14.11.17, 08:45

Zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben

G10-Währungen: Heute trifft mit der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen, EZB-Präsident Mario Draghi, Bank of England Gouverneur Mark Carney sowie Bank of Japan Gouverneur Haruhiko Kuroda das ganz große geldpolitische Kaliber in einer Podiumsdiskussion aufeinander. Thema der Diskussion: Herausforderungen und Chancen der Kommunikationspolitik von Zentralbanken. Keine schlechte Gelegenheit, um eine Bilanz zu ziehen. Die US-Notenbank schneidet dabei vergleichsweise schlecht ab. Denn sie signalisiert nun bereits seit Langem, dass sich die Inflation normalisieren werde und sie deswegen ihre Zinsen weiter erhöhen werde. Doch obwohl sie ihren Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal erhöht hat und ein weiterer Zinsschritt im kommenden Monat nahezu voll eingepreist ist, glaubt die Mehrheit der Marktteilnehmer noch immer nicht an den von der Fed in Aussicht gestellten Zinserhöhungszyklus. Stattdessen preisen sie für das Jahr 2018 und 2019 gerade einmal 2 ½ weitere Zinsschritte ein. Für den Dollar zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben. Doch dieses Problem ist keinesfalls nur auf die USA beschränkt. Auch in etlichen anderen Ländern rechnet der Markt entweder mit gar keiner Zinswende in absehbarer Zeit (Japan) oder wenn überhaupt nur mit homöopathischen Zinserhöhungen (UK). Grund für diese pessimistische Sicht ist natürlich der unsichere Ausblick, allen voran bei der Preisentwicklung. Hier ist der Markt insbesondere skeptisch, nachdem sich die Inflation in den letzten Jahren nicht wie von den Notenbanken vorhergesagt deutlich verstärkt hat. Für den Devisenmarkt hat das wichtige Implikationen. So sind doch die Zinsen die wichtigsten Treiber der Wechselkurse. Doch da der Markt nicht daran glaubt, dass sich diese in nächster Zeit wesentlich verändern werden und dazu, wie aktuell, noch andere nennenswerte Impulsgeber (z.B. auf politischer Ebene) fehlen, ist die Volatilität bei den Wechselkursen zuletzt spürbar gefallen. Zumindest auf kurze Sicht dürfte sich diese Flaute fortsetzen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

SEK: Was die Preisentwicklung anbelangt kann sich die schwedische Riksbank auf den ersten Blick nicht beschweren. Denn im Gegensatz zur Teuerung in den meisten anderen Industrieländern ist die Inflation in Schweden nicht nur zum Ziel von 2% zurückgekehrt, sie hat es sogar jüngst leicht überschritten. Trotzdem gaben sich die schwedischen Notenbanker auch in ihrer letzten Sitzung noch überaus vorsichtig. Da die Inflation über eine lange Phase nahe Null lag, wollen sie nichts riskieren und nehmen offensichtlich lieber in Kauf, dass die Inflation überschießt, als dass sie noch einmal in Richtung Nulllinie fällt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass sie in der Vergangenheit eine zu hohe Inflation durchaus erfolgreich bekämpfen konnten. Dagegen hielt die jüngste Niedriginflationsphase weitaus länger an als ihnen lieb war. Dazu hat die Riksbank klar gemacht hat, dass sie nicht zu stark von der Geldpolitik der EZB abweichen wolle, um eine zu starke Aufwertung der Krone gegenüber dem Euro zu verhindern. Diese Botschaft scheint am Markt angekommen zu sein. Die SEK handelt seit der Sitzung schwächer. Doch je stärker die Inflationsentwicklung in Schweden und in der Eurozone divergiert, desto schwerer dürfte es für die Riksbank sein, an dieser Strategie festzuhalten. Vor diesem Hintergrund kommt den heutigen Preisdaten eine wichtige Rolle zu. Denn sollten sie stärker ausfallen, könnte die Riksbank sich zukünftig etwas offener gegenüber einer Aufwertung der Krone zeigen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V4C Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5

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