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GBP: Ich sehe nach der gestrigen GBP-Reaktion meine Befürchtungen bestätigt: GBP-Investoren setzen aktuell voll auf die rheinische Lebensweisheit „Et hätt noch immer jot jejange“. Anders ist die doch recht deutliche Schwäche des Pfundes nach der Einschätzung des EU-Verhandlungsführers Michel Barnier zum Ende der 5. Brexit-Verhandlungsrunde, dass die Gespräche über die Scheidungsmodalitäten noch nicht weit genug fortgeschritten seien, um Verhandlungen über die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen zu beginnen, meiner Meinung nach nicht zu erklären. Denn so richtig überraschend dürfte diese Nachricht für den Markt nach entsprechenden Medienberichten in den Tagen zuvor eigentlich nicht gewesen sein. Entsprechend erholte sich das Pfund auch wieder etwas – doch nachhaltig konnte die britische Währung erst im Zuge von Berichten zulegen, dass sich Barnier auf einem heutigen Treffen von EU-Botschaftern bemühen wird, ein Mandat für die Aushandlung eines zweijährigen Übergangsabkommens im Anschluss an den Brexit am 29. März 2019 zu erlangen. Die Hoffnung, dass ein unkontrollierter Brexit ohne jedes Folgeabkommen vermieden werden kann, flammte wieder auf und das Pfund handelt heute Morgen stärker als vor der ungnädigen Pressekonferenz gestern.
Der Kursverlauf sollte allen GBP-Interessenten trotzdem eine Warnung sein: Die aktuellen GBP-Niveaus basieren auf der Hoffnung, dass schon alles gut werden wird. Doch bis sich das verlässlich abzeichnet (und fest abgesegnet werden dürften entsprechende Verträge wohl erst kurz vor der offiziellen Brexit-Deadline), besteht eine nicht unerhebliche Gefahr von GBP-Abstürzen nach Hiobsbotschaften, die leicht in einer Abwertungsspirale enden können. Denn wenn die Sorge besteht, dass die optimistische Marktstimmung kippt, gäbe es kaum noch Gründe, das Pfund zu halten.
USD: Meine Kollegin hat gestern einen interessanten Hotspot über die schwedische Krone verschickt, in dem sie argumentiert, warum die realisierte Inflation in diesem Jahr ein stärkerer Treiber der G10-Wechselkurse ist, als es alte Devisenmarkthasen vielleicht gewohnt sind. Der Grund dafür ist, dass der Markt an der Fähigkeit der Zentralbanken zweifelt, die Inflation mittelfristig verlässlich vorherzusagen, mit entsprechenden Folgen für den geldpolitischen Ausblick und damit die Währungen. Das wird man heute wahrscheinlich am Beispiel der US-Inflationszahlen für September schön sehen können. Können diese wie schon im vergangenen Monat nach oben überraschen, wäre das ein starkes Signal, dass die zuletzt in den am Mittwoch veröffentlichten Minutes zur September-Sitzung der Fed geäußerten Sorgen über den Inflationsverlauf innerhalb der Fed eher abnehmen werden. Damit würde der von den Fed-Zentralbankern derzeit erwartete Zinspfad auch aus Marktsicht wahrscheinlicher werden, was den USD stützten würde. Unsere US-Volkswirte stimmen jedoch mit den bereits recht ordentlichen Konsenserwartungen (+0,6% ggü. Vm. für die Gesamtrate aufgrund des gestiegenen Benzinpreises, +0,2% ggü. Vm. für die Kernrate) überein, weshalb der große Stimmungsumschwung im USD heute wohl noch ausbleibt.
EUR: Testet die EZB im Vorfeld ihrer geldpolitischen Entscheidung in zwei Wochen die Reaktion des Euros auf verschiedene Taper-Szenarien? Man könnte fast den Verdacht bekommen. Bekanntermaßen hat die EZB die EUR-Wechselkurse derzeit genau im Auge, befürchtet sie doch, dass eine weitere Aufwertung ihren Konjunkturausblick belasten könnte. Da dürfte sie interessiert zur Kenntnis nehmen, dass der Euro in der Nacht auf Meldungen, dass die EZB anonymen Quellen zufolge im Oktober eine Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe um die Hälfte auf 30 Mrd. EUR erwägt, nicht reagiert hat. In anderen Quellen ist von einem Niveau zwischen 25 und 40 Mrd. die Rede, auch darauf: Keine Reaktion. Die letztendliche EUR-Reaktion wird natürlich vor allem von den Details, wie dem Zeitrahmen für die weiteren Anleihekäufe, abhängen. Doch viel deutet darauf hin, dass die EZB es geschafft hat, den Markt gut auf die erneute Reduzierung der Anleihekäufe vorzubereiten, was gegen größere Wechselkursturbulenzen im Zuge der Verkündung spricht.
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