Der Höhenflug der Ölpreise scheint fürs Erste gestoppt. Nachdem die Preise
gestern zunächst noch weiter zulegten und 2-monatige Höchststände verzeichneten,
gerieten sie am Nachmittag unter Druck. Brent ging letztlich mit einem Minus von knapp 2%
aus dem Handel, WTI gab ebenfalls um 2% nach. Der Preisrückgang setzt sich heute
Morgen fort. Brent fällt auf 51,3 USD je Barrel, WTI unter 49 USD je Barrel. Im Vergleich zu
den gestrigen Tageshochs bedeutet dies einen Rückgang um fast 2 USD. Letztlich waren
die negativen Nachrichten dann doch zu viel. Nach Reuters berichtete auch Bloomberg
einen Anstieg der OPEC-Ölproduktion und eine nachlassende Umsetzung der
Produktionskürzungen im Juli. Nicht nur die Produktion steigt, sondern auch das für den
Weltmarkt verfügbare Angebot. Dem Beratungsunternehmen Kpler zufolge stiegen die
OPEC-Exporte im Juli auf 26,68 Mio. Barrel pro Tag, das höchste Niveau in diesem Jahr.
Der Irak exportierte eigenen Angaben zufolge 3,2 Mio. Barrel pro Tag, der Iran mehr als 2,2
Mio. Barrel pro Tag, und Libyen mit 865 Tsd. Barrel pro Tag soviel wie seit drei Jahren nicht
mehr. Am Abend berichtete das API dann noch einen überraschenden Anstieg der USRohölvorräte
um 1,8 Mio. Barrel. Zurückzuführen war dies auf einen deutlichen Anstieg der
Importe, was ebenfalls für eine weiterhin reichliche Verfügbarkeit von Rohöl spricht.
Während die OPEC mit der Umsetzung der Produktionskürzungen schwächelt, erfüllt
Russland seine Zusagen bislang noch voll und ganz. Laut Energieminister Nowak lag die
russische Ölproduktion im Juli 307,6 Tsd. Barrel pro Tag unter dem Referenzniveau.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV0UL0 | Long | WTI-Öl Future | Faktor: 15 |
| CV0UL1 | Short | WTI-Öl Future | Faktor: -15 |
Edelmetalle: Der Palladiumpreis ist gestern erstmals seit Mitte Juni zeitweise wieder über
die Marke von 900 USD je Feinunze gestiegen. Heute Morgen notiert er etwa 10 USD
darunter. In den USA wurden im Juli auf saisonbereinigter und annualisierter Basis 16,69
Mio. Fahrzeuge verkauft, 0,6% mehr als im Vormonat. Die Erholung fiel damit aber nicht so
stark aus wie erwartet, auch weil der Juni-Absatz leicht nach oben revidiert wurde. Im
Vergleich zum Vorjahr waren die Fahrzeugabsätze zudem um 6% rückläufig und sie lagen
bislang jeden Monat in diesem Jahr unter dem Vorjahreswert. Diesmal zeigte sich auch die
Nachfrage nach Pickups und SUVs schwach, die die Fahrzeugverkäufe bis dahin noch
gestützt hatte. Aufgrund hoher Lagerbestände wollen mehrere US-Automobilproduzenten im
zweiten Halbjahr ihre Produktion zurückfahren. Der US-Automarkt ist benzinlastig und für die
Katalysatoren in Benzinmotoren wird überwiegend Palladium benötigt. Die Autoindustrie
allgemein ist mit einem Anteil von über 80% der mit Abstand größte Nachfrager nach
Palladium. Der hohe Palladiumpreis ist daher aus unserer Sicht nicht länger gerechtfertigt. Er
wird wohl vom noch hohen spekulativen Kaufinteresse – die Netto-Long-Positionen liegen
noch nahe dem Rekordhoch – oben gehalten. In den letzten beiden Tagen verzeichneten die
Palladium-ETFs zudem Zuflüsse von fast 50 Tsd. Unzen, was den Preis ebenfalls unterstützt
haben dürfte. Damit wurde aber lediglich ein kleiner Teil der Abflüsse seit Jahresbeginn
wieder aufgeholt. Diese belaufen sich noch immer auf fast 230 Tsd. Unzen.
Industriemetalle: Der Aluminiumpreis an der SHFE in Shanghai steigt heute um über 2% auf
14.800 CNY je Tonne und zieht damit den Preis an der LME in London mit nach oben. Dort
verteuert sich Aluminium um gut 1% auf rund 1.930 USD je Tonne. Im Markt kursieren weiterhin
Gerüchte, dass der größte chinesische Aluminiumhersteller, China Hongqiao Group, seine
Produktion stark drosseln wird. Daneben reagieren die Preise offenbar noch auf Nachrichten aus
China von gestern. Die Lokalregierung der Provinz Shandong, die größte Aluminium
produzierende Region des Landes, hatte gestern mitgeteilt, dass der Aluminiumproduzent Xinfa
Group als Ergebnis behördlicher Überprüfungen Produktionskapazitäten im Umfang von rund
530 Tsd. Tonnen p.a. stillgelegt habe. Hierbei soll es sich um illegale Produktionsstätten
handeln. Marktbeobachter hatten im Vorfeld allerdings mit noch höheren
Kapazitätsschließungen gerechnet. Bereits am Wochenende hatte die Lokalregierung
angeordnet, dass während der Heizsaison im Winter vom 15. November bis zum 15. März die
Aluminiumhersteller in der Provinz ihre Produktion um 30% drosseln müssen, um die erwartete
Luftverschmutzung einzudämmen. Produktionsstätten, die nicht vorgegebene
Emissionsstandards erfüllen, sollen während dieser Zeit sogar ganz geschlossen werden. Damit
setzt die Lokalregierung eine entsprechende Vorgabe der Zentralregierung in Peking um.
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