
USD: Die Devisenmarkt-Reaktion auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag war ideales Anschauungsmaterial für die Art und Weise, wie der Markt momentan tickt. Zur Erinnerung: Die Zahl der im November neu geschaffenen Stellen – früher die wichtigste Zahl auf dem monatlichen Datenkalender jedes FX-Händlers – fiel mit 228 Tsd. deutlich höher aus, als die allermeisten Analysten erwartet hatten (Median 195 Tsd.). Die realwirtschaftlichen Daten hätten also eher eine USD-Aufwertung gerechtfertigt. In der Tat war die initiale Reaktion des Devisenmarktes aber: USD-Schwäche. Bis auf den Sonderfall USD-JPY war dieser Effekt dauerhaft. Seltsam? Nein, das ist es nicht. Denn der Arbeitsmarktbericht zeigte auch: Die Stundenlöhne stiegen deutlich langsamer, als erwartet worden war.
So schön die realwirtschaftliche Lage also erscheinen mag, der Bericht am Freitag hat Zweifel daran genährt, wie USD-positiv solche Fakten tatsächlich sind. Da mag es noch so gute makroökonomische Erklärungen geben, dem Devisenmarkt scheinen solche Argumentationen derzeit zu „theoretisch“ zu sein. Er hält an dem fest, was er in den Daten unmittelbar sieht (Abbildung in der pdf-Datei): Die Lohninflation springt trotz allseits rosigem Arbeitsmarkt noch nicht richtig an. Und damit sind die an sich so positiven Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt momentan kein Argument für den Markt, auf eine aggressivere Fed (und damit auf einen stärkeren Dollar) zu setzen.
Dass der Markt in den letzten Wochen seine Fed-Erwartungen nach oben korrigiert, hat offensichtlich – das zeigt die Marktreaktion am Freitag – nichts mit dem Zustand des US-Arbeitsmarktes zu tun. Hier dürfte eher die US-Steuerreform wirken. Würde die Senkung der Einkommensteuer den Konsum anfachen und würde die Senkung der Unternehmenssteuer die Investitionen beflügeln, wäre der Effekt – wegen der hohen Auslastung der US-Volks¬wirtschaft, der an der niedrigen Arbeitslosenquote abzulesen ist – vor allem inflationär. Die Steuersenkungen haben daher aus Marktsicht das Potenzial, der Fed Zinserhöhungs-Spielräume zu eröffnen. Entsprechend haben wir unsere EUR-USD-Prognose nach unten angepasst. Allerdings: So groß, wie einige konservative Politiker und Analysten uns weismachen wollen, dürfte der Nachfrageeffekt der Steuersenkung nicht sein. Wir bleiben moderate USD-Optimisten und haben den Tiefpunkt der EUR-USD-Prognose für 2018 auf das vorsichtige Niveau von 1,12 gelegt.
GBP: Was braucht der Devisenmarkt denn noch? Da hat er gute Nachrichten von den Brexit-Verhandlungen; da ist die Aussicht darauf, dass der EU-Gipfel diese Woche hinreichende Fortschritte attestiert, so gut, wie sie nur sein kann. Doch das Pfund kann davon gerade mal einen Tag lang profitieren. Schon am Freitag und auch heute Morgen im asiatischen Handel ist davon schon wieder nichts mehr zu spüren. Ich denke, die Mehrzahl der Marktteilnehmer stimmt meiner Sicht zu: Auch nach der politisch motivierten Einigung werden die Verhandlungen auf fachlicher Ebene weiterhin sehr schwierig bleiben. Der Symbolwert der jüngsten Einigung ist schön und gut. Und er rechtfertigt, dass wir keine neue Pfund-Schwäche sehen. Für eine nachhaltige Erholung der britischen Währung ist es aber noch viel zu früh.
XBT: In der Wochenzeitung Die Zeit gibt es die Rubrik „Prominent ignoriert“, in der Neuigkeiten vorgestellt werden, zu denen die Zeit-Journalisten bewusst nicht Stellung nehmen wollen. Unser „Prominent ignoriert“ ist der Bitcoin (XBT). Die XBT-Kursentwicklung der letzten Monate hat alle Anzeichen einer spekulativen Blase. Allerdings sagt diese Erkenntnis wenig über den unterliegenden Wert der Krypto-Währung. Doch ist die TagesInfo Devisen nicht der richtige Ort, darüber zu spekulieren. Commerzbank Research nimmt an anderen Orten dazu Stellung. Hier konzentrieren wir uns auf konventionelle Währungen. Das mag sich in Zukunft ändern, wenn XBT für hinreichend viele Leser dieser Publikation mehr wird als ein faszinierendes Kuriosum.
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