EUR: EUR-USD sucht um die Marke von 1,18 nach neuen Treibern. Und die sind derzeit gar nicht so leicht zu finden. Aus der Eurozone gibt es keine Neuigkeiten von der EZB und in den USA wartet der Markt auf die Neubesetzung des Chefpostens bei der Fed. Beim EU-Gipfel steht neben dem Brexit zwar auch die Diskussion über eine grundlegende Reform der EU auf dem Programm. Viel wird dabei aber nicht herauskommen, denn mit Angela Merkel ist ein wichtiger Teilnehmer aufgrund der eigenen Koalitionsverhandlungen noch gar nicht sprechfähig. Von der Datenseite wird es dabei heute auch keinerlei Unterstützung geben. Wir können ja schlecht den US-Phili-Fed-Index zum Market Mover erklären, und in der Eurozone herrscht gleich völlige Datenflaute. EUR-USD dürfte also zunächst weiter seitwärts tendieren und sich nicht allzu weit von 1,18 entfernen.
GBP: Hat die Meldung vielleicht Symbolcharakter? Gestern gab es erneut Alarm im Europa-Gebäude in Brüssel, weil giftige Gase ausgetreten sind. In dem neuen Gebäude sollte heute das Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU stattfinden. Eines der wohl wichtigsten Themen: Der Stand der Brexit-Verhandlungen mit den Briten. Ursprünglich war der Plan, dass auf dem heute startenden Gipfel ein „ausreichender Fortschritt“ festgestellt werden sollte, damit die Verhandlungen in die Phase 2 eintreten können, in der über die zukünftigen Beziehungen gesprochen werden soll. Die Briten haben in den letzten Tagen verstärkt auf diesen Schritt gedrängt und sogar mit einem Scheitern der Verhandlungen kokettiert. Aus der EU-Kommission kommen vollständig andere Signale und auch ein Abendessen von Premierministerin Theresa May mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker brachte keinerlei Annäherung. Ein Eintritt in Phase 2 erscheint heute jedenfalls unmöglich.
Auch für die Begründung, warum das Pfund zuletzt nicht mehr unter den stockenden Verhandlungen gelitten hat, gibt es ein symbolisches Zeichen: Das heutige Treffen wurde in das angrenzende Justus-Lipsius-Gebäude verlegt, genau dorthin, wo während der Schuldenkrise die EU-Sondergipfel stattfanden. Ich kann mich noch erinnern, wie wir im Büro nächtelang ausharrten, wenn die Politiker ihre Anmerkungen gaben, wenn sie ins Gebäude rein gingen oder es wieder verließen. Am Ende aber stand das Justus-Lipsius-Gebäude immer für Kompromisse in letzter Minute. Darauf setzt der Devisenmarkt auch bei den Brexit-Verhandlungen. Immerhin wäre ein Scheitern für beide Seiten schädlich.
Mit dieser Einstellung geht der Markt aber durchaus ein Risiko ein. Denn auch wenn der Schaden für die britische Wirtschaft sicherlich spürbar größer wäre als für die Wirtschaft der EU, sind die Briten keineswegs in einer so offensichtlich aussichtlosen Situation wie die Griechen während der Schuldenkrise. Diese standen schließlich unmittelbar vor einem Staatsbankrott. Für die Briten steht nur das Wohl ihrer Wirtschaft auf dem Spiel – eine vergleichsweise abstrakte Gefahr. Gerade in nächtlichen Last-Minute-Verhandlungen braucht es aber konkrete Bedrohungen um die Beteiligten zu Kompromissen zu bewegen, die sie dann auch vor ihrer eigenen Anhängerschaft vertreten können.
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