24.11.17, 10:25

Ein voller Bauch handelt nicht gern

EUR-USD: Plenus venter non studet libenter. Das gilt auch für den Devisenmarkt. Entsprechend dünn und ruhig ist der Handel in EUR-USD, denn die Händler New Yorks verdauen noch den Thanksgiving-Truthahn – wie vermutlich ebenfalls alle FOMC-Mitglieder. Viele werden auch heute den Händlertischen fern bleiben, so dass Impulse im USD Mangelware sein werden. Aber auch von der Euro-Seite ist heute leider wenig zu erwarten. Der deutsche Ifo Index dürfte – ähnlich wie die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone gestern – auf hohem Niveau verharren und Euro-Bullen in ihrer Meinung bestätigen. Aber zu enormen Gewinnen im Euro wird er wohl nicht führen. Schließlich weiß der Markt mittlerweile, dass es in der Eurozone wirtschaftlich gut läuft, wie auch das gestrige EZB-Protokoll von der Sitzung am 26. Oktober noch einmal hervorhob. Die Zinsen in der Eurozone werden zwar noch lange nicht angehoben werden. Aber es mehren sich kritische Stimmen im EZB-Rat rund um das Anleihekaufprogramm. Und genau darauf wird der Markt in Zukunft achten: gute Wirtschaftsdaten aus der Eurozone könnten die langfristigen Inflationserwartungen und damit den Euro weiter steigen lassen. Insbesondere gegenüber einem Dollar, der zusehends von den Zweifeln der FOMC-Mitglieder belastet wird, ob die Inflation mittelfristig wirklich stärker anzieht. Für heute gilt jedoch eher, dass der Handel in Ermangelung von Anwesenden und Ideen eher unspektakulär ausfallen und EUR-USD in einer engen Spanne verharren wird.

Produktidee: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV33R5 Bull EUR/USD Hebel: 10,6
CV33RG Bear EUR/USD Hebel: 10,4

SEK: Die SEK musste letzte Woche Dienstag eine Doublette einstecken: erst die guten BIP-Zahlen aus Deutschland, die dem Euro Auftrieb gaben, dann enttäuschende schwedische Inflationsdaten für Oktober (die Kernrate fiel von zuvor 2,3% auf 1,8%), die Zweifel an einer langsamen Normalisierung der Geldpolitik durch die Riksbank schüren. EUR-SEK stieg kurzzeitig über 10. Der dritte Schlag kam dann diese Woche. Denn ein altes Schreckgespenst hebt wieder sein Haupt, nachdem die Häuserpreise im September und Oktober nicht weiter gestiegen sind: die Immobilienkrise. Die Angst davor sitzt tief, denn Anfang der 90er Jahre durchlief Schweden eine schmerzhafte Immobilien- und Bankenkrise. Die Riksbank sah sich gestern zu einer Pressemitteilung genötigt. Laut Riksbank ist die hohe und weiter steigende private Verschuldung das größte Risiko für die schwedische Wirtschaft. Denn die Verschuldung – insbesondere zu variablen Zinsen – ist stärker als die Einkommen gestiegen. Die Haushalte sind daher besonders anfällig, sollten die Zinsen steigen oder die Hauspreise fallen. Aus diesem Grund unterstützt die Riksbank den Vorstoß der Finanzaufsicht, strengere Tilgungsvorschriften für Kredite einzuführen. Aber auch die Banken müssen laut Riksbank ausreichend Kapital und Liquidität vorhalten, da auch sie aufgrund ihres Verlustrisikos im Immobiliensektor anfällig sind. Langsamere Steigungsraten in den Hauspreisen aufgrund steigenden Angebots und steigender Hypothekenraten bewertet die Riksbank positiv, um die Entwicklung am Hausmarkt zu stabilisieren und den Anstieg der privaten Verschuldung zu dämpfen. Problem erkannt, Problem gebannt? Nicht ganz. Seit Jahren schon weist die Riksbank auf die steigende private Verschuldung aufgrund der niedrigen Zinsen hin. Aber Finanzaufsicht und Regierung sind verantwortlich für die Erarbeitung, Entscheidung und Durchsetzung von Regulierung im Immobiliensektor. Die Riksbank kann nur beratend tätig werden. Der erste Schock am Devisenmarkt ist zwar verflogen. Trotzdem wird EUR-SEK wohl erst einmal auf hohen Niveaus bleiben. Denn so, wie es aussieht, ist bis zum 20. Dezember, wenn der Notenbankrat über seine zukünftige Geldpolitik entscheiden muss, noch alles offen, vor allem auch, weil bis dahin auch die Inflationszahlen für November veröffentlicht werden. Kommen bis dahin keine überzeugenden Taten oder Worte seitens der Notenbanker, wird die Krone kaum gegenüber dem Euro an Boden zurückgewinnen können.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V4C Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5
Produktidee: Faktor-Zertifikate

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