USD: Von geldpolitischer Seite dürften bis Jahresende kaum noch Impulse für die USD-Wechselkurse ausgehen. So hatte selbst die oberste US-Notenbankerin Janet Yellen diese Nacht nichts Weltbewegendes zum geldpolitischen Ausblick zu erzählen. Wobei sie aufgrund ihres baldigen Ausscheidens aus dem Board of Governors der Fed ohnehin zunehmend als „lahme Ente“ angesehen werden dürfte. Stattdessen wären die Marktteilnehmer wohl vor allem an den geldpolitischen Ansichten ihres Nachfolgers Jerome Powell interessiert. Der fällt allerdings bisher vor allem durch seine Unauffälligkeit auf, was daran liegen mag, dass er sich bis zu seiner Amtsvereidigung kommendes Jahr noch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen will. Auch vom Protokoll der letzten FOMC-Sitzung, das heute Abend veröffentlicht wird, würde ich mir nicht viel erhoffen. Schließlich war schon aus dem Kommuniqué zu erkennen, dass sich die Einschätzung der US-Notenbanker im Vergleich zur September-Sitzung kaum verändert hat.
Die Risiken für den USD werden in den verbleibenden Wochen dieses Jahres wie es aussieht eher von Seiten der Politik ausgehen. So könnte beispielsweise der US-Kongress positiv überraschen und sich bis Jahresende doch noch auf eine Steuerreform einigen. Nachdem das Repräsentantenhaus seine Gesetzesversion bereits vorgelegt hat, scheint sich nun immerhin auch eine schnelle Einigung im Senat abzuzeichnen. Gestern Abend veröffentlichte dieser seinen Gesetzestext, über den die Senatoren schon innerhalb der nächsten 10 Tage abstimmen sollen. Im Anschluss daran setzen sich dann Vertreter beider Häuser zusammen, um die beiden Gesetzesvorlagen zu konsolidieren. Angesichts der massiven Differenzen dürfte dies zwar nicht weniger als eine Mammutsaufgabe sein. Doch sollte man den Willen der Republikaner, die mittlerweile einen legislativen Erfolg bitter nötig haben, vielleicht nicht unterschätzen.

SEK: Die schwedische Krone ist über die vergangene Woche ganz schön unter die Räder geraten. Doch für einen nachhaltigen Bruch der 10-Marke in EUR-SEK reichte es dann doch nicht, nicht zuletzt, da Riksbank Vize-Gouverneurin Kerstin af Jochnik der angeschlagenen Währung gestern zur Hilfe kam. Laut af Jochnik sei die aktuelle SEK-Schwäche nur temporär und ihr Ausblick sieht weiterhin eine stärkere Krone vor. Das mag sich zwar zunächst beruhigend anhören, doch muss man sich ja fragen, warum die Krone in den letzten Tagen überhaupt so stark abgewertet hat. Auslöser war zwar klar die EUR-Stärke nach den starken deutschen BIP-Daten vergangene Woche. Doch die Ursache für die ausgeprägte SEK-Schwäche dürfte meiner Ansicht nach vielmehr in den zuletzt enttäuschenden schwedischen Inflationszahlen liegen. So hatte sich die Krone über das vergangene Jahr vergleichsweise gut geschlagen, weil sich die Inflation in Schweden erfreulich entwickelt hatte. Im Juli lag das von der Riksbank bevorzugte Inflationsmaß mit 2,4% sogar deutlich über dem Inflationsziel der Notenbank. Das wiederum hatte die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung der Geldpolitik seitens der Riksbank geschürt. Doch der positive Inflationstrend ist in den letzten Monaten ins Stocken geraten, womit eben genau diese Hoffnung zerstört wurde. Dazu kommt: Ohne Aussicht auf baldige Zinserhöhungen der Riksbank ist die SEK nüchtern betrachtet aufgrund ihres niedrigen Zinsniveaus überaus unattraktiv. So liegt der Leitzins bei -0,50%. Durch den Inflationsanstieg über das vergangene Jahr wurde der Realzins damit tief in den negativen Bereich gedrückt. Es liegt nun entweder an der Notenbank, oder an der Inflationsentwicklung, den Trend in der Krone wieder zu drehen.
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