USD: Während der US-Aktienmarkt wenigstens seinen Abwärtstrend gestoppt hat, hat der Devisenmarkt am Freitag gar nicht auf die Nachricht reagiert, dass Steve Bannon seinen Job im Weißen Haus verloren hat. Im Gegenteil. Der Dollar schwächte sich weiter ab, hat am Freitag gegenüber dem Euro rund 40 Pips verloren und eröffnete heute in Asien unverändert. Dabei ist ein politisches Risiko verschwunden. Denn die Personalentscheidung kann als Signal des Präsidenten verstanden werden, seine für viele Kongressabgeordnete und Regierungsmitglieder schwer erträgliche Rhetorik der letzten Woche in Zukunft zu unterlassen. Die Gefahr eines unmittelbaren Rücktritts von Wirtschaftsberater Gary Cohn und Finanzminister Steven Mnuchin scheint gebannt. Zumindest veröffentlichte Mnuchin ein Statement, das von unerschütterlicher Treue zum Präsidenten strotzt.
Zudem dürfte jetzt der Weg für eine engere Zusammenarbeit mit dem Kongress in Fragen der Steuerpolitik frei sein. Was Besseres könnte der Präsident tun, um seine Aussagen in der öffentlichen Wahrnehmung vergessen zu machen, als jetzt endlich die Steuerreform anzugehen? Allerdings: Ob die Steuerreform signifikant USD-positive Impulse bringt, ist fraglich. Die „border adjustment tax“, die das Potenzial hatte, den Dollar sehr deutlich zu stärken, wird nicht mehr diskutiert. Damit ist eine Rückkehr der USD-Stärke, wie wir sie nach der US-Wahl gesehen hatten, unwahrscheinlich.
Was bleibt, ist die Aussicht darauf, dass Cohn der nächste Fed Chair werden könnte. Und dieser Aussicht kann ich nicht sehr viel USD-positives abringen. Ich gebe zu, als gelernter Volkswirt habe ich ein Vorurteil gegenüber Nicht-Ökonomen an der Spitze einer wichtigen Zentralbank. In unserer Profession beschäftigen wir uns tagein, tagaus damit, dass auf makroökonomischer Ebene Dinge nicht so sind, wie sie aus naiver Sicht erscheinen mögen: Mindestlohn ist schlecht für Geringverdienende, Mietpreisbremsen schaden Mietern, Staatsausgaben erhöhen nicht die Endnachfrage usw. Das ist die volkswirtschaftliche Sichtweise. Mein – zugegeben unfaires – Vorurteil gegenüber einem Nicht-Ökonomen an der Spitze der Fed ist daher, dass er zu einer nicht-ökonomischen Sichtweise neigt, die typischerweise die kurzfristigen Vorteile einer lockeren (und damit USD-schädlichen) Geldpolitik zu stark gewichten könnte. Zumal der Präsident – das hat er hinreichend deutlich gemacht – einen Kandidaten bevorzugt, der ihm eben jene lockere Geldpolitik verspricht. Dass Cohn nicht zurückgetreten ist, mag auch als Zeichen dafür gewertet werden, dass er besonders scharf auf den Fed-Chair-Posten ist und eher dazu neigen könnte, dem Präsidenten eben jene lockere Geldpolitik zu versprechen.
Noch ist freilich Janet Yellen Fed Chair. Und sie spricht am Freitag auf dem geldpolitischen Symposium der Kansas-City-Fed in Jackson Hole (08:00 Uhr Ortszeit). Nach dem letzten FOMC-Sitzungsprotokoll dürfte der Markt diese Rede eher als Risiko für den Greenback beurteilen. Schließlich waren aufkommende Zweifel der FOMC-Mitglieder an der Re- Inflationierungs-Story der Fed unübersehbar gewesen. Der Dollar dürfte daher mindestens bis zu Yellens Rede kaum wesentlich zulegen können.
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