25.10.17, 13:09

Kapitalmarkt-News – ifo Geschäftsklima auf Allzeithoch: ein Konjunktur- und Branchenausblick

25. Oktober 2017

ifo Geschäftsklima erneut auf Rekordniveau

 
Das ifo Geschäftsklima stieg im Oktober 2017 überraschend nach zwei Monaten mit leichten Rückgängen auf ein erneutes Rekordniveau. Der Index stieg recht deutlich um 1,4 Zähler auf 116,7 Punkte. Angesichts des hohen Niveaus wurde eine eher minimale Eintrübung erwartet. Zur Verbesserung des ifo Index hat sowohl eine bessere Einschätzung der aktuellen Lage als auch der Geschäftsperspektiven beigetragen. Die Lagebeurteilung stieg um 1,1 Zähler auf 124,8 Punkte und der Erwartungsindex verbesserte sich um 1,7 Zähler auf 109,1 Punkte. Aufgrund des bereits erreichten hohen Niveaus des Gesamtwertes und der Teilindizes ist das erneut recht kräftige Anziehen aller Werte überraschend.
 

 
Deutsche Konjunktur – Ausblick bleibt ermutigend
 
Nicht das hohe Niveau, sondern die Veränderung des ifo Index hat eine Aussagekraft über den kurzfristigen konjunkturellen Verlauf der deutschen Wirtschaft. Die aktuelle Veränderung des Index gibt Aufschluss über die Einschätzung des BIP-Wachstums des ersten Quartals 2018. Die erneute Aufhellung des ifo Geschäftsklima stützt den Ausblick für das Anfangsquartal 2018. Dabei sollte das hohe Niveau nicht überbewertet werden, da für die nächsten Monaten das Risiko eines Rückgangs höher einzuschätzen ist als das eines Anstiegs. Solch eine Verschlechterung würde dann jedoch nicht unbedingt eine Eintrübung der Konjunktur, sondern eher eine Relativierung der extrem guten Stimmung der Vormonate widerspiegeln. Noch ergibt sich ein hohes Prognoserisiko für das erste Quartal 2018, da erst einer von drei ifo Werten für das gesamte vierte Quartal vorliegt. Doch selbst mit Eintrübungen – allerdings nur moderaten – des ifo Index in den verbleibenden Monaten von 2017 sollte sich an der grundsätzlichen Wachstumserwartung für 2018 nicht viel ändern. Dass die deutsche Wirtschaft nicht auf Dauer mit einem Wachstum wie in der ersten Jahreshälfte 2017 (rund 2,7 % auf das Jahr hochgerechnet) zulegen kann, ist angesichts eines Potenzialwachstums von unter 1,5 % nicht überraschend und spiegelt sich dementsprechend in den Prognosen wider. Allerdings profitiert die deutsche Wirtschaft aktuell von einem „Cocktail“ unterstützender Faktoren. Diese beinhalten eine breite globale Erholung, weiterhin extrem niedrige Zinsen, stabile Rohstoffpreise auf einem relativ niedrigen Niveau sowie ein immer noch relativ billiger Euro-Devisenkurs.
 
Die IKB geht von einem BIP-Wachstum von rund 2 % für 2018 (kalenderbereinigt) aus. Dies beinhaltet eine leichte Verlangsamung der Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen. Abb. 2 zeigt die ifo basierte BIP-Wachstumserwartung für das abgelaufene sowie die folgenden zwei Quartale.
 

 
Branchenausblick – robustes Konjunkturbild auf breiter Front
 
Das Verarbeitende Gewerbe scheint zu Jahresende nochmals deutlich zuzulegen. So lag die Produktion im September kalenderbereinigt 3,2 % über dem des Vorjahresmonats. Zudem ist auch bei diesen Unternehmen die Stimmung extrem gut. So stieg das ifo Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe im Oktober 2017 ebenfalls auf ein Rekordhoch. Für das gesamte Jahr 2017 sollte sich ein Wachstum von rund oder knapp über 3 % ergeben – das höchste seit 2011. Bis auf die Möbelindustrie haben alle Industriebranchen einen positiven Wachstumsbeitrag geleistet. Hier dokumentiert sich sich die robuste inländische und globale Konjunkturlage. Nicht überraschend weisen besonders konjunktursensitive Branchen eine hohe Wachstumsdynamik aus. Hierzu gehören vor allem die Metall- und Elektroindustrie, aber auch der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Chemische Industrie. Diese Branchen sollten eine deutliche Wachstumsbeschleunigung im Vergleich zu 2016 zeigen. Die gute Konjunkturlage erfordert zunehmend eine Ausweitung der Kapazitäten und führt somit zu einer erhöhten Nachfrage nach Investitionsgütern. Diese sollte dem Maschinenbau in diesem und im nächsten Jahr eine hohe Wachstumsdynamik bescheren. Die guten Zahlen und der Ausblick des deutschen Verarbeitenden Gewerbes stärken zudem die Erwartung, dass auch der deutsche Export für die Jahre 2017 und 2018 einen soliden Wachstumsbeitrag leisten wird.
 
Tabelle 1: Reales Produktionswachstum in % zum Vorjahr

            Quelle: Statistisches Bundesamt; P = IKB-Prognose
 
Fazit: Das ifo Geschäftsklima hat ein neues Allzeithoch erreicht. Damit bleiben die Aussichten für die deutsche Wirtschaft günstig. Allerdings hat sich aufgrund des hohen Niveaus des ifo Index sicherlich das Risiko für eine Eintrübung in den nächsten Monaten erhöht. Auch dürfte die deutsche Wirtschaft angesichts eines Potenzialwachstums von rund 1,5 % nicht auf Dauer mit einer Dynamik wie in der ersten Jahreshälfte 2017 (rund 2,7 % auf das Jahr hochgerechnet) zulegen können. Die IKB geht von einem BIP-Wachstum – das eine leichte Verlangsamung der Wachstumsdynamik in den kommenden Quartalen beinhaltet – von über 2 % für 2017 und von rund 2 % für 2018 (kalenderbereinigt) aus. Auch das Verarbeitende Gewerbe hat zunehmend vom günstigen Umfeld profitiert. Seine Produktion konnte 2017 auf breiter Front deutlich an Wachstum zulegen. Der Ausblick für die deutschen Industriebranchen bleibt angesichts der inländischen und globalen Konjunktur nach wie vor günstig.
 
 
 
 

Ansprechpartner in der IKB Deutsche Industriebank AG:

Dr. Klaus Bauknecht
klausdieter.bauknecht@ikb.de

40474 Düsseldorf
Wilhelm-Bötzkes-Straße 1
Telefon +49 211 8221-0

Volkswirtschaft und Research
Telefon +49 211 8221-4118

Herausgeber: IKB Deutsche Industriebank AG
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Sitz: Düsseldorf
Handelsregister: Amtsgericht Düsseldorf, HR B 1130
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Karl-Gerhard Eick
Vorsitzender des Vorstands: Dr. Michael H. Wiedmann
Vorstand: Claus Momburg, Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz, Dirk Volz

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.