
EUR: Die EZB dürfte an sich zufrieden sein. Denn ihr ist es gelungen, ihr Anleihekaufpro-gramm weiter zurückzufahren, ohne dass dies größere Verwerfungen an den Märkten – d.h. ein starker Anstieg der Renditen und der Euro-Wechselkurse – ausgelöst hat. Der Euro hat sogar im Zuge der Sitzung vor zwei Wochen nachgegeben, was den Notenbankern entgegenkommen dürfte. Schließlich entwickelt sich die Inflation nach wie vor enttäuschend, weswegen sie es auch für notwendig hält, an einer expansiven Geldpolitik festzuhalten. Diese Botschaft scheint am Markt angekommen zu sein. Denn der hatte zuvor offensichtlich mit einem schnelleren Zurückfahren der Anleihekäufe gerechnet, bzw. mit Hinweisen darauf, dass das Anleihekaufprogramm in absehbarer Zeit enden könnte. Doch diese Erwartung hat die EZB herbe enttäuscht. So wurde kurz nach der Sitzung bekannt, dass sich einige Ratsmitglieder dafür eingesetzt hatten, einen „klaren Ausstieg“ zu signalisieren, sprich ein Ende des Anleihekaufprogramms festzulegen. Stattdessen stimmte die Mehrheit dafür, das Ende offen zu lassen. Jüngsten Berichten zufolge hatten die Ratsmitglieder Benoît Cœuré, Franςois Villeroy de Galhau sowie Jens Weidmann zudem vorgeschlagen, die sogenannte „Forward Guidance“ für das Anleihekaufprogramm zu verallgemeinern. So ist im Presse-Kommuniqué festgehalten, dass die Käufe so lange fortgesetzt werden, bis der Rat der Meinung ist, dass die Inflation auf einem nachhaltigen Aufwärtstrend ist. Die drei genannten Ratsmitglieder wollten nun nicht mehr „nur“ die Anleihekäufe, sondern den allgemein expansiven Grad der Geldpolitik an den Inflationsausblick binden. Auch dies hätte es ermöglicht, den Weg hin zu einem Ende des Kaufprogramms zu ebnen. Schließlich hätten die Notenbanker die Käufe dann stoppen können, auch wenn die Inflation noch nicht stark genug gestiegen wäre und hätten argumentieren können, dass die Geldpolitik aufgrund des niedrigen Zinsniveaus insgesamt noch expansiv sei. Doch selbst auf diese Änderung ließen sich die Tauben im EZB-Rat nicht ein. Abgesehen von der Verringerung des monatlichen Kauf-volumens ließen sie damit keinerlei Signal zu, das auf ein baldiges Ende der Anleihekäufe hätte hindeuten können. Das hat wichtige Implikationen für den Devisenmarkt. Schließlich hat die EZB klar gemacht, dass die Zinsen erst lange nach dem Ende des Anleihekaufprogramms steigen werden. Solange also ein Ende der Anleihekäufe nicht in Sicht kommt, rückt auch eine erste Zinserhöhung immer weiter in die Ferne. Eine schlechte Nachricht für EUR-Bullen.
Holen Sie sich das Marktgeschehen in die Hosentasche!
Sie sind immer auf der Suche nach spannenden Kapitalmarktthemen und aussichtsreichen Marktentwicklungen? Aber Sie haben keine Zeit um stets den gesamten Markt zu überblicken und nach den neusten Anlagelösungen zu suchen? Unser innovativer Service ist die Lösung!
Mit unserem neuen WhatsApp-Newsletter informieren wir Sie direkt aus dem Handelssaal der Commerzbank immer über die aktuellsten Marktentwicklungen. Wir machen Sie auf alle wichtigen Börsenereignisse aufmerksam udn senden Ihnen passende Analysen.
Melden Sie sich jetzt kostenlos an und holen Sie das Marktgeschehen auf Ihr Smartphone!
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.