29.11.17, 10:22

Lass Worten Taten folgen, Jay!

EUR-USD: Wir müssen wohl leider auf die Taten warten, denn aus den Worten war wenig Neues herauszuhören: Jerome (Jay) Powell lavrierte sich gestern geschickt durch die Fragen der Senatsmitglieder, seiner Ernennung steht wohl nichts im Weg. Aber das, was zu hören war, ging eher in Richtung „weiter so“ mit der Geldpolitik der Fed. Powell sieht keine Überhitzung der US Wirtschaft, die Arbeitslosenquote könne noch weiter fallen, die Löhne signalisieren nicht, dass es am Arbeitsmarkt eng wird. Zur Zinspolitik wich Powell den Fragen oft aus. Er ließ sich nur zur Aussage hinreißen, dass die Geduld, mit der der Stimulus langsam zurückgefahren wurde, gut war. Es sei zwar Zeit, die Geldpolitik zu normalisieren, aber diese Politik habe bislang gut funktioniert. Dies ist ein klares Bekenntnis zur bislang langsamen Vorgehensweise der Fed. Für einen Dezemberzinsschritt verdichten sich laut Powell die Anzeichen, aber auch das ist nichts Neues für den Markt. Dieser Zinsschritt ist schon seit geraumer Zeit eingepreist. Kurzum: wirklich große Veränderungen in der Geldpolitik sind nach diesen Aussagen kaum zu erwarten, so dass es erst einmal auch keinen Grund für den Markt gibt, seine langfristigen Zinserwartungen anzupassen. Wir müssen einfach auf Jays Taten warten.

Heute spricht noch-Chair Janet Yellen vor dem Joint Economic Committe des Kongresses über den Ausblick für die US Wirtschaft. Was sie sagen wird, ist aber von immer geringerem Interesse für den Markt, schließlich nimmt sie bald ihren Hut. Klar, im Dezember wird sie noch einmal mit entscheiden und auch ihren „Dot“ (ihre Erwartung für die Zinsentwicklung) abgeben. Das wird dann ihr letzter Dot sein. Denn auf der Sitzung Mitte März wird sie nicht mehr im FOMC sitzen – sofern sie sich an ihre vor kurzem verkündete Entscheidung hält, mit der Abgabe des Chairs ganz aus dem FOMC auszuscheiden. Wichtig für den Markt ist sowieso nicht die Zinsanhebung im Dezember, sondern der langfristige Ausblick für die Zinsen. Und hier kann nach den zunehmenden Sorgen der FOMC-Mitglieder, dass die Inflation nicht nachhaltig anzieht, gut sein, dass sich die Dots am hinteren Ende etwas nach unten verschieben (siehe Abb. 1 auf Seite 2 in pdf-Version). Zwar ist der Markt sowieso deutlich vorsichtiger als die Fed, was die langfristigen Zinserwartungen anbelangt, aber trotzdem könnte eine Verschiebung der Dots nach unten dem Dollar zum Jahresende noch einmal einen kleinen Nackenschlag verpassen. Einen ersten Vorgeschmack könnte der PCE Index morgen geben. Enttäuscht er, wird der Markt noch stärker an der langfristigen Fed-View zweifeln und sich noch mehr in seiner eigenen Sichtweise bestätigt sehen.

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GBP: Es kommt offensichtlich Bewegung in Sachen Brexit. Angeblich haben sie die britischen und EU-Unterhändler über die Exit-Rechnung geeinigt, lassen einige Offizielle verlauten, ohne Details zu nennen. Es soll laut Medienberichten um 45-55 Mrd. EUR gehen, wobei der Zahlungshorizont mehrere Jahrzehnte umfassen wird. Legt Großbritannien wie von der EU erwartet am Montag auch einen Vorschlag vor, wie eine „harte Grenze“ zwischen Irland und Nordirland vermieden werden kann, wäre der Weg frei, dass die EU auf dem Gipfel Mitte Dezember „ausreichenden Fortschritt“ in den drei großen Grundfragen über den Austritt sieht, um endlich Gespräche über die zukünftige (Handels-)Beziehung mit dem Vereinigten Königreich beginnen zu können. Was der Markt darüber denkt, zeigt sich im Pfund: es legte auf die guten Nachrichten kräftig zu. Hoffen wir, dass sich diese am Ende auch wirklich bewahrheiten.

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SEK: EUR-SEK hat sich auf hohen Niveaus im Bereich von 9,90 eingependelt. Wenn der Markt davon ausgeht, dass in der Eurozone dank anhaltend guter Fundamentaldaten irgendwann die Inflation anzieht, und deshalb die Inflationserwartungen steigen, müsste er dies auch in Schweden erwarten. Denn dort brummt die Wirtschaft kräftig, wie die heutigen BIP-Zahlen für das dritte Quartal und die gute Stimmung in der Wirtschaft belegen werden. Tatsächlich haben auch die Inflationserwartungen in Schweden in den letzten Monaten angezogen. Der Krone hat‘s nicht viel gebracht, der negative Realzins drückt kräftig auf die Währung. Könnte sich das Bild bald drehen? Die Riksbank könnte ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende auslaufen lassen. Selbst ein etwas steilerer Zinspfad wäre möglich – schließlich kann die Krone etwas Aufwertung von aktuellen Niveaus durchaus verkraften. Aber ob sich der Rat dazu durchringen kann, ist sehr fraglich. Zu tief sitzt offensichtlich die Angst vor Deflation aufgrund einer Aufwertung der Krone, sollte sich ihre Geldpolitik zu stark von der der EZB entfernen – Inflation am Inflationsziel hin oder her. Das zarte Pflänzchen „steigende Inflationserwartungen“ möchte die Riksbank sicherlich keinesfalls im Keim ersticken. Außerdem belastet die zuletzt aufgekommene Angst vor einer Krise am Häusermarkt. Dennoch wäre es nur recht und billig, wenn die Krone nach guten Fundamentaldaten diese Woche (Freitag folgt noch der PMI) zumindest wieder ein klein wenig an Boden gut macht.

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