
EUR-USD: Die Tatsache, dass vor dem Frühjahr wohl keine Steuerreform in den USA kommen wird, drückt leicht auf den Dollar. Abgesehen davon sind Impulse Mangelware. Der Markt schielt zwar mit einem Auge auf den Asienbesuch von US Präsident Donald Trump. Aber zuletzt waren von ihm kaum knackige Kommentare zu den Themen Nordkorea oder US Handelsbilanzdefizit mit China zu hören, die eine Marktreaktion verdient hätten. Die Chemie zwischen ihm und Chinas Präsident Xi Jinping stimmt, so Trump nach einem Treffen. Er findet die aktuellen Handelspraktiken zwar unfair und einseitig, aber er gibt nicht China die Schuld für das große US Handelsbilanzdefizit, sondern der vorherigen US Regierung. Das Problem sei nach wie vor groß, aber eine Lösung sei laut Trump und Xi möglich. Das sind eher milde Töne seitens des US Präsidenten. Zudem kam es bereits im Vorfeld des Besuchs zum Abschluss einiger großer Geschäfte zwischen amerikanischen und chinesischen Unternehmen. Kein Grund also für Besorgnis und daher erhöhte Aktivität am Devisenmarkt. Auch die FOMC-Mitglieder sind dieser Tage leider nicht sehr redefreudig. Dem Devisenmarkt fehlen infolgedessen konkrete Anhaltspunkte für ausgeprägte Bewegungen. Ich befürchte, dass sich daran angesichts des überschaubaren Datenkalenders (heute US Erstanträge Arbeitslosenunterstützung, morgen Verbrauchervertrauen Universität Michigan) nicht viel ändern wird. Das Economic Bulletin der EZB oder die Herbstprognosen der EU Kommission, die beide heute veröffentlicht werden, dürften auch keinen vom Hocker reißen, schließlich ist die vorsichtige Gangart der EZB mittlerweile eingepreist, gute Fundamentaldaten hin oder her. Es sieht leider so aus, als würde EUR-USD sich jetzt schon lustlos im Bereich von 1,16 in ein trübes Novemberwochenende verabschieden.
GBP: Es brodelt innerhalb der britischen Regierung. Nachdem letzte Woche Verteidigungsminister Michael Fallon seinen Hut nehmen musste, hat nun Premierministerin Theresa May Entwicklungsministerin Priti Patel von einer Auslandsreise überraschend nach London zurückbeordert und verlangt, dass sie ihr Amt niederlegt. Der Vorwurf: sie hat eine Reihe von nicht abgesprochenen Gesprächen geführt hat. Die Zerrissenheit innerhalb der Regierung und der augenscheinliche Kontrollverlust Mays über ihre Minister machen die Gespräche mit der EU, die heute wieder aufgenommen werden, nicht einfacher. Wie möchte man nach außen hin effizient und geschlossen verhandeln, wenn man sich im Inneren gegenseitig nahezu zerfleischt? Für mich dominieren deshalb weiterhin die Abwärtsrisiken im Pfund, vor allem, wenn sich zu dieser Gemengelage auch noch schwache Wirtschaftsdaten gesellen.
SEK: Es wird schon spannend, was die Riksbank im Dezember machen wird. Ob sie das Anleihekaufprogramm auslaufen lässt oder angesichts der weiterhin sehr expansiven EZB doch noch einmal aufstockt. Bereits im April war nur mit der ausschlaggebenden Stimme von Notenbankchef Stefan Ingves die kleine Aufstockung im Rat über Mitte 2017 hinaus bis Jahresende beschlossen worden. Eine lebhafte Diskussion wird es wohl diesmal auch geben. Das Protokoll der letzten Zinssitzung vom 26. Oktober, das heute veröffentlicht wird, könnte erst Hinweise darauf geben, wie sich die einzelnen Ratsmitglieder positionieren. Ingves war bisher die größte Taube im Rat gewesen. Er möchte unbedingt vermeiden, dass die Krone zu stark aufwertet, wenn die Geldpolitik der Riksbank zu sehr von der der EZB abweicht. Cecilia Skingsley betonte am Dienstag, die Riksbank sei nicht ein Anhängsel der EZB und ein freundliches Umfeld – die Inflation liegt fast auf dem Inflationsziel – könne eine gewisse Abweichung von der EZB-Politik erlauben. Martin Flodén sieht die Inflation auf „recht guten“ Niveaus. Diese Äußerungen sprechen zumindest dafür, dass die beiden Ratsmitglieder im Dezember ein Ende der Anleihekäufe unterstützen werden, zumal EUR-SEK Niveaus über 9,70 sicherlich Spielraum für eine gewisse Aufwertung der Krone einräumen.
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