
EUR: Heute hätte Notenbankpräsident Mario Draghi zwar noch ein letztes Mal die Gelegenheit, Hinweise auf die weitere Vorgehensweise der EZB zu geben. Doch so kurz vor der nächsten geldpolitischen Sitzung wird er von seiner zuletzt eher schweigsamen Haltung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht abweichen. Interessanterweise ist jedoch seit einiger Zeit ohnehin zu beobachten, dass der Euro nur wenig auf Nachrichten zur geldpolitischen Strategie der EZB reagiert. So kamen in den letzten Tagen einige Gerüchte bezüglich der Tapering-Geschwindigkeit auf, über die sich die Sitzung kommende Woche hauptsächlich drehen wird. Meldungen zufolge wolle die Mehrheit im EZB-Rat die Anleihekäufe um 9 Monate verlängern, sie aber von monatlich 60 Mrd. auf nur noch 30 Mrd. EUR reduzieren. Zuletzt war sogar davon die Rede, dass die EZB nur noch in der Lage sei, insgesamt rund 200 Mrd. EUR an Anleihen im kommenden Jahr zu kaufen, was auf ein nochmals deutlich schnelleres Zurückfahren der Käufe hinauslaufen würde. Den Euro ließen diese Nachrichten vollkommen kalt. Woran könnte das liegen?
Die Anleihekäufe an sich sind für den Wechselkurs tatsächlich nicht relevant. Entscheidend ist vielmehr der Zinsausblick. Schließlich wird die Attraktivität einer Währung hauptsächlich durch das Zinsniveau bestimmt. Das heißt konkret: ein Zurückfahren des Anleihekaufprogramms hat nur dann einen Einfluss auf die Währung, wenn es Hinweise auf das Timing des nächsten logischen Normalisierungsschritts gibt – einer Zinserhöhung. Das scheint aus Sicht des Marktes allerdings bei der EZB nicht der Fall zu sein. Das mag daran liegen, dass er aus der Erfahrung mit der US-Notenbank gelernt hat. Die hatte erst ein gutes Jahr nach Beendigung ihres Anleihekaufprogramms damit begonnen, auch ihren Leitzins zu erhöhen. Unterstützt wird diese Sicht durch die aktuell noch sehr schwache Inflation im Euroraum, die dafür spricht, dass auch die EZB ihre Geldpolitik nur äußerst langsam normalisieren wird. Man könnte es aber auch anders interpretieren: Der Markt durchschaut, dass die EZB nicht aufgrund der fundamentalen Lage ihre Anleihekäufe zurückfährt, sondern weil sie auf rechtliche Grenzen stößt. Auch dann ist die Tapering-Entscheidung unabhängig von der Zinspolitik zu sehen. Was auch immer der Grund sein mag, für uns deutet die jüngste Euro-Entwicklung daraufhin, dass die EZB-Sitzung nächste Woche ein Non-Event für die Währung werden könnte.
CAD: Der mexikanische Peso ist zuletzt im Zuge der schwierigen NAFTA-Verhandlungen mit den USA deutlich unter Druck greaten. Aber auch Kanada, der dritte Partner im NAFTA-Bunde, scheint nicht ungeschoren davonzukommen. War man bisher noch davon ausgegangen, dass die USA beabsichtigt, das Freihandelsabkommen vor allem zu Ungunsten von Mexiko umzumünzen, scheint nun auch Kanada zunehmend unter Beschuss zu geraten. In der vierten Verhandlungsrunde kritisierten die USA vor allem die Angebotssteuerung in der kanadischen Milchindustrie und forderten einen vollkommenen Umbau des Systems, was die kanadische Seite allerdings vehement ablehnte. Für den CAD sind das schlechte Nachrichten. Denn die Bank of Canada (BoC) hat bereits angedeutet, dass die Unsicherheit in Bezug auf NAFTA ihren Zinserhöhungszyklus verzögern könnte. Grundsätzlich ist die Nachricht, dass die Verhandlungen vermutlich noch bis in das kommende Jahr verlängert werden zwar positiv, da es die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns und damit einer Aufkündigung des Freihandelsabkommens verringert. Doch je länger sich die Verhandlungen hinziehen, desto länger dürfte auch die Unsicherheit anhalten und desto länger könnte dann auch die Zinspause der BoC andauern
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