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07.09.17, 10:00

EZB und Euro: Ein Remake von 2014?

  • EZB wird Euro nicht nachhaltig schwächen
  • Die Reihen im FOMC lichten sich
  • Riksbank wird heute stillhalten
  • BoC überrumpelt Märkte mit Zinserhöhung
  • EZB wird Euro nicht nachhaltig schwächen
  • Die Reihen im FOMC lichten sich
  • Riksbank wird heute stillhalten
  • BoC überrumpelt Märkte mit Zinserhöhung

EUR: Die heutige EZB-Sitzung wird in vielerlei Hinsicht spannend werden. Die EZB wird auf Basis der neuen Prognosen und des soliden Wirtschaftsausblick wohl signalisieren, dass sie bereit ist, die Anleihekäufe zu reduzieren. Konkrete Details (Beträge, Timing) hierzu dürften wir aber erst im Oktober erfahren. Für uns leidenschaftliche FX-ler ist natürlich am wichtigsten, ob und wenn ja, was die EZB zum Euro sagen wird. Ob es ein Remake von der denkwürdigen EZB-Sitzung im Mai 2014 geben wird, als sich Präsident Mario Draghi besorgt über die Aufwertung des Euro gezeigt hatte. Damals beendete Draghi mit seinen Aussagen den Höhenflug des Euro. Im weiteren Jahresverlauf bis März 2015 fiel EUR-USD von knapp 1,40 auf unter 1,05 und damit um 25%.

Eine gewisse Aufwertung des Euro aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung ist diesmal aber sicherlich gerechtfertigt. Allerdings zeigten sich die Ratsmitglieder ja laut Protokoll schon auf der letzten Sitzung besorgt und warnten vor einem Überschießen der Währung. Schließlich könnte eine zu schnelle und nachhaltige Aufwertung des Euro den Inflationsausblick wieder eintrüben. Seit Jahresbeginn hat der Euro auf handelsgewichteter Basis rund 6% aufgewertet, EUR-USD ist um 15% gestiegen. Noch im Juli setzte die EZB in ihren Prognosen einen durchschnittlichen EUR-USD-Kurs für 2018 von 1,09 an. Diese Prognose wird sie sicherlich nach oben in Richtung 1,18 revidieren müssen. Zwar hat laut Umfragen bei den Spezialisten diese signifikante Änderung noch keine Auswirkungen auf die Inflationsprognose der EZB (da sie durch andere, preistreibende Effekte ausgeglichen wird) und damit auch keine Auswirkungen auf die Geldpolitik. Dennoch kann der EZB ein kontinuierlich steigender Euro nicht willkommen sein.

Was genau könnte Draghi sagen, um den Euro einzufangen? Sicherlich wird es keine direkten Kommentare in Richtung „der Euro ist zu stark“ geben. 2014 sprach das Statement im Zuge der Risiken für die Preisentwicklung davon, dass „mögliche Auswirkungen geopolitischer Risiken und der Wechselkursentwicklung genau beobachtet werden“. In der darauffolgenden Pressekonferenz präzisierte Draghi, dass der Wechselkurs für die Preisniveaustabilität „sehr wichtig sei“. Danach ging es im Jahresverlauf 2014 nur noch abwärts mit dem Euro.

Dass irgendetwas in dieser Art heute Nachmittag kommt, dürfte vielen bewusst sein. Still-schweigen wäre wie nach Jackson Hole ansonsten eine Einladung an den Markt, den Euro höher zu treiben, was sicher nicht im Sinne der EZB ist. Der Euro wird sicherlich erst einmal einknicken, wenn Draghi verbal interveniert, ich schätze so bis zu 2 Cent. Denn dann dürfte klar sein, dass der 1,20-er Bereich aktuell die Schmerzgrenze der EZB ist. Dass damit aber eine neue Euroschwäche eingeleitet wird, sehe ich nicht. Denn um nachhaltig deutlich niedrigere EUR-USD-Niveaus zu sehen, müsste auch die Dollarseite mitziehen. Aber solange der Markt nicht davon überzeugt ist, dass die Fed den Leitzins wirklich so oft anhebt, wie sie noch im Juli signalisiert hat, und daneben noch einige andere Risiken (Stichwort Schuldenobergrenze, Ausgabenermächtigungen) bestehen, wird er wenig Grund sehen, die Dollarschwäche zu korrigieren (siehe auch unten). Außerdem: 2014 war die EZB noch im vollen „Easing“ Modus, senkte die Zinsen und steuerte auf Anleihekäufe zu. Ein schwächerer Euro passte ins Bild. Das Gegenteil ist diesmal der Fall, da die EZB einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik erwägt und auf eine Reduzierung der Anleihekäufe zusteuert. Insofern möchte sie diesmal wohl in erster Linie vermeiden, dass der Euro schnell weiter steigt. Sie wird versuchen, ihn zu deckeln oder zumindest nur sehr langsam weiter steigen zu lassen. Dass er von hier wie 2014 massiv abwertet, wird und kann hingegen kaum ihr Ziel sein. Zumal die solide Wirtschaftsleistung in der Eurozone ja auch eine gewisse Euroaufwertung rechtfertigt. Fazit: die heutige Sitzung dürfte kein „Remake“ von 2014 auslösen, aber EUR-USD erst einmal auf der Oberseite im Bereich von 1,20-1,22 deckeln.

