
Brent handelt nach dem Kontraktwechsel knapp unterhalb von 53 USD je Barrel,
WTI erstmals seit gut zwei Monaten oberhalb von 50 USD je Barrel. Selbst negative
Nachrichten wie eine deutlich gestiegene OPEC-Produktion können die Ölpreise momentan
nicht aus der Bahn werfen. Vor wenigen Wochen hätten derartige Meldungen die Preise
noch auf Talfahrt geschickt. Die Marktstimmung hat ganz offensichtlich gedreht, so dass
Preisrückgänge als Kaufgelegenheit erachtet werden. Zu erkennen ist dies am deutlichen
Anstieg der spekulativen Netto-Long-Positionen. Bei WTI erreichten diese in der letzten
Berichtswoche das höchste Niveau seit Mitte April, bei Brent seit Ende Mai. Die OPEC hat
einer Umfrage von Reuters zufolge im Juli 33 Mio. Barrel pro Tag produziert. Das waren 90
Tsd. Barrel pro Tag mehr als im Juni und das höchste Niveau seit Dezember 2016.
Ausschlaggebend hierfür war eine gestiegene Ölproduktion in Libyen. Doch nicht nur Libyen
weitete seine Ölförderung aus. Der Juni-Wert wurde zudem um 200 Tsd. Barrel pro Tag
nach oben revidiert. Die Umsetzung der Produktionskürzungen lag im Juni demzufolge nur
noch bei 77%, im Juli stieg sie leicht auf 84%, wobei die Vereinigten Arabischen Emirate und
der Irak zuletzt nur noch 30% der versprochenen Kürzungen umgesetzt haben. Das Problem
der nachlassenden Disziplin soll auf einem Treffen am 7. und 8. August in Abu Dhabi
diskutiert werden. Beim gegenwärtigen OPEC-Produktionsniveau dürfte der Ölmarkt im
zweiten Halbjahr nur noch ein Angebotsdefizit von ca. 500 Tsd. Barrel pro Tag aufweisen.
Der OPEC wird es somit nicht gelingen, das Überangebot wie von ihr angestrebt bis zum
Jahresende vollständig abzubauen.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV0UL0 | Long | WTI-Öl Future | Faktor: 15 |
| CV0UL1 | Short | WTI-Öl Future | Faktor: -15 |
Edelmetalle: Der US-Dollar hat gestern aufgrund des politischen Theaters in Washington
weiter deutlich abgewertet und ist gegenüber dem Euro auf den niedrigsten Wert seit Anfang
2015 gefallen (1,1846 EUR-USD). Auf handelsgewichteter Basis fiel der US-Dollar auf den
tiefsten Stand seit 15 Monaten. Hiervon profitierte Gold jedoch nicht. Es handelt nahezu
unverändert bei 1.270 USD je Feinunze. Gold in Euro gerechnet kam aufgrund der
Währungsentwicklung unter Druck und fiel wieder auf 1.070 EUR je Feinunze zurück. Ein
Grund hierfür könnte die derzeit schwache Goldnachfrage in Asien sein. Laut Angaben von
Thomson Reuters war der Abschlag der Goldpreise in Indien zu den Weltmarktpreisen in der
letzten Woche so hoch wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Einschätzungen indischer
Goldhändler zufolge haben die in den letzten Wochen deutlich gestiegenen Goldpreise die
Nachfrage ebenso gebremst wie die Einführung der Mehrwertsteuer auf Goldkäufe. Daher
und wegen hoher Lagerbestände würden die Schmuckhersteller derzeit kein Gold kaufen.
Auch in anderen asiatischen Ländern ist die Goldnachfrage momentan verhalten. So sind in
China, Hongkong und Singapur die Aufschläge der jeweiligen lokalen Goldpreise zu den
Weltmarktpreisen in der letzten Woche gesunken. Im Gegensatz zu Gold erhielt Silber
gestern durch die festen Industriemetallpreise etwas Aufwind. Das Gold/Silber-Verhältnis ist
daraufhin leicht auf den niedrigsten Wert seit Ende Juni gefallen.len.
Industriemetalle: Während die Metallpreise gestern trotz eines etwas schwächer als erwarteten
offiziellen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) in China zulegten, gibt
der überraschend gute PMI von Caixin für Juli den Preisen heute Morgen zunächst keinen
Auftrieb. Dieser liegt noch leicht unter dem offiziellen PMI. Heute Nachmittag wird in den USA
der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, der schwächer als im Vormonat
erwartet wird. Nickel steht heute Morgen unter Druck und hält sich nur noch knapp über der
Marke von 10.000 USD je Tonne. In Indonesien bleiben laut Angaben des Verbands der
Schmelz- und Verarbeitungsindustrie 13 Nickelschmelzen geschlossen, bis sich der Nickelpreis
zwei Monate lang bei mindestens 11.000 USD je Tonne stabilisiert hat. Der aktuelle Preis würde
demnach nur die Kosten decken. Die Schmelzen mit einer kombinierten Produktionskapazität
von rund 750 Tsd. Tonnen Nickelroheisen p.a. hatten im Juni aufgrund der damals niedrigen
Nickelpreise ihre Produktion gestoppt (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 20. Juni). Auf den
Philippinen bleibt laut Angaben des Umweltministers Cimatu das von seiner Vorgängerin im April
initiierte Verbot des Tagebaus bestehen, bis das Ministerium die offenbar umfangreichen
Unterlagen der Unternehmen zur Wiederaufnahme der Produktion vollständig gesichtet hat.
Letzte Woche hatte der philippinische Präsident den Minen
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE8T0D | Bull | Kupfer Future | Hebel: 2,6 |
| CE8T0R | Bear | Kupfer Future | Hebel: 4,1 |
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