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31.07.17, 10:18

Washingtons Dauer-Chaos – Belastung für den Dollar

USD: So sehr im November und Dezember Donald Trumps Wahlsieg dem Dollar geholfen hatte, so sehr werden der US-Präsident und die republikanische Kongress-Mehrheit nun zu Belastungsfaktoren für die US-Währung. Von der Hoffnung der damaligen USD-Bullen auf Re-Inflationierung (und damit auf eine aggressivere Fed) ist kaum noch etwas übrig geblieben (Abb. 1). Und weder in Sachen „Protektionismus“ (der zu deutlicher USD-Aufwertung hätte führen können), noch auf dem Feld der Fiskalpolitik hat sich irgendetwas getan. Klar, all das kann noch kommen. Doch momentan hat man den Eindruck, der US-Präsident würde sich eher an der längst politisch gescheiterten Gesundheitsreform festbeißen, während die republikanischen Abgeordneten in Flügelkämpfen festzustecken scheinen. Gestalterisches Momentum aus Washington kann beim derzeitig desolaten Zustand der US-Politik niemand erwarten. Was bleibt sind Belastungsfaktoren für den Dollar.

• Die verbalen Interventionen des Präsidenten und seine offene Parteinahme für eine Fortsetzung der Fed-Niedrigzinspolitik waren in der Vergangenheit weitgehend wirkungslos, weil sie zu dem Zeitpunkt leere Drohungen waren. Mit der Neubesetzung der Fed-Führungsriege hat der Präsident allerdings die Möglichkeit, entsprechenden Einfluss auf die Fed auszuüben.

• Die Anhebung der Schuldenobergrenze steht Ende September wieder an. Auch wenn diese unsinnige Übung jedes Mal mit viel Brimborium verbunden ist, war das in letzter Zeit ein leicht durchschaubares politisches Affentheater. Den Devisenmarkt ließ all das weitgehend kalt. Doch wer kann heutzutage wirklich sicher sein, dass auch diesmal die ökonomische Vernunft siegt oder nicht doch die fiskalischen Obstruktionisten sich durchsetzen?

• Die USA und Europa sind sich erstmalig in der Frage wirtschaftlicher Sanktionen uneinig. Das schafft eine neue Situation. Klar, schon die Obama-Administration missbrauchte den Status des Dollars als Welt-Leitwährung zur globalen Durchsetzung ihrer politischen Interessen. Das war für den Dollar unproblematisch, solange sich die G7 über wesentliche Eckpunkte ihrer Sanktionspolitiken einig waren. Das ist mit den neuen US-Sanktionen gegen Russland nicht mehr der Fall. Die Folge ist: Das Risiko, dass der Dollar seinen Status als Welt-Leitwährung verliert, war schon lange nicht mehr so hoch wie heute. Der Euro ist folgerichtig der größte Gewinner. Denn er hätte im worst case das Potenzial, diese Rolle vom Dollar zu übernehmen – vor allem seit der Wahl Emmanuel Macrons zum Präsidenten Frankreichs.

Der Honeymoon von Devisenmarkt und neuer US-Administration ist jedenfalls eindeutig vorbei. Der siebte Monat der Trump-Präsidentschaft fühlt sich an wie das verflixte siebte Jahr in der Ehe. Auch wenn bei EUR-USD-Niveaus nahe der Höchststände der Vorwoche ein kleiner Rücksetzer drin ist, die grundsätzliche USD-Schwäche dürfte zunächst anhalten.

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SEK: Das war wirklich mal eine positive Überraschung! Schwedens Statistik-Amt gab am Freitag bekannt, das BIP im 2. Quartal sei um 4% gegenüber Q2/2016 gewachsen. Die meisten Analysten hatten einen Wert nahe 2,7% erwartet. Entsprechend konnte die Schwedische Krone am Freitag deutlich zulegen. Denn egal, ob man daran glaubt, dass der Inflations-Prozess gestört ist oder nicht: Bei solch hohem Wachstum dürfte sich kaum ein Devisenmarkt-Teilnehmer vorstellen können, dass die Inflation nicht doch deutlicher anspringt als bisher (CPI +1,7% ggü. Vj.). Und damit dürfte sich auch kaum jemand vorstellen können, dass die Riksbank nicht in absehbarer Zeit wieder auf einen normaleren Pfad der Geldpolitik einschwenkt. Im Prinzip stimme ich der Marktsicht zu. Nur warne ich vor allzu viel Euphorie. Es ist noch nicht allzu lange her, dass bei einem BIP-Wachstum von über 3% Schwedens Inflationsrate im negativen Bereich verharrte. Selbst wenn die Volkswirte Recht haben, dass langfristig der Zusammenhang zwischen Wachstum und Inflation weiterhin besteht, waren die letzten Jahre doch eine sehr lange Ausnahme von der Regel. Daher teile ich mittelfristig orientierten SEK-Optimismus, warne aber davor, auf schnelle, einfache Gewinne zu setzen.

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