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08.08.17, 10:46

Tote Hose

Das wichtigste gleich vorab: In den G10-Währungen herrscht heute tote Hose. Angesichts eines leeren Daten- und Rednerkalenders droht heute ein ähnlich inspirationsloser Devisenhandel wie gestern. Und da haben sich zumindest zwei Fed-Zentralbanker die Ehre gegeben, was eigentlich immer eine Erwähnung wert ist. Gestern haben sich die beiden bekennenden Tauben, St. Louis Fed Gouverneur James Bullard (nicht stimmberechtigt) und Minneapolis Fed Gouverneur Neel Kashkar...

Das wichtigste gleich vorab: In den G10-Währungen herrscht heute tote Hose. Angesichts eines leeren Daten- und Rednerkalenders droht heute ein ähnlich inspirationsloser Devisenhandel wie gestern. Und da haben sich zumindest zwei Fed-Zentralbanker die Ehre gegeben, was eigentlich immer eine Erwähnung wert ist. Gestern haben sich die beiden bekennenden Tauben, St. Louis Fed Gouverneur James Bullard (nicht stimmberechtigt) und Minneapolis Fed Gouverneur Neel Kashkari (stimmberechtigt) einmal mehr auf die Seite des Marktes geschlagen, indem sie sich zwar dafür ausgesprochen haben, im September den Beginn der vorsichtigen und langsamen Bilanzreduzierung anzukündigen, sich weiteren Zinserhöhungen gegenüber jedoch abgeneigt zeigten. Damit spiegelten sie genau die gegenwärtigen Markterwartungen wider, die das Aufwertungspotenzial des Dollars aktuell deckeln.

Das Problem ist und bleibt die Inflation. Laut Bullard kann in Frage gestellt werden, ob diese verlässlich zu ihrem Ziel zurückkehrt, nachdem die Inflationsdaten zuletzt auf der Unterseite überrascht haben. Damit bleibt aus seiner Sicht das gegenwärtige Zinsniveau vorerst angemessen. Ähnlich äußerte sich Kashkari, der bereits gegen die Zinserhöhungen im März und Juni gestimmt hatte. Er befürchtet, dass die Glaubwürdigkeit der Fed leiden könnte, wenn sie ignoriert, dass die Inflation sich schwächer entwickelt als (auch von ihr) erwartet. Sein Fokus liegt – auch nach dem starken Arbeitsmarktbericht vom Freitag – vor allem auf der Lohninflation. „Ich möchte ein stärkeres Lohnwachstum sehen – für die Arbeiter, für die Städte und auch für die Fed“.
Nun ist nichts davon aus den Mündern Bullards oder Kashkaris eine Überraschung oder Neuigkeit, weshalb der USD sich auch nicht davon hat beeindrucken lassen, dass der Juli- Arbeitsmarktbericht für Bullard und Kashkari zumindest noch nichts geändert hat. Zwar erholt sich EUR-USD seit Freitag wieder, handelsgewichtet konnte der Dollar seine Gewinne gestern aber halten. Ob das gerechtfertigt ist, wird sich im Laufe der Woche zeigen. Die Rede von New York Fed Gouverneur William Dudley am Donnerstag dürfte mehr Aufschluss über die Mehrheitsmeinung der Fed geben, während die Juli-Inflationszahlen am Freitag dann harte Fakten für den Fed- und damit auch den Dollar-Ausblick liefern.

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