
GBP: GBP-Händler blicken auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel. Nach den hektischen Verhandlungen vergangene Woche sieht alles danach aus, dass dort grünes Licht für Verhandlungen über die Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien gegeben wird. Wie mein Chef gestern erläuterte, ist das getreu dem Motto: „wer verhandelt, kann erfolgreich sein, wer nicht verhandelt, ist schon gescheitert“ zwar noch kein Grund für GBP-Stärke, aber auch kein Grund für weitere GBP-Schwäche. Für kurzfristige Richtungsimpulse im Pfund können die heutigen Inflationsdaten sorgen – zumindest bis zur nächsten Brexit-Schlagzeile. Denn von der Preisentwicklung dürfte abhängen, ob bzw. wie bald die Bank of England noch einmal die Zinsen anhebt. Und das ist ein entscheidender Faktor, der das Pfund während der stürmischen Brexit-Verhandlungen stabilisieren könnte. Eine höhere Inflation könnte vor diesem Hintergrund das Pfund stützen, weil die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der BoE steigt. Wir gehen jedoch davon aus, dass der vom schwächeren Pfund erzeugte Inflationsdruck zukünftig eher abnehmen wird und die Inflationsrate nicht weit über 3% steigen dürfte. Und damit erwarten wir an der Front vorerst auch keine größeren GBP-positiven Impulse. Das Schicksal des Pfundes wird letztendlich halt doch in den Brexit-Verhandlungen entschieden.

SEK: Zum Jahresende wird es für die SEK noch einmal richtig spannend. Denn die Riksbank steht am Scheideweg. Nachdem die Inflation in diesem Jahr zum 2%-Inflationsziel zurückgekehrt ist, hatte die Riksbank den Markt umsichtig darauf vorbereitet, dass sie sich langsam von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik abwendet, und wohl im Sommer 2018 eine erste, vorsichtige Zinserhöhung gerechtfertigt sein könnte. Nachdem Mitte November die Inflation zum dritten Mal in Folge enttäuschte und die Kernrate mit konstanten Hypothekenzinsen (CPIF) wieder unter das 2%-Ziel fiel, hat sich die Stimmung jedoch rapide gewandelt: EUR-SEK wurde auf über 9,90 katapultiert und handelte zuletzt sogar über der 10er Marke.
Ob sich EUR-SEK nachhaltig über dieser Marke festsetzen kann, dürfte nicht zuletzt von den heutigen Inflationsdaten für November abhängen. Enttäuschen diese erneut, wird sich der Markt immer mehr darauf einschießen, dass die Riksbank kommende Woche eben doch noch nicht den Weg für eine weniger expansive Geldpolitik frei machen wird, sondern eventuell sogar ihr Ende des Monats auslaufendes QE-Programm noch einmal (symbolisch) verlängern könnte. Denn die Riksbank hat in den vergangenen zwei Jahren immer wieder bewiesen, dass sie jederzeit bereit ist, vorbeugend aktiv zu werden, sollte das Inflationsziel wieder in Gefahr geraten. In meinen Augen ist das Risiko derzeit noch gering, dass die Riksbank wieder expansiver wird, was EUR-SEK-Niveaus über 10 längerfristig rechtfertigen würde. Denn erstens, geht die Riksbank bereits davon aus, dass die Inflationsrate aufgrund von Basiseffekten zwischenzeitlich zurückgeht, und zweitens sollte die aktuell schwächere SEK den unterliegenden Preisdruck unterstützen. Wir bleiben dabei, dass die schwedische Wirtschaft im europäischen Vergleich gut dasteht, was sich früher oder später in einer weniger expansiven Geldpolitik und einer graduell stärkeren SEK materialisieren sollte.
NOK: Auslöser für den gestrigen Sprung in EUR-SEK über die 10er-Marke waren außerdem enttäuschende norwegische Inflationsdaten, die der NOK selbst Verluste von über 1% verursachten. Dabei sollten sich NOK-Interessenten nicht in die Irre führen lassen. Trotz der schwächelnden Inflation könnte die Norges Bank auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Zeitpunkt für eine erste Zinserhöhung vorziehen. Denn die Norges Bank wird gezwungen sein, ihre Wachstumsprognose anzuheben. Sowohl die besser als erwartet laufende Konjunktur als auch die eher schwache NOK werden die Inflation zukünftig stützten. Wir sehen schon im kommenden Jahr Raum für eine erste Zinserhöhung und damit auch eine stärkere NOK.
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