
EUR-USD eröffnete heute im asiatischen Handel schwächer, fiel zeitweise auf Niveaus unter 1,1900 und handelt weiterhin unter den Ständen vom Freitagabend. Dies war eine Reaktion des Devisenmarktes auf das Ergebnis der Bundestagswahl. Einige Kommentatoren schreiben, der hohe Stimmenanteil der AfD würde den Euro belasten. Vielleicht bin ich blauäugig, aber diese Erklärung halte ich für falsch – schließlich war ein hoher Stimmenanteil der AfD schon aus den Umfragen zu erwarten und schließlich kann man weiterhin davon ausgehen, dass die AfD auf absehbare Zeit keinen Einfluss auf die Regierungspolitik dieses Landes ausüben wird. Mir ist schon klar: Eine stramm rechte Partei im deutschen Bundestag ist etwas anderes als in anderen nationalen Parlamenten. Aber ich halte die Marktreaktion für viel profaner: Mit der FDP wird in der nächsten Regierung voraussichtlich eine Partei vertreten sein, deren politisches Programm vom Markt als Euro-negativ interpretiert wird. Die FDP dürfte sich gegen die Vorschläge von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (in Richtung einer stärkeren fiskalischen Integration des Euroraumes) stemmen. Nun beurteilt der Markt aber eine weitergehende fiskalische Union als einen Weg, weiterhin bestehende langfristige systemische Risiken des gemeinsamen Währungsraumes zu mildern. Vergessen wir nicht: In den Monaten nach den französischen Präsidentschaftswahlen konnte der Euro deutlich zulegen. So ganz egal sind ihm solch langfristige Erwägungen also nicht. Allerdings ist auch verständlich, dass die Marktreaktion alles in allem recht gering ausfiel. Denn noch ist längst nicht ausgemacht, wie (a) Macrons Pläne im Detail aussehen (dazu erfahren wir von ihm morgen mehr) und (b) wie stark der Einfluss der FDP auf Deutschlands zukünftige Europapolitik tatsächlich sein wird.
Kurzfristig dürfte die recht robuste Reaktion des Euros auf das Wahlergebnis all diejenigen beruhigen, die im Fall einer FDP-Regierungsbeteiligung auf eine deutlichere EUR-Schwäche gesetzt hatten. Ich halte es daher nicht für ausgeschlossen, dass der Euro heute auf Niveaus über 1,1950 (die Schlusskurse vom Freitag) klettern kann.
Premierministerin Theresa May klang am Freitag deutlich kompromissbereiter als in der Vergangenheit. In der Frage der Zahlungsverpflichtungen, die den Briten beim Brexit entstehen, ist sie der Position der Europäer entgegengekommen. Damit scheint der Weg zu ernsthaften Verhandlungen über die Post-Brexit-Beziehungen nun weniger steinig. Für das Pfund war das allerdings nicht positiv. Ich denke, der Markt zweifelt weiterhin daran, dass May daheim eine realistischere Verhandlungsstrategie verkaufen kann. Denn damit würde sie eine der Lebenslügen der Brexit-Befürworter zum Einsturz bringen. Zumindest in den nächsten Jahren ist die Entscheidung, Europa zu verlassen, für die Briten kein Zugewinn an nationaler Souveränität. Im Gegenteil. Während die Frage der EU-UK-Wirtschaftsbeziehungen für die Briten vital ist, ist sie für Europas Politiker ein Nebenkriegsschauplatz. Das schwächt die britische Verhandlungsposition und stellt das Schicksal der Insel dem Wohlwollen der EU-Kommission anheim. Diese Tatsache den „Brexiteers“ in der eigenen Partei zu verkaufen wird für May schwer. Der Devisenmarkt blieb daher verständlicherweise weiterhin relativ GBP-skeptisch.
Es ist nur folgerichtig, dass eine große Ratingagentur angesichts der schwierigen Konstellation der Brexit-Verhandlungen am Freitag ihre Einschätzung der Kreditbonität des Vereinigten Königreichs herabsetzte. Die schwierigen Verhandlungen lassen ein für Großbritannien auskömmliches Ergebnis nicht wirklich als 100% sicher erscheinen.
Und so ist der EUR-GBP-Wechselkurs heute Morgen das Ergebnis eines Wettrennens zwischen Not und Elend. GBP durch Rating und Brexit-Risiken belastet, EUR durch die Bundestagswahl. Der Markt bleibt momentan unentschieden, dürfte aber sehr anfällig gegenüber Nachrichten aus der einen oder anderen Richtung bleiben.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV0V44 | Faktor Long | EUR/GBP | Hebel: 5 |
| CV0V49 | Faktor Short | EUR/GBP | Hebel: -5 |
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