01.11.17, 08:55

Bei wem drückt Donald den Buzzer?

USD: Die Zinsentscheidung der Fed an sich wird heute Abend ein Non-Event werden, da sich an der Einschätzung des FOMC zur Lage nichts geändert hat. Es gibt weder neue Projektionen noch eine Pressekonferenz. Bis auf einige marginale Anpassungen im Statement dürften keine Veränderungen anstehen. Der Markt dürfte die Sitzung daher kaum mehr als mit einem Benign Neglect verfolgen. Viel spannender ist, bei welchem Kandidaten für den Fed-Vorsitz Präsident Donald Trump diese Woche den Buzzer drücken wird. Morgen sollen wir es wohl endlich erfahren. Der derzeitige Favorit Trumps ist angeblich Jerome Powell, der seit 2012 im Board of Governors sitzt. Er ist bislang wenig in Erscheinung getreten, was Aussagen zur Geldpolitik anbelangt, und daher nicht einfach für den Markt einzuschätzen, gilt aber wohl eher als Vertreter des bisherigen Kurses. Das hieße, dass es auf absehbare Zeit keine bedeutsamen Änderungen in der Vorgehensweise der Fed gibt und der Markt keinen Grund hat, seine langfristigen Zinserwartungen anzupassen. Ich würde die Wahl Powells für den Dollar deshalb kurzfristig als leicht negativ einschätzen. Mittelfristig kommt es aber darauf an, wie Trump die anderen freien Plätze im Board – immerhin drei von insgesamt sieben – besetzen wird, so dass es dann wieder ganz anders für den Dollar aussehen kann. Stay tuned.

Eine weitere Sache wird heute auch noch die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich ziehen. Denn angeblich soll Kevin Brady nach monatelanger geheimer Ausarbeitung endlich die Pläne für die große Steuerreform vorlegen. Wenn er den engen Zeitplan seines Vorgängers Paul Ryan einhalten möchte, muss er bis Thanksgiving (23. November) sein „Committee of Ways and Means“ (vergleichbar mit dem Haushaltsausschuss) und den Kongress von seinen Plänen überzeugen, um Präsident Trump noch vor Jahresende eine Gesetzesvorlage zur Unterschrift vorlegen zu können. Ein sehr ambitionierter Zeitplan. Geplant sind eine Senkung der Körperschaftssteuer von 35% auf 20% und Steuersenkungen für die breite Allgemeinheit. Gleichzeitig müssen aber auch Steuerschlupflöcher gestopft werden, um ein Aufblähen des Haushaltsdefizits über die vereinbarten 1,5 Bio. USD und damit Gegenwind aus den Reihen der Abgeordneten zu vermeiden. Das Congressional Budget Office (CBO) wird hier ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben. Außerdem ist unwahrscheinlich, dass Repräsentantenhaus und Senat ohne langwierige Diskussionen der Vorlage zustimmen werden. Vor dem Frühjahr nächsten Jahres wird es wohl nix mit der Steuerreform. Hier kurzfristig etwas sehr Positives für den Dollar abzuleiten, fällt mir dann doch schwer.

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GBP: Nicht dank der anstehenden Zinserhöhung durch die Bank of England (BoE) morgen kann das Pfund zulegen. Denn diese ist seit den guten britischen BIP-Zahlen letzte Woche sowieso schon eingepreist. Aber es scheint sich etwas an der Brexit-Front zu tun. Nachdem der Chefunterhändler der EU Michel Barnier gestern verlauten ließ, er sei bereit, die Verhandlungen zu beschleunigen, und würde nach Terminen mit der britischen Delegation suchen, signalisiert nun auch der britische Brexit-Minister David Davis ein gewisses Entgegenkommen, was den Streitpunkt „Austrittsrechnung“ anbelangt. Er räumt ein, dass die Austrittsvereinbarung wahrscheinlich die EU begünstigen wird, was „das Geld“ (sprich die Rechnung) anbelangt, aber dass die zukünftige Beziehung beiden Seiten gleichermaßen zu Gute käme. Bislang war von der britischen Regierung stets zu hören gewesen, die Rechnung könne erst gestellt werden, wenn auch die zukünftige Beziehung klar sei. Beim Geld hört die Freundschaft bekanntermaßen auf, weshalb sich die EU bisher entsprechend hart zeigte. Zwar wartet die EU nach wie vor auch noch auf Details zu den britischen Vorstellungen, was die Grenze mit Irland und die Bürgerrechte anbelangt. Aber zumindest tut sich eine kleine Tür auf. Nächste Woche Donnerstag werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Hinter den Kulissen brodelt es in London allerdings weiter, denn intern scheint sich die Regierung nach wie vor nicht über den Kurs einig zu sein. Die aktuelle Pfund-Rally ist meines Erachtens daher mit Vorsicht zu genießen.

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CAD: Eigentlich läuft es ganz gut in Kanada. Das werden der Einkaufsmanagerindex heute oder auch der Arbeitsmarktbericht am Freitag untermauern. Allerdings enttäuschte das Wachstum im August, so dass der CAD gestern deutlich abgestraft wurde. Die Bank of Canada (BoC) blieb letzte Woche vorsichtig, nachdem sie dieses Jahr bereits zweimal den Leitzins um 25 Bp angehoben hat. Die Inflation rutschte im Statement der BoC jetzt an erste Stelle, denn diese bewegt sich nach wie vor am unteren Ende ihres Zielbands. Die NAFTA-Verhandlungen – die nächste Runde beginnt am 17. November – bergen laut BoC zudem ein großes Risiko für den Wachstumsausblick. Insofern wird sie sich mit weiteren Zinserhöhungen erst einmal zurückhalten. Da die Fed im Dezember aber noch einmal nachlegen dürfte, bedeutet dies, dass der CAD dem Dollar nicht viel entgegenzusetzen hat. Der Markt wird es sich wohl nicht nehmen lassen, über kurz oder lang die 1,30-Marke in USD-CAD zu testen.

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