USD: Es tut sich was in Washington. Ein Government Shutdown konnte erneut verhindert werden (zumindest für die nächsten zwei Wochen). Es wurden wichtige Fortschritte bei der Steuerreform erzielt. Und nun will die Regierung Medienberichten zufolge als nächstes die von US-Präsident Donald Trump versprochenen Infrastrukturinvestitionen angehen. Kein Wunder also, dass der Markt in USD-positiver Stimmung ist. Die Leitlinien für ein entsprechendes Infrastrukturprogramm seien bereits skizziert worden und sollen schon im Januar vorgestellt werden. Doch wie zuvor die Gesundheitsreform und nun die Steuerreform dürfte auch dieser legislative Vorstoß keinesfalls ein Selbstläufer sein. Die ersten Skeptiker haben sich schon zu Wort gemeldet und sich insbesondere in Bezug auf die Budgetfrage kritisch geäußert. Trump hatte in seinem Wahlkampf Investitionen im Umfang von einer Billon USD in Aussicht gestellt. Gut, ein signifikanter Teil davon soll vor allem durch staatliche Anreize, und nicht nur durch Staatsausgaben, erzielt werden. Aber ganz ohne dass das US-Treasury in die eigene Tasche greifen muss, wird es wohl nicht gehen. Nur, woher nehmen wenn nicht stehlen? Schon bei der Steuerreform drehte sich der wichtigste Streitpunkt um eine Ausweitung des Haushaltsdefizits. So kurz danach signifikante Mehrausgaben für Infrastrukturinvestitionen durch den US-Kongress zu bringen, erscheint mir sehr ambitioniert. Ich sehe jetzt schon, wie sich bei den fiskalkonservativen Republikanern die Nackenhaare aufstellen.
Den US-Arbeitsmarktbericht will ich nicht vollkommen unerwähnt lassen. Doch wirklich nennenswerte Impulse würde ich mir davon nicht erhoffen. Der Blick wird sich zweifellos auf das Lohnwachstum und weniger auf das Beschäftigungsplus richten. Wir rechnen mit grundsätzlich robusten Zahlen, die einen Zinsschritt der Fed kommende Woche rechtferti-gen. Doch der Lohnzuwachs dürfte noch immer zu schwach bleiben, um die Unsicherheit am Markt in Bezug auf den Inflationsausblick vollkommen zu zerstreuen.
GBP: Aber nicht nur aus Washington, auch aus Brüssel und London sind zuletzt positive Signale zu vernehmen, die dem GBP Auftrieb verleihen. So wurde schon über Nacht berichtet, dass sich die EU-Kommission und die britische Regierung in der Irland-Frage geeinigt haben. Theresa May hat sich heute entsprechend in aller Frühe auf den Weg in die europäische Hauptstadt gemacht, um alles in trockene Tücher zu bringen. Die Chancen stehen gut, dass die EU-Regierungschefs bei ihrem Gipfel kommende Woche grünes Licht für die nächste Verhandlungsphase geben. Zumindest heute dürfte das Pfund von diesen positiven Nachrichten profitieren. Doch der nächste Streit in Sachen Brexit wird ohne Zweifel kommen. Noch können GBP-Bullen nicht aufatmen.
JPY: Seit einigen Tagen wird vermehrt auch in Japan über einen nahenden Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik diskutiert. So spekulieren einige Marktteilnehmer mittlerweile darauf, dass sich auch die Bank of Japan (BoJ) einer globalen Zinswende nicht entziehen können wird und sie in absehbarer Zeit ihr Renditeziel anheben könnte. BoJ-Chef Haruhiko Kuroda selbst hatte die Spekulationen angeheizt, in dem er zuletzt mehrfach auf die sogenannte Reversal Interest Rate“-Theorie verwiesen hatte. Ich persönlich tue mich schwer mit diesem Gedanken. Hatte sich Abenomics nicht eine erfolgreiche Reflationierung auf die Fahne geschrieben? Klar, die Inflation mag nicht mehr im negativen Bereich liegen. Doch von ihrem 2%-Ziel ist sie aktuell noch weit entfernt. Und den markbasierten Inflationserwartungen zufolge sind die wenigsten davon überzeugt, dass sich das in näherer Zeit ändert. Natürlich könnte die BoJ ihre Zinsen erhöhen, bevor die Inflation am Ziel ist. Nur, wenn die Inflation dann eben nicht weiter anzieht, riskiert sie vor allem eine deutliche Aufwertung des JPY. Niedrige Inflation und höhere Zinsen, was gibt es schließlich besseres für eine Währung? Die starke Währung wiederum würde erneut auf die Preise drücken. Viel gewonnen hätte die BoJ damit dann also nicht. Aber: Ich würde nicht ausschließen, dass die BoJ ihre Zinsen (sprich das Renditeziel) einmalig anhebt. Das würde ich dann aber als technische Anpassung werten und nicht als den Beginn eines Zinserhöhungszyklus.
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