Das Währungspaar EUR/USD zeigte sich zur Vorwoche zwar relativ unverändert, oszillierte jedoch innerhalb einer relativ breiten Handelsspanne von 1,1740 bis 1,1850. Zum Wochenstart konnte der USD zunächst starke Zugewinne erzielen und EUR/USD verlor zwischenzeitlich sogar die Marke von 1,18. Die überzeugenden US-PMI für die Verarbeitende Industrie und den Dienstleistungssektor waren hierfür ursächlich. Da die Eurozone jedoch in den Folgetagen ebenfalls mit äußerst positiven Stimmungsindikatoren überzeugte (u.a. Ifo-Index und Markit PMI für das Verarbeitende Gewerbe) und die EZB-Sitzung in den Marktfokus geriet, gewann das Währungspaar alte Höhen zurück. In der kommenden Woche sollten die Marktteilnehmer der Veröffentlichung der US-BIP-Wachstumszahlen für das dritte Quartal (27.10.), den US-ISM-Indizes sowie der Fed-Entscheidung (beide 01.11.) besondere Beachtung schenken.
EUR/GBP notiert momentan bei 0,8922 und büßt damit 0,3 % im Vergleich zur letzten Berichtswoche ein. Zunächst wurde das Pfund dank der positiven Äußerungen der Regierungschefs während des EU-Gipfels in Brüssel zum Thema Brexit gestärkt. Verschiedene führende europäischen Regierungschefs lehnen einen harten Brexit ab und auch EU-Ratspräsident Donald Tusk machte sich Hoffnung auf einen Durchbruch bei der zweiten Runde der Verhandlungen im Dezember. Premierministerin Theresa May bezeichnete die Gespräche als positiv, wurde hinsichtlich der Zugeständnisse Großbritanniens jedoch nicht konkreter. Die erfreulichen Wachstumswerte des britischen BIP von 0,4 % für das dritte Quartal und die Inflationsrate von 3 % bestärken die Erwartungen an einen Leitzinsanstieg auf der BoE-Tagung Anfang November.
USD/JPY notiert aktuell bei 113,64. Gegenüber der Vorwoche steigt der Wechselkurs um 0,5 %. Verantwortlich für die Stärkung des Dollars gegenüber dem Yen ist der Ausgang der Unterhauswahlen in Japan (22.10.): Die Regierungskoalition unter der Führung Shinzo Abes konnte nach 2014 erneut eine zwei Drittel Mehrheit im Unterhaus gewinnen. Die expansive Geldpolitik der BoJ dürfte damit fortgeführt werden, da Abe diese in der Vergangenheit grundlegend beeinflusst hat. In den nächsten Tagen stehen mehrere Ereignisse an, die das Währungspaar tangieren können: Die BoJ sowie die Fed werden ihre Zinsentscheidungen bekannt geben (31.10. bzw. 01.11.). Des Weiteren könnte der US-Präsident den künftigen Fed-Präsidenten, welcher die amerikanische Geldpolitik und somit auch das Devisenpaar maßgeblich beeinflussen wird, vor seiner Abreise nach Asien bekanntgeben (03.11.).
Die Aufholjagd des EUR gegenüber dem CHF hat sich in der abgelaufenen Berichtswoche fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung eroberte sogar zwischenzeitlich die Marke von 1,17 CHF zurück. Der EUR-Kurszuwachs wird vor allem durch den anhaltenden Konjunkturoptimismus in Europa (u.a. Ifo-Rekordstand und starker Frankreich Markit PMI) und die sich vorsichtig andeutende geldpolitische Wende der EZB bedingt. Mittelfristig könnte man sich sogar der alten SNB-Zielmarke von 1,20 annähern.
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