USD: Dem Dollar war gestern eine Atempause gegönnt. Schätzt der Markt die Lage nun plötzlich anders ein, was die Vorgehensweise der Fed anbelangt? Ich denke nein. Meines Erachtens handelt es sich bei der gestrigen Dollarbewegung um eine kleine „Erleichterungsrallye“, ablesbar beispielsweise am gefallenen VIX-Index, nachdem die UN-Sanktionen gegen Nordkorea etwas abgemildert wurden, eine Reaktion Nordkoreas bislang ausblieb und sich die schlimmsten Befürchtungen von Schäden durch Hurrikan Irma nicht bewahrheitet haben. Ein bisschen Gewinnmitnahme dürfte auch dabei sein. War’s das jetzt mit der Dollarschwäche? Wohl kaum. Der Knackpunkt bleibt immer noch der Gleiche: der Markt traut der Fed nicht, Wirbelsturm hin oder her. Insbesondere, wo nun sogar FOMC-Mitglieder selbst offen an den letzten Zinserhöhungen zweifeln. Unter dem Eindruck dieser letzten Wortmeldung von Neel Kashkari (Minnesota Fed) geht der Markt in die Fed-Sitzung nächste Woche. Zuvor droht aber noch ein anderer Sturm für den US Dollar: die Inflationsdaten für August, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Sollten sie die Sorgen der Fed-Mitglieder über ungenügenden Preisdruck bestätigen, werden Kashkaris Worte umso schwerer wiegen und den Dollar wieder auf Talfahrt schicken – aus Angst vor einer Fed, die sich ihrer Sache dann doch nicht mehr so sicher ist und möglicherweise doch die Geschwindigkeit ihres Zinserhöhungszyklus verringert. Für mich befindet sich der USD daher eher im Auge des Orkans, da ich befürchte, dass es spätestens am Donnerstag wieder turbulent für den Greenback werden wird.
EUR: Benoît Coeuré von der EZB mag dem Dollar gegenüber dem Euro gestern etwas unter die Arme gegriffen haben, da er betonte, exogene Schocks (welcher Art auch immer) könnten, sofern sie dauerhaft seien, zu einer ungewollten Straffung der Finanzierungsbedingungen mit unerwünschten Auswirkungen auf den Inflationsausblick führen. Selbst wenn einigen Marktakteuren die EZB letzte Woche nicht deutlich genug war, haben nun Ratsmitglieder wieder die Möglichkeit, ihren Standpunkt zu präzisieren. Coeuré machte den Anfang, und ihm zufolge sieht es doch so aus, als wäre der Euro nach oben irgendwann gedeckelt.
SEK: Nicht hinreißen lassen, sollten die schwedische Inflationszahlen heute über den Markterwartungen ausfallen! Aus zwei Gründen ist Vorsicht angesagt: (1) Die Riksbank hat als Inflationsziel zukünftig das CPIF (Verbraucherpreise mit konstanten Hypothekenzinsen) definiert. Die Kernrate dürfte aber allmählich wieder fallen. (2) Trotz soliden Wachstums und Inflationsraten über dem Inflationsziel von 2% bleibt die Riksbank vorsichtig. Bereits letzte Woche wollte sie sich nicht zum Anleihenkaufprogramm äußern, das zum Ende des Jahres ausläuft. Sie möchte erst die weitere Vorgehensweise der EZB abwarten, um nicht zu riskieren, dass ihre Geldpolitik zu weit von der der EZB abweicht, was eine schnelle Aufwertung der Krone nach sich ziehen könnte. Außerdem will sie sicher sein, dass die Inflationserwartungen wirklich verankert sind, denn sie fürchtet, dass sie sensibler auf unerwartete Preisschwäche reagieren könnten als in der Vergangenheit. Zu tief sitzt wohl noch das Trauma von jahrelanger Nullinflation. Fazit: sollten die Inflationszahlen heute, vor allem das CPIF, unerwarteter Weise nach oben überraschen, heißt das nicht, dass die Riksbank plötzlich umschwenken und sich restriktiver anhören wird. SEK-Käufe wären verfrüht. Andererseits würden schwächere Zahlen die Vorsicht der Riksbank letzte Woche rechtfertigen, so dass sich SEK-Verluste in Grenzen halten sollten.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV0V4C | Faktor Long | EUR/SEK | Faktor: 5 |
