USD, EUR: Sowohl Fed Chair Janet Yellen als auch EZB-Präsident Mario Draghi haben am Freitag das Symposium in Jackson Hole nicht genutzt, um Aussagen zur jeweiligen aktuellen Geldpolitik zu machen. Das heißt nicht, dass das Ereignis ein „non event“ gewesen wäre. Im Gegenteil. Der Devisenmarkt reagierte heftig. EUR-USD schoss von Niveaus um 1,1800 zwischenzeitig über die Marke von 1,1950. Denn ihr Schweigen war beredt.
Yellen: Zumindest hat sie noch viel Zeit, den Markt auf eine mögliche nächste Zinserhöhung der US-Notenbank vorzubereiten. Klar, die Sitzung am 20. September wird erst einmal genutzt, um die Bilanzreduktion zu kommunizieren (welche, da gut vorbereitet, kaum Auswirkungen auf den Devisenmarkt haben dürfte). Bleibt als nächste Gelegenheit zur Zinserhöhung die Sitzung am 13. Dezember (weil im November nur eine „kleine“ Sitzung ohne Pressekonferenz ist, die üblicherweise nicht für geldpolitische Maßnahmen genutzt wird). Das ist noch eine Weile hin. Dennoch: Der Markt preist für die Dezember-Sitzung seit einiger Zeit fast nichts mehr ein. Wären Yellen und ihre FOMC-Kollegen fest überzeugt, dann den Leitzins anheben zu müssen, würden sie den Markt entsprechend vorbereiten. Dass Yellen genau das in Jackson Hole unterließ, zeigt, dass das FOMC eben nicht 100% davon überzeugt ist, die Geldpolitik auf mittlere Sicht weiter normalisieren zu können. Kein Wunder angesichts der jüngst enttäuschenden Preisentwicklung. Und kein Wunder, dass unter diesen Umständen falkenhafte Äußerungen wie die von Cleveland-Fed-Präsidentin Loretta Mester keine USD-unterstützende Wirkung entfalten.
Draghi: Sein Schweigen zu aktuellen Themen war insbesondere hinsichtlich der EUR-Entwicklung bemerkenswert. Als er sich auf der Juli-Pressekonferenz gleichgültig gegenüber den EUR-Wechselkursen gab, war das der Startschuss für die EUR-USD-Bewegung vom 1,15er-Bereich in die Region um 1,1800. Draghi muss diesmal also sehr genau gewusst haben, dass jede Gelegenheit, an der er nichts zur gegenwärtigen EUR-Stärke sagt, diese weiter befeuert. Eben das ist am Freitag passiert. Andererseits zeigt die Marktreaktion auch, dass er den Schlüssel für das Ende der EUR-USD-Aufwärtsbewegung in der Hand hält. Man sollte m.E. sein Schweigen in Jackson Hole nicht über-interpretieren. Es muss nicht heißen, dass er weitere EUR-Aufwertung tolerieren wird. Draghi hat auch noch am 7. September (auf der regulären EZB-Pressekonferenz) Zeit und Gelegenheit, sich zur Wechselkursentwicklung zu äußern. Ob EUR-USD dann bei 1,18 oder 1,20 notiert, mag Sie und mich aufregen, aus Sicht der Zentralbanker ist das aber ziemlich egal. Zentralbanken können bzw. sollen (nach ihrem Selbstverständnis) kein Mikro-Management von Wechselkursen betreiben. Wo genau eine exzessive Wechselkursbewegung gestoppt wird, ist aus ihrer Sicht wenig relevant. Die EZB-Pressekonferenz ist für solch einen Schritt der weitaus geeignetere Rahmen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Europas Gemeinschaftswährung in den nächsten Tagen weiter zulegt und hege eine gewisse Sympathie für EUR-USD-Long-Positionen. Aber nur bis zum 7. September. Dann wächst das Risiko einer solchen Position m.E. beträchtlich.
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