USD: Der Markt spielt den Dollar Blues. Der Dirigent heißt Donald Trump, das Orchester
US Administration. Das zeigt die ausbleibende Reaktion des Markts auf Dollar positive Informationen.
Ein steigender PCE Core Index (das von der Fed favorisierte Maß für die Kerninflation),
ein ordentlicher Einkaufsmanagerindex oder auch solide Komponenten im ISM
Index – nichts davon spielt für den Markt eine Rolle. Das bedeutet, dass wir uns den Blick
auf den ADP Index heute eigentlich schenken können. Er wird gerne als Hinweis auf die
offiziellen Zahlen zu den Non-Farm Payrolls zwei Tage später herangezogen. Langfristig
zeigen die Werte auch einen ähnlichen Trend, aber der direkte Monatsvergleich hinkt oft.
Der Markt geht von 190.000 neuen Stellen im Juli aus, unsere Spezialisten rechnen mit
170.000. Um eine signifikante Bewegung im Dollar auszulösen, müsste die Zahl schon auf
der einen oder anderen Seite sehr überraschen. Dabei ist von einer asymmetrischen Reaktion
auszugehen: eine sehr schwache Zahl (<160 Tsd.) dürfte den Markt anspornen, in seinem
Run auf die 1,20-Marke weiter voranzuschreiten, da er sich wieder in seiner Meinung
bestätigt sehen wird, dass von der Fed kaum noch Zinsschritte bis Ende 2018 zu erwarten
sind. Eine sehr positive Zahl (>215 Tsd.) hingegen wird wohl eher ein müdes Schulterzucken
hervorrufen, denn mittlerweile weiß jeder, dass fast Vollbeschäftigung erreicht ist, was
aber trotzdem nicht zu Lohnsteigerungen und Inflation führt und deshalb kein Grund ist,
seine Meinung zur Fed zu ändern. Vielleicht hilft eine solide Zahl aber auch, zumindest bis
zum Arbeitsmarktbericht am Freitag für eine kurze Pause im Donald-Dollar-Blues zu sorgen
und neue Hochs über 1,1850 erst einmal zu verhindern. Zeit dafür wäre es allemal.
GBP: Für die britische Premierministerin Theresa May steht fest, dass im März 2019 die
Personenfreizügigkeit endet. Das stellte ihr Sprecher zum Wochenanfang neben der Tatsache,
dass es keinen Deal à la Norwegen geben werde, klar; sie selbst weilt derzeit im Urlaub.
Diese Aussage widerspricht eigentlich den ehemaligen Worten des Kanzlers Philip
Hammond, dass viele Vereinbarungen genauso bleiben werden wie vor dem Exit. Dieser
ließ mittlerweile aber auch verlauten, dass der Exit nicht verschoben wird. Damit gilt: am 29.
März 2019 ist Ende Gelände und Großbritannien raus aus der EU. Bis dahin muss alles
verhandelt sein. Ein ambitionierter Zeitplan, wenn man sich EU-Unterhändler Michael Barniers
Worte vor der Sommerpause in Erinnerung ruft, die deutlich machten, dass es selbst in Phase 1 der Verhandlungen über die drei wichtigsten Themen (Personenfreizügigkeit, Exit-
Rechnung und Grenze zu Irland) von Seiten Großbritanniens eindeutig an stichhaltigen
Details fehlt. Die sehr harschen Töne aus Downing Street während der Sommerpause zielen
wohl darauf ab, die Ängste vor einem weichen Brexit und endlos langen Verhandlungen bei
den Hardlinern wie Boris Johnson und Liam Fox (Außen- bzw. Handelsminister) zu besänftigen.
Selbst während Mays Urlaub werden wir immer wieder daran erinnert, wie sehr auch
innenpolitisch der Kurs bei den Brexit-Verhandlungen umstritten ist. Wie die Bank of England
(BoE), die pikanterweise gerade einen Streik für höhere Löhne im eigenen Haus erfährt,
dazu steht, werden wir morgen im vierteljährlichen Inflationsbericht erfahren. Dass das
Pfund unter der Sorge rund um den Brexit leidet, ist gut daran abzulesen, dass es im Vergleich
zu anderen Währungen gegenüber dem USD in den letzten Wochen nur wenig zulegen
konnte, trotz der allgemeinen Dollarschwäche. Auf absehbare Zeit wird sich daran wohl
nichts ändern, zu hoch sind einfach die Risiken rund um den Austrittsprozess. Ich zumindest
kann mir kaum vorstellen, dass in den verbleibenden rund 18 Monaten bis zum Austritt der
riesige Berg an notwendigen neuen Vereinbarungen so abgearbeitet ist, dass bis zum
29.03.19 alles perfekt steht und für die Unternehmen übersichtliche Regelungen und unproblematische
Übergangsprozesse ausgehandelt wurden. Aber ich lasse mich natürlich
sehr gerne überraschen.
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