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17.10.17, 10:03

Markt durchschaut Brexit-Verhandlungsstrategie und falkenhafter Yellen-Nachfolger beflügelt US-Dollar

USD: Spekulationen, dass US-Präsident Donald Trump Fed-Chair Janet Yellen nach Ablauf ihrer Amtszeit im Februar nächsten Jahres mit einem geldpolitischen Falken ersetzen könnte, verliehen dem US-Dollar gestern Abend Auftrieb. So zeigte sich Trump laut Medienberichten nach einem Treffen wohl beeindruckt von dem US-Ökonom John Taylor, der als Vertreter einer regelgebundenen Geldpolitik gilt. Die von ihm aufgestellte und wohl bekannteste geldpolitische Regel, die Taylor-Regel, würde aktuell einen deutlich höheren Leitzins unterstellen, weswegen angenommen wird, dass Taylor einer deutlich strafferen Geldpolitik zugeneigt ist. Er dürfte zudem ein Wunschkandidat der Republikaner sein, die sich schon lange dafür einsetzen, dass sich die Fed stärker an geldpolitische Regeln hält und damit mehr Transparenz schafft. Einer Nominierung von Taylor dürfte daher auch im US-Kongress wenig entgegenstehen. Wie die gestrige Reaktion einmal mehr gezeigt hat, spielt der anstehende Führungswechsel bei der Fed eine wichtige Rolle für den Zinsausblick am Markt und damit für den Dollar. Und das ist auch durchaus verständlich: So haben die Fed-Vorsitzenden die US-Geldpolitik in der Vergangenheit oftmals stark geprägt. Und ich würde Taylor zweifellos als einen Kandidaten einschätzen, der ebenfalls in dieses Muster fallen würde. Daher ist ganz klar: Sollte Trump Taylor als Nachfolger von Yellen nominieren, würde der US-Dollar im ersten Moment deutlich aufwerten.

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GBP: Der Versuch von Premierministerin Theresa May, die Brexit-Verhandlungen bei einem Abendessen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker voranzutreiben, scheint gescheitert zu sein. So enthielt das Presse-Statement nach dem Treffen außer höflichen Floskeln wenig Konkretes. Nachdem gestern Gerüchte die Runde machten, dass die britische Seite ein Zusammenbruch der Verhandlungen befürchtet, falls die EU-Seite Diskussionen über eine Übergangsphase und ein Handelsabkommen weiterhin ablehnt, sind das auf den ersten Blick keine guten Nachrichten für das Pfund. Die britische Währung gab im gestrigen Handel zwar etwas nach, doch insgesamt hielten sich die Verluste noch in Grenzen. Bemerkenswert ist auch, dass am Optionsmarkt nur relativ geringe GBP-Abwärtsrisiken eingepreist werden. Dabei könnte man meinen, dass sich das Risiko, dass Großbritannien ohne ein Abkommen aus der EU austreten muss, doch zuletzt eher erhöht hat. Meiner Ansicht nach gibt es zwei Gründe, weswegen sich das Pfund trotz der ungünstigen Nachrichtenlage rund um den Brexit aktuell so gut hält:

1) Egal, wie die Verhandlungen aktuell laufen, der Markt geht davon aus, dass es am Ende zu einer Einigung kommt. Diese Erfahrungen hat er zuletzt bei der Eurozonen-Staatsschuldenkrise oft genug gemacht. So ist es nur verständlich, dass sowohl die EU als auch die britische Regierung so lange wie möglich an einer harten Linie festhalten, um Zugeständnisse der jeweils anderen Seite zu erzwingen. Der Markt scheint diese Verhandlungsstrategie zu durchschauen. Das heißt aber auch: Sollten die Verhandlungen überraschend doch scheitern, droht dem Pfund ein böses Erwachen.

2) Die Bank of England (BoE) hat aufgrund der anziehenden Inflation eine Zinserhöhung in Aussicht gestellt. Diese soll auch dazu dienen, die Währung zu stützen. Schließlich ist die massive Pfund-Abwertung im Zuge des Brexit-Referendums der wesentliche Grund für den aktuell starken Preisauftrieb. Der BoE dürfte daher sehr daran gelegen sein, eine weitere Abwertung des Pfunds zu verhindern. Eine Zinserhöhung in der nächsten Sitzung am 2. November ist mittlerweile nahezu voll eingepreist. Die neusten Inflationsdaten, sofern sie nicht deutlich auf der Unterseite überraschen, dürften den Markt heute in seiner Erwartung bestätigen. Sollte die Inflation im September sogar stärker angezogen haben als erwartet, könnte der Markt sogar dazu geneigt sein, noch weitere Zinserhöhungen einzupreisen, was dem Pfund zusätzlichen Rückenwind geben würde.

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