
EUR: Zunächst setzte sich gestern der Höhenflug von Europas Gemeinschaftswährung fort, und der EUR-USD-Kurs notierte zeitweise über 1,1850. Doch konnte sich der Wechselkurs letztendlich nicht über der 1,18-Marke halten. Ist der Rückgang nur eine Verschnaufpause in einer sich weiter fortsetzenden EUR-Rallye oder ist das die Trendwende? Die Antwort darauf hängt vor allem davon ab, ob der EUR-Höhenflug der letzten Tage als gerechtfertigt aufgefasst wird oder nicht. Viele Analysten taten sich schwer, die EUR-Stärke der letzten Tage zu interpretieren. Zwei Dinge sind klar: (1) Es war eine reine EUR-Stärke, nicht etwa USD-Schwäche. Gegenüber anderen Währungen handelt die US-Währung seit Ende Oktober seitwärts (Abbildung 1 in pdf-Datei). Und (2): Die deutschen BIP-Zahlen vom Dienstag waren bestenfalls Auslöser der Bewegung, keinesfalls deren Ursache oder fundamentale Rechtfertigung. Doch muss man sich auch klarmachen, dass vielen Marktteilnehmern der Euro attraktiv erscheinen dürfte. Klar, auch im nächsten Jahr wird es keine EZB-Zinserhöhung geben. Das haben Europas Währungshüter mit ihrer QE-Verlängerung hinreichend deutlich gemacht. Aber dennoch erscheint das ab Januar reduzierte QE-Volumen dann als Anfang vom Ende der ultra-expansiven EZB-Geldpolitik, wenn man annimmt, dass (a) die konjunkturelle Erholung im Euroraum weitergeht – und dafür spricht momentan alles! – und (b) diese langfristig zu höherer Inflation führt. An letzterer Prämisse zweifelte der Markt lange, doch seit Frühsommer ziehen die langfristigen Euroraum-Inflationserwartungen peu à peu an (Abbildung 2 in pdf-Datei). Daher werden gute realwirtschaftliche Daten aus dem Euroraum wieder relevant – auch die, die in der Vergangenheit aufgrund der Zweifel an ihrer inflationären Wirkung ignoriert wurden. Somit hatte EUR-USD Nachholbedarf, der sich – so ist’s manchmal am Devisenmarkt – plötzlich entlud. Es ist schwer zu sagen, ob diese Bewegung mit den jetzigen Niveaus schon abgeschlossen ist. Zumindest sind die im Vergleich zum Wochenanfang hohen EUR-USD-Niveaus aber m.E. gerechtfertigt. Einen Absturz zurück in den mittleren 1,16er-Bereich halte ich für wenig wahrscheinlich…
USD: …zumal auch von der USD-Seite dem EUR-USD-Wechselkurs wenig Ungemach droht. So stimmt Chicago-Fed-Chef Charles Evans in den Chor derjenigen US-Währungshüter ein, die sich besorgt darüber zeigen, dass Erklärungen für die enttäuschend niedrige US-Inflation fehlen. Das ist eine Erinnerung an all diejenigen, die zuletzt allzu sehr auf Fed-Personalien fokussiert waren: Auch in der Ära nach Fed-Chair Janet Yellen und Vize Stan Fischer gibt es starke Stimmen im FOMC, die die diskretionäre Geldpolitik fortsetzen wollen. Solange aber die Fed so agiert, wird der Markt sich schwertun, einen Zinserhöhungszyklus einzupreisen. Denn im Gegensatz zum Euroraum ist in den langfristigen marktbasierten Inflationserwartungen für die USA alles andere als ein Aufwärtstrend erkennbar. Addieren Sie zum Gesagten noch das Enttäuschungspotenzial, welches droht, wenn die US-Steuerreform im Streit der Republikaner im Kongress-Hick-Hack stecken bleibt und Sie erhalten sogar Argumente für noch höhere EUR-USD-Kurse – dann aber aufgrund von USD-Schwäche, statt wie bisher aufgrund von EUR-Stärke.
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