EUR: Große Auswirkungen auf die Wirtschaft wird die Hängepartie in der deutschen Politik nicht haben. Aber sie drückt aufs Gemüt der Marktteilnehmer. Nach dem Schock von Montagnacht konnte sich der Euro gestern im europäischen Handel zwar schnell wieder erholen, aber New York sieht die Entwicklung doch etwas skeptisch, so dass EUR-USD seit gestern Abend wieder im Bereich von 1,1740 handelt. Unsicherheit mögen Märkte eben nicht. Heute wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit FDP-Chef Christian Lindner und morgen mit SPD-Chef Martin Schulz sprechen, um doch noch eine Regierungsbildung zu ermöglichen. Gelingt dies nicht, bleibt neben Neuwahlen noch die Möglichkeit einer Minderheitsregierung. Über die Ängste vor politischer und wirtschaftlicher Instabilität durch eine Minderheitsregierung können die Schweden nur lachen – sie kennen fast nichts Anderes. Aber der Markt wünscht sich natürlich in der größten Volkswirtschaft Europas eine stabile Mehrheitsregierung mit Planungssicherheit. Solange die Hängepartie in Berlin anhält, wird der Markt den Euro daher wohl erst einmal meiden. Zumal EZB Präsident Mario Draghi bei seinem Erscheinen vor dem Europäischen Parlament gestern keine neuen Erkenntnisse und damit keine neuen Impulse von Seiten der Geldpolitik für den Euro liefern konnte. Er bleibt dabei: die Zinsen werden noch sehr lange sehr niedrig sein. Insofern werden in der nahen Zukunft erst einmal alle Augen auf die deutsche Politik gerichtet bleiben. Und das heißt eben – gute Wirtschaft hin oder her – leicht gedrückte Stimmung im Euro.
USD: Noch ein weiteres Thema wird uns in den kommenden Monaten beschäftigen: die Neubesetzung der Posten im Board of Governors der Fed. Noch-Chair Janet Yellen hat klar gemacht, dass sie aus dem Board ausscheiden wird, wenn ihr Nachfolger Jerome Powell im Februar als neuer Chair vereidigt wird. Damit werden dann im Februar 4 von 7 Plätzen im Board frei sein, die US Präsident Donald Trump neu besetzen kann. Je nach Ausrichtung der Neuzugänge könnte der Dollar auf- oder abwerten, wenn der Markt auf eine mehr oder weniger restriktive Fed spekuliert. Sollte John Taylor beispielsweise als Vize doch noch ins Board einziehen, würde der Markt wohl wieder mittel- bis langfristig stärker steigende Zinsen einpreisen und der Dollar entsprechend steigen.
CAD: Da wird die Bank of Canada (BoC) geschluckt haben, als sie am Freitag die Inflationszahlen für Oktober sah. Denn diese sanken von 1,6% auf 1,4% gegenüber Vorjahr. Die verschiedenen Maße der Kerninflation gaben ebenfalls leicht nach und rangieren nun zwischen 1,5% und 1,7%. Insofern hat es schon seine Berechtigung, wenn bei der Zinssitzung im Oktober die Inflation an die erste Stelle im Statement gerückt ist. Die BoC rechnet damit, dass die Inflation erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 auf das Inflationsziel von 2% zurückkehren wird. Noch spricht der unterliegende Trend nicht dagegen. Aber er sollte sich nicht abschwächen, ansonsten könnte der Markt zum Schluss kommen, dass die beiden Zinserhöhungen dieses Jahr um jeweils 25 Basispunkte auf nunmehr 1,0% ein Politikfehler gewesen sein könnten. Die Reaktion des Marktes auf die Inflationszahlen am Freitag war ein erster Vorgeschmack auf das, was dies für die Währung bedeuten könnte: dass die auf Basis des guten Wachstums restriktive Grundhaltung der BoC trotz aller Vorsicht, die sie noch verbal in ihrem Statement walten lässt, den CAD gehörig unter Druck setzen könnte. Noch ist es nicht so weit, die BoC kann noch ein, zwei Inflationsdaten abwarten. Hoffen wir aber, dass die NAFTA-Verhandlungen sich nicht als zusätzlicher Hemmschuh für den CAD erweisen. Die wirklich kontroversen Themen wurden in der fünften Runde, die seit letztem Mittwoch lief und heute endet, aber sowieso nicht angesprochen. Kanadischen Regierungskreisen zufolge soll es angeblich generell zu keinem Ergebnis kommen, wenn die USA nicht von einigen Positionen erheblich abweichen. Insofern dürfen wir heute nicht mit konkreten Ergebnissen, sondern nur mit einer Vertagung der großen Streitpunkte rechnen. Alles in allem keine guten Gründe, derzeit verstärkt in den Loonie zu gehen.
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