EUR: Für Aufmerksamkeit sorgte gestern ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über Sorgen unter den EZB-Ratsmitgliedern bezüglich der Euro-Stärke. Dieses Thema war laut Protokoll bereits in der letzten Sitzung am 20. Juli ein Punkt, den die Währungshüter diskutierten. Etliche Ratsmitglieder befürchten, dass der starke Euro nicht nur die Exporte bremst, sondern auch die Teuerung über billigere Importe senkt. Nun wird bereits darüber spekuliert, ob die EZB den Ausstieg aus den Wertpapierkäufen weiter verzögert. Sie hatte angekündigt im Herbst dieses Jahres einen Plan zur Reduzierung der Käufe vorzulegen.
Die Aussicht auf ein Auslaufen der Wertpapierkäufe wird vom Devisenmarkt positiv interpretiert. Mit einer möglichen zunehmend zögerlichen Haltung der EZB wirkt diese der Euro-Stärke damit entgegen. Größeren Druck auf den Euro konnte der Reuters-Bericht gestern aber nicht entfalten. Heute Morgen handelt EUR-USD sogar wieder höher um die Marke von 1,19. Denn die Strategie der EZB ist doch nicht ganz so einfach, wie diese es darstellt. Zwar hat EZB-Präsident Mario Draghi immer betont, das Wertpapierkaufprogramm würde solange laufen, bis das Inflationsziel von knapp unter 2% erreicht ist. In Wirklichkeit aber kann er das überhaupt nicht garantieren. Einfach weil der EZB die Bonds ausgehen, die sie nach ihren eigenen Regeln kaufen darf. Mit diesen Regeln hatte sie die Gerichte damals immerhin davon überzeugt, dass ihr QE-Programm Geldpolitik und keine monetäre Staatsfinanzierung ist. Früher oder später muss die EZB die Käufe also einstellen. Bisher waren die guten Konjunkturdaten ein willkommener Argument, die Käufe zu reduzieren. Unterlässt die EZB das nun, weil der Euro aufwertet, schafft sie sich eine weitere Nebenbedingung, die sie kaum kontrollieren kann. Für den Devisenmarkt heißt das zunächst: Über 1,20 wird die Luft verdammt dünn. Denn immerhin ist nächste Woche auch noch EZB-Sitzung und bei Kursen über 1,20 wären verbale Interventionen sehr wahrscheinlich. Da das aber jeder schon jetzt weiß, gibt es keinen Grund, EUR-USD in dieses unsichere Fahrwasser zu treiben.
USD: BIP-Daten für Q2 nach oben revidiert, Einkaufsmanagerindex gestiegen, ADP-Beschäftigungsumfrage bereits spürbar über den Erwartungen: Eigentlich ist alles bereitet für einen soliden Arbeitsmarktbericht in den USA. Nun haben findige Analysten für den August aber bereits eine Anomalie der NFP-Daten festgestellt. Offensichtlich liegen die Analysten mit ihren Schätzungen für den Beschäftigungszuwachs im August meist (zumindest in den letzten sechs Jahren) über den tatsächlichen Werten. Reiner Zufall? Nicht unbedingt. Denn man kann ebenfalls beobachten, dass die August-Daten später meist nach oben revidiert werden. Das könnte darauf hindeuten, dass viele Betriebe ihre Zahlen während der Sommerferien zu spät melden, um noch für die erste Schätzung berücksichtigt zu werden. Unsere US-Ökonomen rechnen deshalb heute mit einer Veröffentlichung von 160 Tsd. neuen Stellen, der Bloomberg-Konsens liegt bei 180 Tsd. Zwar würden auch 160 Tsd. Stellen reichen, um die Arbeitslosenquote im Trend weiter sinken zu lassen, Rückenwind für den USD dürfte eine solche Zahl aber nicht sein. Enttäuschen die Daten sogar stärker, wäre ein erneuter Test der 1,20 in EUR-USD durchaus möglich. An einen echten Durchbruch durch diese Marke kann ich aber irgendwie nicht glauben (siehe oben).
GBP: Runde 3 ist nun beendet und von konkreten Ergebnissen kann nach wie vor keine Rede sein. Dass die Brexitverhandlungen schwierig werden würden war jedem klar, insofern darf der Stillstand derzeit kaum überraschen. Man könnte auch sagen, es läuft erwartungsgemäß zäh. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass ein erwartungsgemäßer Verlauf der Brexitverhandlungen eben bei Weitem nicht ausreicht, um die Verhandlungen bis März 2019 erfolgreich abzuschließen. Der Plan war vielmehr so ambitioniert, dass alles wie am Schnürchen laufen muss. Und das tut es wirklich nicht. Für das Pfund heißt das: Die kleine Erholung seit Dienstag ist nicht mehr als ein Intermezzo.
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