20.11.17, 08:50

Ausgeschwampelt

EUR: Das Scheitern der Koalitionsverhandlungen in Berlin hat den Euro belastet. Von Niveaus nahe 1,1800 rutsche der Wechselkurs im asiatischen Handel auf unter 1,1740. Diese Bewegung ist signifikant, aber nicht dramatisch (Abbildung 1 im pdf-Dokument). Und vor allem: Es ist – angesichts typischerweise relativ geringer Liquidität am Montagmorgen in Asien – erst einmal eine vorläufige Bewertung der Ereignisse durch den Markt. Wie es politisch in Berlin weitergeht, kann man heute Morgen nur schwer beurteilen (siehe u.a. die Analyse unseres Chefvolkswirts, die heute Morgen veröffentlicht wird). Jedoch ist das momentan gar nicht das Thema am Devisenmarkt. Auftrieb hatte Europas Gemeinschaftswährung in letzter Zeit (anders als in der Phase nach den französischen Präsidentschaftswahlen) weniger von europapolitischen Phantasien erhalten. Aus dieser Richtung kam zuletzt nichts nennenswert Neues. Die jüngste Euro-Stärke dürfte eher den guten Konjunkturdaten geschuldet sein, die trotz aller taubenhaften Töne der EZB langfristige Hoffnung auf ein Ende der ultra-expansiven Geldpolitik nähren. Daran ändert sich nichts – egal, ob in Berlin eine Minderheitsregierung kommt oder Neuwahlen anstehen. Im Übrigen ließ die Euro-Euphorie schon ab Donnerstag nach. Daher kann es durchaus sein, dass die morgendliche EUR-Schwäche weitere EUR-Verkäufe auslöst. Das Scheitern der Berliner Koalitionsverhandlungen wäre dann freilich Verstärker und nicht Ursache dieser Entwicklung.

USD: In den letzten Tagen kam nicht viel Neues zum Thema „US-Steuerreform“. Die Marktteilnehmer können diese Verschnaufpause nutzen, um sich klarzumachen, wie sie die vorliegenden Pläne fundamental beurteilen. Defizit-finanzierte Steuersenkungen können – wenn sie vom Markt als hinreichend wachstumsfördernd aufgefasst werden – durchaus die Nachfrage nach US-Assets steigern. Das müssen sie aber auch, damit der Gesamteffekt positiv für den Greenback ausfällt. Sonst bleibt nämlich als Effekt entweder
• eine noch schnellere Verschuldung der US-Volkswirtschaft gegenüber dem Rest der Welt (Abbildung 2 im pdf-Dokument), die USD-Investitionen nur dann noch attraktiv erscheinen lässt, wenn der Dollar billig (d.h. schwach) notiert, oder

• gar nichts (wenn die Steuerersparnis komplett in höhere Investitionen in US-Treasuries fließt).

Letztendlich kommt es somit darauf an, ob der Markt die Steuerpläne als förderlich für mittel- bis langfristiges US-Wirtschaftswachstum beurteilt. Ein wenig mag das der Fall sein. Allzu euphorisch scheint mir aber kaum niemand zu sein. Daher warne ich vor übertriebenem USD-Optimismus.

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