
War es nicht mehr als eine Eintagsfliege? Nach einem kurzen Ausflug über die 1,20 notiert EUR-USD nun wieder knapp unter der Marke. Auch wenn ein Test der Oberseite in EUR-USD nach EZB Präsident Mario Draghis Auftritt in Jackson Hole sehr wahrscheinlich war, wirklich wohl scheint sich der Markt mit weitaus höheren EUR-Notierungen nicht zu fühlen. Mit Blick auf die EZB-Sitzung kommende Woche erscheint uns das einleuchtend. Nur weil Draghi vergangene Woche nicht die Gelegenheit genutzt hat, die EUR-Stärke anzusprechen, heißt das noch lange nicht, dass er vollkommen entspannt auf die Wechselkursentwicklung blickt. Zudem bietet die Sitzung nächste Woche Donnerstag ohnehin den weitaus besseren Rahmen für diese Diskussion. Schließlich veröffentlicht die EZB dann neue Projektionen. Und bei einer Aufwertung von knapp über 7% auf handelsgewichteter Basis seit April ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Wechselkurs bereits Auswirkungen auf die Wachstums- und insbesondere die Inflationsprognosen der Notenbank haben wird. Doch selbst wenn das noch nicht der Fall sein sollte, könnte Draghi, wie schon in 2014, zumindest die Rolle des Euro für den mittelfristigen Inflationsausblick hervorheben und damit einen Warnschuss an den Markt abgeben.
Ein anderer Grund, weswegen der Markt noch Vorsicht walten lässt, könnte auch die anstehende Veröffentlichung der August-Inflationsdaten für den Euroraum sein. Denn sollten die Preisdaten erneut enttäuschen, würde das die Wahrscheinlichkeit verbaler Interventionen seitens der EZB und damit das Risiko von EUR-Longpositionen nochmals deutlich erhöhen. Heute erhalten die Marktteilnehmer mit den Zahlen für Deutschland einen Vorgeschmack auf die dann morgen folgenden Zahlen für den gesamten Euroraum. Unsere Volkswirte gehen davon aus, dass der Preisdruck im letzten Monat eher wieder etwas nachgelassen hat. Liegen sie richtig, dürfte ein deutlicher und nachhaltiger Bruch der 1,20-Marke heute erneut ausbleiben. Überraschen die Zahlen hingegen positiv, könnte der Markt Mut fassen und sogar die 1,21-Marke in Angriff nehmen. Schließlich ist eine anziehende Inflationsrate das letzte fehlende Puzzle-Teil in einem derzeit bereits positiven Euroraum-Bild und würde den Falken im EZB-Rat das mit Abstand stärkste Argument für einen baldigen Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik liefern.
Doch selbst wenn Draghi kommende Woche der EUR-Aufwertung einen Riegel vorschieben sollte. Das Potenzial für deutlich tiefere EUR-USD-Kurse ist begrenzt. Und schuld daran ist der nach wie vor pessimistische US-Zinsausblick der Marktteilnehmer, der sich durch die aktuelle Hochwasserkatastrophe in Texas eher noch verfestigt haben dürfte. So ist noch unklar, wie stark der Sturm die US-Konjunktur auf kurze Sicht belasten wird – wobei zumindest klar sein sollte, dass die Wiederaufbauarbeiten den negativen Effekt auf längere Sicht kompensieren werden. Nichtsdestoweniger hat der Markt aktuell wenig Grund, auf weitere zügige US-Zinserhöhungen zu setzen, womit deutliche Dollar-Zugewinne in nächster Zeit unwahrscheinlich sind.
Das Pfund notiert auf handelsgewichteter Basis nahe den Tiefständen von Herbst letzten Jahres. Die weiterhin nur schleppend voranschreitenden Brexit-Verhandlungen lasten zunehmend auf der britischen Währung. Auf kurze Sicht dürfte sich daran wohl kaum etwas ändern. Wir haben oft betont, dass sich die Verhandlungen insbesondere zu Beginn als sehr schwierig erweisen werden, da beide Parteien zu diesem Zeitpunkt noch kein Interesse daran haben, große Kompromissbereitschaft zu signalisieren. Doch sollte sich die Abwertung des Pfunds fortsetzen, könnte dies die Bank of England (BoE) auf den Plan rufen. Denn die dürfte wohl kaum riskieren, dass der bisher noch moderate Abwertungstrend deutlich an Geschwindigkeit gewinnt. Und die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario steigt, je länger der Abwertungstrend anhält und dadurch droht, sich selbst zu verstärken. Die BoE könnte dann Zinserhöhungen zur Stützung der Währung in Erwägung ziehen. Damit diese wirken, müssten sie aber eher früher als später kommen. Noch ist es für solche Maßnahmen aber freilich zu früh.
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