
USD: Nach der US-Präsidentschaftswahl im November hatten u.a. die hochfliegenden Steuerpläne des gewählten Präsidenten dem Dollar gehörig Auftrieb gegeben. Seit seinem Amtsantritt überwog dann freilich die Enttäuschung. Gesundheitsreform, Grenzmauer etc.: All die Vorhaben, die der Präsident im Wahlkampf für die ersten Tage / Wochen seiner Amtszeit avisiert hatte, verliefen im Sande. Er machte zunehmend den Eindruck einer lahmen Ente. Was blieb, waren die USD-belastenden Aspekte seiner Politik und Amtsführung.
Und so goutiert der Devisenmarkt schon kleine Erfolge mit USD-Stärke. Die Steuerreform, die noch im Frühsommer auf den Sankt-Nimmerleinstag (mindestens auf 2018) verschoben schien, könnte aus heutiger Sicht früher zu kommen und scheint im Kongress bessere Erfolgsaussichten zu haben, als sich die meisten Beobachter noch im Frühsommer vorstellen konnten. Der USD-Index legte daraufhin gestern von Niveaus um 91,80 auf rund 92,40 zu. Die Heftigkeit der Devisenmarkt-Reaktion ist freilich mit dem News-Flow nicht wirklich kompatibel. Denn:
(1) Ja, der eine oder andere Steuersatz wird gesenkt, die Unternehmenssteuersätze viel-leicht sogar signifikant. Ein radikales (und potenziell erheblich USD-positives) Neu-Design des US-Steuersystems, wie es am Jahresanfang noch zur Debatte stand, ist hingegen vom Tisch.
(2) Unterschiedlichste Einzelinteressen müssen unter einen Hut gebracht werden, damit eine Kongress-Mehrheit zustande kommt. Das spricht eher für einen unsystematischen Flickenteppich mit relativ geringem makroökonomischem Effekt.
(3) Noch ist längst nicht ausgemacht, ob tatsächlich ein Kompromiss zustande kommt. Seit Steuersenkungen für Besserverdienende nicht mehr zentraler Punkt der Agenda des Weißen Hauses sind, ist ein Hindernis für einen Kompromiss mit Demokraten aus dem Weg geräumt. Doch ist (a) noch nicht klar, ob dies nicht nur ein taktischer Schachzug des Weißen Hauses war. So kommentierte Senator Ron Wyden (Dem.) dazu: „Klar, und nächstes Jahr spiele ich in der NBA.“ Und (b) droht die Gefahr, auf der rechten Seite des Spektrums der Republikaner Zustimmung zu verlieren. Man sollte die aktuelle Dysfunktionalität des politischen Systems der USA nicht unterschätzen!
Warum also trotzdem die heftige Reaktion des Devisenmarktes? Ich denke, sie ist vor allem ein Signal dafür, dass nach neun Monaten fast ununterbrochener USD-Schwäche bei vielen Marktteilnehmern so langsam die USD-Short-Positionen recht üppig bemessen sind und damit sehr empfindlich gegenüber konträrem News-Flow geworden sind. Das – und nicht eine fundamentale Neueischätzung der US-Ökonomie aufgrund der Steuerreform – ist m.E. die wesentliche Erkenntnis des gestrigen Tages.
Für den heutigen Handelstag heißt das: Die Devisenmarktreaktion auf den heutigen News-Flow dürfte als asymmetrisch erwartet werden. Wie bitte? Heute um 14:30 Uhr (MESZ) veröffentlicht das US Bureau of Labor Statistics die August-Zahlen für die US-Inflation. Es geht um 0,2%, 0,3% oder 0,4% gegenüber Vormonat. Das hört sich nicht nach viel an, ist aber entscheidend dafür, ob nach langer Unterbrechung wieder ein positiver Inflationstrend sichtbar wird. Wenn das der Fall ist, dürfte ein Fed-Zinsschritt im Dezember wieder wahrscheinlicher erscheinen. Und auch die langfristigen Leitzins-Erwartungen könnten wieder Auftrieb erhalten. Alles in allem wäre das eine USD-positive Überraschung. Unsere US-Ökonomen rechnen genau damit. Mit 0,4% liegt ihre Prognose der heutigen Zahl an der Oberkante dessen, was Volkswirte für heute erwarten. Wenn meine These stimmt, dass USD-positive Zahlen momentan besonders stark wirken, könnte das zu weiterer nennenswerter USD-Aufwertung führen. Das Gute daran ist: Falls meine Kollegen doch falsch liegen sollten (unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich), dürfte die USD-Abwertung im Vergleich nur relativ gering ausfallen.
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