
EUR: Seit Tagen warteten die Märkte auf die geldpolitische Sitzung der EZB und vor allem auf die anschließende Pressekonferenz. Was würde EZB-Präsident Mario Draghi zur Stärke des Euro sagen? Nur durch verbale Interventionen wäre eine weitere Aufwertung zu verhindern, da waren sich eigentlich Alle einig.
Heute Morgen notiert EUR-USD bei 1,2070 und damit gut einen Cent höher als vor dem Meeting. Wer nun glaubt, Herr Draghi und auch seine EZB-Kollegen hätten dieses Thema nicht angeschnitten, täuscht sich allerdings. Bereits im Statement wurde der starke Euro als ein Grund für die Änderung der Inflationsprojektion der EZB (2018 und 2019 jeweils ein Zehntel niedriger) genannt. Später in der Fragerunde bestätigte Draghi sogar, dass die Sorge um den starken Euro, die auf der letzten Sitzung lediglich einige Teilnehmer umtrieb, diesmal von allen geteilt wurde. Das waren schon deutliche Worte. Dennoch waren sie nicht ausreichend, um eine erneuten Höhenflug des Euro zu verhindern.
Nun wird es Meinungen geben, die darauf verweisen, Draghi hätte noch deutlicher werden müssen, weil im Vorfeld der Sitzung bereits mit Hinweisen zum starken Euro gerechnet wurde. Ich glaube, die Euro-Stärke liegt vielmehr darin begründet, dass die EZB eigentlich signalisiert hat, dass diese gar nicht so problematisch ist. Durch die gesamte Veranstaltung zog sich ein nicht zu übersehender Optimismus der EZB bezüglich der weiteren Inflationsentwicklung. Immer wieder erklärte Draghi, dass die EZB ihr Inflationsziel von knapp unter 2% erreichen wird. Vor allem zwei Gründe wurden genannt. 1. Die eigene expansive Geldpolitik (gut, das muss Draghi natürlich erwähnen) und 2. Die wirtschaftliche Stärke im Euroraum. Hier wurde explizit auf 6 Millionen neue Stellen am Arbeitsmarkt verwiesen. Das wird laut EZB zu höheren Löhnen und damit auch höherer Inflation führen.
Und warum sollte sich jetzt noch jemand Sorgen machen, die EZB könnte wie 2014 den Euro-Höhenflug beenden, wenn doch trotz starkem Euro der Optimismus noch so groß ist? In den neuen Projektionen der EZB ist ein EUR-USD-Kurs von 1,18 unterlegt. Kurse um das jetzige Niveau von 1,21 sind sicherlich noch keine ausreichende Abweichung, um die Erwartungen der EZB grundlegend zu verändern. Ich taxiere einen solchen Bereich auf frühestens 1,25. Bis dahin hat die Gemeinschaftswährung nach der gestrigen Pressekonferenz aus meiner Sicht noch Luft. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass man höhere EUR-USD-Kurse derzeit auch nicht unbedingt mit einem starken EUR gleichsetzen darf (siehe unten).
So richtig nachhaltig dürften Niveaus über 1,25 dann aber kaum sein. Denn von den erwarteten Lohnsteigerungen ist in der Eurozone bisher kaum etwas zu sehen. Und sollte irgendwann der Optimismus der EZB zu bröckeln beginnen, wäre der jetzigen Eurostärke die Grundlage entzogen.

USD: Neben der EZB dominiert heute Morgen auch einen gehörige Portion USD-Schwäche den Markt. Der USD-Index befindet sich auf dem schwächsten Niveau seit Anfang 2015 (Grafik 2). Grund ist zum einen die Erwartung einer sehr zögerlichen Fed. Mit dem Rücktritt von Stanley Fisher ist deren Politik sowieso kaum mehr als eine große Unbekannte. So wird in nächster Zeit praktisch das gesamt Personal ausgetauscht. Von der zunächst gelösten Haushaltsproblematik kann der USD offensichtlich nicht profitieren. Eine erhöhte Handlungsfähigkeit der Regierung interpretiert der Markt in die jüngste Einigung zwischen US-Präsident Donald Trump und den Demokraten jedenfalls nicht hinein. Aus meiner Sicht durchaus zu Recht: Natürlich kann ein Präsident Handlungsfähigkeit gewinnen, indem er mit wechselnden Mehrheiten agiert. Das funktioniert aber nur bei einem von allen Seiten anerkannten und respektierten Staatsoberhaupt. Für Trump ist der Pakt mit den Demokraten eher ein riskantes Spiel, weil es seinen bereits gesunkenen Rückhalt in der eigenen Partei weiter untergräbt. Die Verärgerung unter den Republikanern ist jedenfalls spürbar und die Gefahr, dass zumindest einige Trump das demnächst zurückzahlen, damit groß. Derzeit spricht wenig dagegen, dass die USD-Schwäche erst einmal weitergeht.
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