USD: Stan Fischer, Vize-Chair der Fed, hat gestern überraschend seinen vorzeitigen Rücktritt bekanntgegeben. Statt im kommenden Juni, wenn seine Amtszeit eh auslaufen würde, wird er nun schon im Oktober der US-Notenbank den Rücken kehren. Fischers Entscheidung mag tatsächlich – wie offiziell verlautbart – persönliche Gründe haben. Der Lehrmeister der modernen Makroökonomik ist mit fast 74 Jahren nicht mehr der Jüngste. Doch darf nicht verwundern, dass auch andere Spekulationen ins Kraut schießen. Im Februar läuft die Amtszeit von Chair Janet Yellen aus. Ihre erneute Nominierung ist – vorsichtig gesagt – ungewiss. Auch wird seit langem über einen möglichen Rücktritt von Lael Brainard spekuliert. Von der „alten Garde“ wäre dann nur noch Jay Powell an Bord – geldpolitisch eine bislang eher blasse Erscheinung. Heute wird voraussichtlich Randal Quarles als neuer Vize-Chair für Bankenaufsicht vom Kongress bestätigt. Und bis Februar kann der US-Präsident noch vier bis fünf weitere Ratsmitglieder neu nominieren. Die Fed wird umgekrempelt. Wer mag es Fischer verdenken, wenn er sich das nicht mehr antun möchte? Für den Markt heißt all das: Der Kurs der Fed ist noch schwerer zu prognostizieren, als er es in den letzten Jahren eh schon war. Auch das ist ein Grund für anhaltend niedrige US-Leitzins-Erwartungen und somit ein Hindernis für nachhaltige USD-Stärke.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

CAD: Ehrlich gesagt verstehe ich die Bank of Canada (BoC) nicht so ganz. Nach dem ersten überraschenden Zinsschritt im Juli bei gleichzeitiger Abwärtsrevision der Inflationsprognosen erhöhte sie gestern erneut den Zins auf jetzt 1% und überrumpelte damit Analysten und Marktteilnehmer. Grund auch diesmal: das starke Wachstum, das sich auf immer mehr Sektoren ausbreitet. Zugegebenermaßen trumpfte das BIP im zweiten Quartal mit +1,1% ggü. Vq. auf und wird die BoC ihre Wachstumsprognose für 2017 im Oktober noch einmal anheben müssen. Aber der Inflationstrend bleibt weiterhin schwach und ich kann nicht erkennen, welche temporären Faktoren sie derzeit drücken, die laut BoC irgendwann wieder verschwinden werden. Die BoC zeigt sich an der Inflationsfront entspannt. Und das, obwohl der CAD seit Jahresanfang gegenüber dem USD mehr als 8% aufgewertet hat und weiter steigen wird – schließlich driften die Geldpolitiken in den USA und Kanada auseinander. Wenn sich das mal im Nachhinein nicht als Politikfehler erweist, dass die BoC so forsch voranschreitet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1YW2 Faktor Long USD/CAD Faktor: 5
CV1YW4 Faktor Short USD/CAD Faktor: -5
CE9MCZ Faktor Long EUR/CAD Faktor: 5
CE9MD0 Faktor Short EUR/CAD Faktor: -5

SEK: Wir gehen davon aus, dass die Riskbank heute an ihrer vorsichtigen Haltung festhalten wird. Die schwedischen Juli-Inflationsraten hatten zwar deutlich nach oben überrascht, sodass Gesamt- und Kerninflation nun über dem Inflationsziel von 2% liegen. Der unterliegende Trend hat deutlich angezogen, so dass die Riksbank im neuen Geldpolitischen Bericht, der heute veröffentlicht wird, ihre Inflationsprognose für 2017 wohl deutlich anheben muss. Dies wird aber nicht ausreichen, dass sie heute ihre noch vorsichtige Haltung aufgibt. Sie hat bereits im Juli signalisiert, dass eine erste Zinserhöhung Mitte 2018 erfolgen dürfte. Diese Einschätzung hat sich mit den Inflationszahlen wohl verfestigt. Dennoch möchte die Riksbank sicher sein, dass auch die Inflationserwartungen verankert bleiben und nicht wieder sinken. Daher wird sie wohl noch weitere Inflationszahlen abwarten wollen, bevor sie den ersten Zinsschritt nach vorne zieht. Zumindest ist die Chance gestiegen, dass die Riksbank bald signalisiert, ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende auslaufen zu lassen. Allerdings könnte sie erst einmal die Entscheidung der EZB zum Tapering abwarten wollen, um nicht zu riskieren, dass die Zinserwartungen zu stark auseinanderdriften und die Krone zu schnell aufwertet. Daher könnte sie heute darauf verzichten, schon das Ende der Anleihekäufe zu signalisieren, sondern dies in den Oktober oder sogar Dezember verschieben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V4C Faktor Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Faktor Short EUR/SEK Faktor: -5

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