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11.08.17, 08:47

Marktüberblick: ThyssenKrupp entzieht sich dem Trend

Am deutschen Aktienmarkt setzte sich die Talfahrt am Donnerstag fort. Für Abgabedruck sorgte wie bereits am Vortag die Sorge vor einer Eskalation der Nordkorea-Krise. Der DAX schloss 1,14 Prozent tiefer bei 12.014 Punkten und markierte damit ein 4-Monats-Tief. MDAX und TecDAX verloren 1,04 beziehungsweise 1,10 Prozent. Die Verkäufe waren breit angelegt. Unter den 110 größten Titeln gab es 19 Gewinner (17%) und 91 Verlierer (83%). Das Abwärtsvolumen betrug 88 Prozent. Das Gesamtvolumen im Xetra-DAX lag bei 97,9 Millionen gehandelten Aktien im Wert von 3,56 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,52). Alle Sektoren bis auf den Mediensektor wiesen rote Performance-Vorzeichen auf. ThyssenKrupp gewann an der DAX-Spitze gegen den Trend 0,82 Prozent hinzu. Hier stützten besser als erwartete Quartalszahlen. Als einziger anderer DAX-Wert rückte ProSiebenSat.1 nachrichtenlos um 0,71 Prozent vor. Die rote Laterne hielt Henkel nach Zahlen mit einem Abschlag von 4,10 Prozent. Deutsche Bank und Munich Re verloren 3,09 und 2,28 Prozent.
An der Wall Street endete der Dow 0,92 Prozent tiefer bei 21.844 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 notierte 2,21 Prozent schwächer bei 5.788 Zählern. 85 Prozent der Werte an der NYSE verbuchten Verluste. Das Abwärtsvolumen lag bei 86 Prozent. Lediglich 38 neue 52-Wochen-Hochs standen 119 neuen Tiefs gegenüber. Der Volatilitätsindex VIX sprang um außergewöhnliche 42 Prozent nach oben und markierte ein 3-Monats-Hoch bei 15,49 Punkten. Einziger Sektor im grünen Bereich war der Versorgersektor. Die deutlichsten Verluste sahen Technologiewerte und Finanzwerte.
Der Dollar-Index notierte am Abend 0,13 Prozent schwächer bei 93,38 Punkten. EUR/USD legte um 0,14 Prozent auf 1,1775 USD zu. Der Yen sowie der Franken blieben im Umfeld steigender Risikoaversion unter den Hauptwährungen am stärksten gesucht. Auf der anderen Seite büßte der Kanada-Dollar gegenüber allen anderen Majors an Wert ein. Auch das Pfund Sterling neigte – trotz besser als erwarteter Daten zur Industrieproduktion – deutlich zur Schwäche.
Der S&P GSCI Rohstoffindex schloss 1,28 Prozent tiefer bei 381,92 Punkten. Brent-Öl verbilligte sich um 1,71 Prozent auf 51,80 USD. Der Preis für US-Erdgas sprang nach einem niedriger als erwarteten Anstieg der Lagerbestände um 3,26 Prozent auf ein Wochenhoch bei 2,98 USD. Comex-Kupfer notierte 0,82 Prozent tiefer bei 2,90 USD. Gold legte um 0,93 Prozent auf 1.291 USD (1.094 EUR) zu. Silber, Platin und Palladium rückten zwischen 0,70 und 1,35 Prozent vor.
Am Rentenmarkt blieben Staatsanleihen als sicherer Hafen gesucht. Die Umlaufrendite verharrte bei 0,20 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um zwei Basispunkte auf ein 6-Wochen-Tief bei 0,41 Prozent. Der Euro-Bund-Future kletterte um 0,31 Prozent auf 164,24 Punkte. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes gab um vier Basispunkte auf 2,20 Prozent nach.
Die asiatischen Aktienmärkte verzeichneten heute früh mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen und den schwachen Vorgaben von der Wall Street auf breiter Front Kursverluste. Der MSCI Asia Pacific Index ex Japan fiel um 1,56 Prozent auf 515,48 Punkte. Besonders schwach präsentierten sich der Hang Seng Index und der Kospi. Die Börsen in Japan blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Heute stehen die US-Verbraucherpreise für den Juli im makroökonomischen Fokus. Unternehmensseitig gibt es Quartalszahlen unter anderem von Innogy, Deutsche Wohnen, TLG Immobilien, Stabilus, Zeal Network, Senvion, Singulus, Wüstenrot und Württembergische und Cancom.

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