentlicht. Die Reaktion nach den etwas besser als erwarteten Produzentenpreisen (Dollar fester) gestern zeigt, dass der Markt sensibel auf die Preisdaten reagiert. Allerdings rechnet der Konsens bereits mit einem leichten Anstieg der Inflationsrate auf 2,2% aufgrund höherer Benzinpreise, aber die Kernrate wird wohl beharrlich bei 1,8% stehen bleiben. Starke positive Impulse für den Dollar dürften also kaum entstehen, sofern kein großer Ausreißer nach oben kommt. Außerdem könnte die Vorsicht einiger Fed-Mitglieder und wohl auch Janet Yellens, was die Inflationsentwicklung anbelangt, abends in der Pressekonferenz einige Marktteilnehmer in ihrer Sichtweise bestätigen, dass die Fed eben doch irgendwann nachgeben und ihren Zinspfad nach unten anpassen wird. Ein solcher „dovish hike“ könnte den USD letztlich wieder etwas unter Druck kommen lassen. Die Bilanz am Ende des US Handelstages könnte in EUR-USD dann schlicht sein: außer Spesen nix gewesen. Zum Jahresende ist allerdings sowieso ein Blick auf die EUR-USD-Basis empfehlenswert, auf die mein Kollege Ulrich Leuchtmann bereits mehrfach hingewiesen hat. Diese kann in den letzten Tagen des Jahres die Überhand in EUR-USD gewinnen und andere Argumente unterbuttern.

CHF: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte bei ihrer Zinssitzung morgen relativ entspannt sein. Denn EUR-CHF hat sich mittlerweile über der 1,16-Marke etabliert, weshalb Interventionen gegen den Franken seit einiger Zeit unnötig geworden sind. Deshalb wird die SNB morgen wiederholen, dass sie den Franken nur noch als „hoch bewertet“ ansieht. Bereits im September war sie davon abgerückt, den CHF als „deutlich überbewertet“ zu bezeichnen. Ganz das Heft aus der Hand geben wird sie aber nicht, dafür ist es noch zu früh und müsste EUR-CHF deutlich höher notieren. Deshalb wird sie nach wie vor betonen, dass sie jederzeit bereit ist, am Devisenmarkt zu intervenieren. Ihren Wachstums- und Inflationsausblick wird die SNB morgen wohl nach oben anpassen. Eine Änderung der Geldpolitik wird dies aber nicht zur Folge haben. Denn solange die EZB expansiv bleibt, wird die SNB nicht riskieren wollen, mittels einer Normalisierung der Geldpolitik den Franken wieder attraktiver zu machen. Dafür müsste der Inflationstrend dann doch sehr viel besser aussehen, um nicht bei jedem externen Schock wieder das Risiko negativer Preise aufkommen zu lassen. Kurzum: trotz besserem Wachstums- und Inflationsausblick wird die SNB morgen an ihrer Geldpolitik erstmal nichts ändern, EUR-CHF weiterhin beobachten, dabei hoffen, dass EUR-CHF weiter steigt, und nur bei einem Aufwertungsschock des CHF wieder aktiv am Devisenmarkt intervenieren.
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