
Eine „beispiellose, ernste und schwerwiegende Bedrohung“ nennt Japans Premierminister Shinzo Abe Nordkoreas Raketentest durch japanischen Luftraum. Die Konsequenz: Risk-off-Stimmung am Devisenmarkt, der Yen wertet auf. Raketen, die japanisches Territorium überfliegen, sind durchaus als eine neue Eskalationsstufe im Nordkorea-Konflikt zu verstehen, auch wenn Pjöngjang sich gegen einen südlichen Kurs in Richtung des US Territoriums Guam entschieden hat, sondern die Rakete östlich von Hokkaido in den Nordpazifik geschossen hat. Doch auch wenn die USA und Japan laut Abe den Druck auf Nordkorea erhöhen wollen, gehen die initialen Reaktionen kaum über das übliche Säbelrasseln hinaus, weshalb gegenwärtig viel dafür spricht, dass auch die erneute Provokation aus Pjöngjang letztendlich im Sande verläuft. Zumindest scheint das der Devisenmarkt so zu sehen. Mit Verlusten von einem Yen auf in der Spitze 108,40 in USD-JPY hielt sich die Verunsicherung am Devisenmarkt in Grenzen. Von einer beispiellosen, ernsten und schwerwiegenden Reaktion sind die Wechselkurse noch weit entfernt. Dennoch dürften Marktteilnehmer die weiteren Entwicklungen heute genau im Blick haben, da sich zumindest auch keine anderen Events abzeichnen, die die Aufmerksamkeit des Devisenmarktes fesseln dürften.
Es ist jedoch nicht auf den nordkoreanischen Raketentest zu schieben, dass der japanische Arbeitsmarktbericht mit absoluten Traumzahlen für die Arbeitslosenquote (2,8%) und das Verhältnis offener Stellen zu Bewerbern (1,52) niemanden interessierte. Den Grund dafür hat Bank of Japan Gouverneur Haruhiko Kuroda in einem Interview am Rande von Jackson Hole selbst genannt: In den Unternehmen und Gewerkschaften dominiert noch immer eine deflationäre Mentalität, die höhere Löhne und kontinuierliche Preisanstiege verhindert. Kuroda hat für die Geldpolitik der BoJ ein klares „Weiter So!“ vorgegeben und setzt sich damit deutlich von der Fed und der EZB ab. Solange der Fokus weiter darauf liegt, wie und wann diese beiden Zentralbanken den Expansionsgrad ihrer Geldpolitik weiter zurückfahren, sollten JPY-Zugewinne auf die Zeiten erhöhter Risikoaversion beschränkt bleiben.
Gestern um 17 Uhr hat die dritte Runde der Brexit-Verhandlungen begonnen. Bis Donnerstag sollen auf Basis der in den letzten Wochen von der britischen Regierung veröffentlichten Positionspapiere endlich greifbare Fortschritte erzielt werden. Das Pfund bleibt skeptisch und verharrt gegenüber dem EUR nahe den EUR-GBP-Höchstständen bei 0,9270. Eine ähnlich skeptische Haltung spiegelte der EU-Verhandlungsführer Michel Barnier wider, der sich besorgt über die mangelnden Fortschritte zeigte. Für die britische Regierung zeichnet sich dagegen immer mehr ab, dass sie an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen muss. Denn die Labour-Partei möchte aus der wachsenden Unzufriedenheit mit der Brexit-Arbeit der Regierung Kapital schlagen und befürwortet nun einen deutlich weicheren Brexit-Kurs. Die Oppositionspartei schlägt nun eine Übergangszeit „so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig“ vor, während derer Großbritannien in der Zollunion und im EU-Binnenmarkt einschließlich aller Rechte und Pflichten verbleiben soll, um in Ruhe und offen Lösungen für die zahlreichen komplexen Probleme und Fragen in Verbindung mit dem Brexit aushandeln zu können. Auch wenn unklar ist, wie erfolgsversprechend ein entsprechender Vorstoß wäre, steigt der Druck auf die Regierung endlich Ordnung in die bisher eher chaotischen Verhandlungen zu bringen und Ergebnisse vorzuweisen. Ob das gelingt, werden wir wahrscheinlich am Pfund ablesen können, das immer mehr zum Zufriedenheitsbarometer für die Regierung wird. Sicher wissen werden wir es wahrscheinlich erst am Donnerstag.
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