| CV0V4F | Faktor Short | EUR/SEK | Faktor: -5 |
GBP: Kurz vor der Sitzung der Bank of England (BoE) am Donnerstag werden heute die neusten Inflationszahlen veröffentlicht. Die Preise dürften im August weiter gestiegen sein. Die hohen Inflationsraten werden sicherlich wieder mindestens ein Mitglied des MPC dazu veranlassen, am Donnerstag für eine Zinserhöhung zu stimmen – Michael Saunders, der altbekannte Falke, der dem Pfund gestern etwas Unterstützung gab. Mehrere Gründe sprechen allerdings dagegen, dass es zu einer Erhöhung kommt: (1) Die Inflation, die im Zuge der starken Abwertung des Pfunds letztes Jahr nach dem Brexit-Votum gestiegen war, dürfte allmählich ihren Hochpunkt erreicht haben. (2) Die Löhne haben bislang nicht auf die höhere Inflation reagiert. (3) Der private Verbrauch hat sich im zweiten Quartal überraschend schwach entwickelt: Erstmals seit 2014 ist die Konsumnachfrage außerhalb des Einzelhandels zurückgegangen. Die Inflation drückt offensichtlich zunehmend auf die Realeinkommen. Das sich daraus ergebende Konjunkturrisiko in Kombination mit der Ungewissheit über die Entwicklung der Investitionen wird das MPC davon abhalten, die Zinsen anzuheben. Für das Pfund gilt leider weiterhin: der BoE sind die Hände gebunden und die Abwärtsrisiken bleiben bestehen, da sich einige Konjunkturdaten zusehends eintrüben, die Brexit-Verhandlungen nach wie vor nur sehr zäh verlaufen und auch innenpolitisch erhebliche Kontroversen bestehen, wie die Abstimmung über das EU-Austrittsgesetz gestern Nacht wieder einmal gezeigt hat.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV0V44 | Faktor Long | EUR/GBP | Faktor: 5 |
| CV0V49 | Faktor Short | EUR/GBP | Faktor: -5 |
NOK: Die starken Inflationszahlen vom Juli sind im August wieder korrigiert worden: die Kernrate liegt nur noch bei 0,9%, die Gesamtrate bei 1,3% – bei einem Inflationsziel von 2,5%. Damit hat die Norges Bank auf ihrer Sitzung nächste Woche wenig Grund, ihre Inflationsprognose anzuheben. Allerdings wird sie ihre Wachstumsprognose, die noch von der letzten Sitzung im Juni datiert, nach oben anpassen müssen, da das zweite Quartal mit +1,1% ggü. Vq. deutlich nach oben überrascht hat. Die Norges Bank war in den letzten Monaten zu pessimistisch, was das Wachstum anbelangt. Reicht das aus, um nächste Woche restriktivere Töne anzuschlagen? Bereits im Juni hat die Norges Bank das „Easing Bias“ aufgegeben, als sie schon einmal ihren Wachstumsausblick nach oben anpasste, obwohl die Inflation von ihrem Hoch im Juli 2016 rasant gefallen war und schon seit Anfang 2017 deutlich unter dem Inflationsziel von 2,5% liegt. Die Aufgabe des Easing Bias im Juni dürfte daher erst einmal als Signal reichen. Denn angesichts der Inflationsentwicklung hat die Norges Bank durchaus noch Zeit, erst im Oktober oder Dezember dem Markt einen veränderten, steileren Zinspfad zu signalisieren. Sie könnte ansonsten eine zügige Aufwertung der Krone auslösen, die den Inflationsausblick zusätzlich eintrüben würde. Ich würde für die NOK daher nicht allzu viel von der Sitzung nächste Woche an Aufwertungspotential erwarten.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9MCR | Faktor Long | EUR/NOK | Faktor: 5 |
| CE9MCS | Faktor Short | EUR/NOK | Faktor: -5 |
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