20.10.17, 10:00

So klug als wie zuvor

USD: Der Dollar kann heute Morgen deutlich zulegen. Der Markt preist ein, dass der Senat in Washington heute Nacht einen wichtigen Schritt in Richtung der US-Steuerreform unter-nommen hat. Sparen wir uns Details des archaischen US-Gesetzgebungsverfahrens – das von den meisten Amerikanern kaum vollständig verstanden werden dürfte. Wichtig für den Devisenmarkt ist lediglich: Es geht voran mit der US-Steuerreform. Die Gefahr, dass wieder Links- und Rechtsabweichler unter den republikanischen Senatoren gemeinsam ein Gesetzesvorhaben kippen, hat sich vorerst nicht realisiert. Freilich reden wir momentan lediglich von Verfahrensfragen. Die inhaltliche Auseinandersetzung der US-Volksvertreter mit den offenen Fragen der Steuerreform steht noch aus. Dennoch, nach den ernüchternden Erfahrungen der vergangenen Monate, als der Devisenmarkt die Handlungsfähigkeit der US-Legislative ernsthaft in Zweifel ziehen musste, ist bereits das ein signifikantes USD-positives Signal.
All das wird freilich in den Schatten gestellt von der großen Frage, die weiterhin über dem Devisenmarkt schwebt: Wer wird neuer Fed-Chair? Nachdem der US-Präsident nun auch mit der Amtsinhaberin Janet Yellen gesprochen hat und der Kandidaten-Pool auf fünf Namen begrenzt zu sein scheint, machen neue Gerüchte die Runde. Fed-Gouverneur Jerome Powell und Stanford-Professor John Taylor werden danach die besten Chancen eingeräumt. Da steht er nun, der arme Devisenmarkt, und ist klug als wie zuvor. Denn beide Kandidaten stehen in der Wahrnehmung des Marktes für völlig unterschiedliche Geldpolitiken: Powell für eine Fortsetzung der graduellen, diskretionären Normalisierung, Taylor für eine regelgebundene, aktivistischere Politik. Somit wäre die Nominierung Powells USD-negativ, die Taylors USD-positive.

Andererseits regt sich deutlicher Widerstand im Kongress gegen eine zweite Amtszeit Yellens. Das heißt wohl, dass sie aus dem Rennen ist. Denn warum sollte sich der Prä-sident gerade jetzt über die Frage des Fed-Chair mit dem Kongress anlegen wollen, wo es doch gerade mit der Steuerreform relativ rund läuft? Jetzt dem Kongress mit einem ihm genehmen (das heißt: nicht zu taubenhaften) Chair-Kandidaten entgegen zu kommen, wäre im Hinblick auf die Erfolgsaussichten der Steuerreform sicherlich genau das Richtige.

Im gegenwärtigen Umfeld darf nicht verwundern, dass der Markt zunehmend Fed-Leitzinserhöhungen einpreist (Abbildung 1 in der pdf-Datei) – völlig unabhängig von irgendwelchen US-Datenveröffentlichungen oder von den neuen Zweifeln Yellens an der Re-Inflationierung. Letzteres dürfte Geschichte sein, ersteres muss völlig neu interpretiert werden, wenn es in Zukunft Input in eine neu (oder die alte) geldpolitische Regel à la Taylor wäre.

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GBP: Ist es nicht ein gutes Signal für das britische Pfund, wenn Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Emmanuel Macron freundlich mit der britischen Premierministerin schwatzen? Im Ernst: Natürlich waren die Signale Merkels gestern beim EU-Gipfel in Brüssel „konstruktiv“, wie man so schön sagt. Was soll sie auch sagen? Dass die Brexit-Verhandlungen nach ein paar Monaten bereits gescheitert seien? Das wäre Unsinn. In der Tat besteht ja sogar die Chance, dass bis Jahresende grünes Licht für die Phase 2 der Verhandlungen gegeben werden kann – also für Verhandlungen über die Regelungen nach März 2019, wenn Großbritannien Europas Staatengemeinschaft verlassen haben wird. Und ich bleibe dabei: Am Ende ist ein für beide Seiten einigermaßen auskömmlicher Kompromiss wahrscheinlich. Dennoch kann ich sehr gut nachvollziehen, dass die GBP-Schwäche weiter anhält. Denn jeder, der heute aufgrund solch einer Prognose Long-GBP-Positionen hält, nimmt das Risiko in Kauf, dass andere Marktteilnehmer nicht seine Geduld aufbringen und eben nicht zwischenzeitige GBP-negative Nachrichten aussitzen. Darauf zu setzen dürfte weitaus gewagter sein, als meine Prognose des Happy Ends der Brexit-Verhandlungen.

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