EUR-USD: EUR-USD handelte heute früh genau dort, wo das Paar stand, als ich gestern heimging (1,1835). Es gibt aber auch keine spannenden Neuigkeiten. Klar, der US ADP Index, der heute veröffentlicht und gern als Indikator für den US Arbeitsmarkbericht zwei Tage später benutzt wird, kann, sollte er überraschen, heute Nachmittag für etwas Bewegung im USD sorgen. Bei den langfristigen Zinserwartungen geht es aber nicht um neu geschaffene Stellen, sondern darum, ob sich die niedrige Arbeitslosigkeit irgendwann in steigenden Preisen niederschlägt. Dies ist bislang nicht wirklich der Fall, denn es mangelt auch in den USA an starkem Lohndruck. Deshalb wird nächste Woche für den Devisenmarkt in erster Linie spannend, wie die FOMC-Mitglieder die Inflationsentwicklung einschätzen. Im Zuge dessen könnten die „Dots“, die Zinserwartungen der einzelnen Mitglieder, am längeren Ende etwas nach unten korrigiert werden, da bei vielen FOMC-lern in den letzten Wochen und Monaten Zweifel an einer nachhaltig steigenden Inflation aufgekommen sind. Das wiederum würde den Markt in seiner Sicht bestätigen, dass die Fed im kommenden Jahr eben doch nicht so oft den Leitzins anheben wird, wie sie signalisiert, und den Dollar unter Druck setzen. Eine Zinserhöhung durch die Fed nächste Woche ist hingegen fast vollständig eingepreist und wird deshalb keinen nennenswerten Einfluss auf den USD haben.
CAD: Nach zwei Zinserhöhungen im Sommer dürfte die Bank of Canada (BoC) auch auf ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr den Leitzins heute unverändert bei 1,25% beibehalten. Denn die Inflationsentwicklung bleibt unzulänglich. Zwar drücken einige temporäre Sonderfaktoren die Inflation, aber auch Kanada kann sich dem Phänomen einer global niedrigen Inflation trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung nicht entziehen. Eine Aufwertung des CAD – beispielsweise infolge anziehender Zinserhöhungserwartungen, sollte die BoC heute einen deutlich restriktiveren Wortlaut an den Tag legen – könnte zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Inflation ausüben. Der starke CAD belastet bereits den Exportsektor. Daher wird die BoC vermeiden wollen, restriktiver als die Fed zu erscheinen, um keine Aufwertung des CAD zu riskieren. Ein großes Risiko stellen außerdem die NAFTA-Verhandlungen dar. Bislang sind die Gespräche zwischen den USA, Kanada und Mexiko wenig konstruktiv verlaufen und bis ins Frühjahr 2018 verlängert worden. Die BoC sieht in einem möglichen Scheitern der Verhandlungen einen großen Unsicherheitsfaktor für die heimische Wirtschaft, die derzeit sehr gut läuft. Aufgrund der Unsicherheiten und Risiken wird die BoC heute ihre vorsichtige, nur leicht restriktive Grundhaltung beibehalten. Der CAD hat zwar Ende letzter Woche dank guter BIP- und Arbeitsmarktdaten gegenüber dem USD erheblich an Boden gewonnen. Aber die vorsichtige Haltung der BoC sollten weitere Gewinne des CAD schwer machen.
SEK: Jetzt übertreibt bitte nicht in EUR-SEK, Kinners. Ja, die psychologische 10-Marke ist natürlich attraktiv. Und ja, der Realzins in Schweden ist sehr niedrig. Aber die Wirtschaft brummt und die Riksbank wird ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende aller Voraussicht nach auslaufen lassen, was für eine stärkere Krone spricht. Natürlich ist die private Verschuldung in Schweden hoch. Aber ein kleiner Rückgang der Häuserpreise mit der Rückendeckung einer boomenden Wirtschaft heißt nicht gleich, dass das Schreckgespenst Immobilienkrise schon an die Haustür klopft. Denn eine allmähliche Normalisierung der Lage am Immobilienmarkt trägt letzten Endes gerade zur Reduzierung der Risiken bei, die alle Welt verlangt. Zugegebenermaßen muss die Riksbank vorsichtig agieren und darf nur sehr langsam die Zinsen anheben, um die Risiken für den privaten Sektor zu minimieren – nichts Anderes signalisiert sie ja auch. Kurzum: nicht gleich die Beine in die Hand nehmen in der SEK, auch wenn das die einfachere Lösung erscheint, vor allem mit Blick auf immer dünner werdende Märkte zum Jahresende hin. Für mich ist die SEK auf Niveaus um 10 in EUR-SEK einfach zu schwach bewertet und ich begrüße die Korrektur von gestern Nachmittag, weil sich Notenbankchef Stefan Ingves nicht besorgt über die leicht schwächeren Hauspreise zeigte und keinen besorgniserregenden Einbruch in den Preisen erwartet.
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