Auf der Hauptversammlung am 28. April 2017 war die Welt für den Chemie- und Pharmakonzern noch in allerbester Ordnung. Nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2016 konnte man auch auf einen starken Jahresauftakt 2017 verweisen. Das Management verwies außerdem darauf, dass man bei der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto inzwischen einen guten Teil der Wegstrecke zurückgelegt habe. Nach der Unterzeichnung der Übernahmevereinbarung im September stimmten die Monsanto-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember 2016 der Transaktion zu. Zudem komme Bayer bei der Finanzierung des milliardenschweren Deals und den behördlichen Verfahren zur Genehmigung der Transaktion gut voran.
Allerdings passte die am 30. Juni ausgesprochene Umsatz- und Gewinnwarnung nicht so recht ins positive Bild. Unerwartet hohe Warenbestände in Brasilien belasteten das Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) im Pflanzenschutzgeschäft im Gesamtjahr 2017 einmalig mit 300 bis 400 Mio. Euro. Zusätzliche Ergebnisbelastungen erwartet Bayer aufgrund des verschlechterten Währungsumfeldes. Zudem verläuft das Geschäft der Division Consumer Health laut Unternehmensangaben schwächer als prognostiziert. Betroffen seien die Jahresprognosen für Umsatz und Ergebnis der Divisionen Crop Science und Consumer Health. Auch auf Konzernebene sind Anpassungen notwendig. Diese sollen mit Aufstellung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal am 27. Juli erfolgen.
Nach einem ersten Schock scheinen sich Anleger jedoch relativ schnell mit den eingetrübten Aussichten abgefunden zu haben. Zwar konnte die Bayer-Aktie zuletzt keinen so steilen Anstieg hinlegen wie im Frühjahr dieses Jahres, die Erholung läuft jedoch bereits. Ohnehin dürften sich Investoren auf die Zukunft konzentrieren. Dabei spielt Monsanto eine entscheidende Rolle. Mit dem Verkauf weiterer Anteile an die zuletzt so erfolgreiche Tochter Covestro haben sich die Leverkusener in Sachen Finanzierung noch mehr Luft verschafft. Am 7. Juni teilte Bayer mit, den direkten Anteil an Covestro von 53,3 Prozent auf 44,8 Prozent reduziert zu haben. Dazu wurden 17,25 Millionen Aktien aus Bayer-Besitz zum Preis von 62,25 Euro je Aktie abgegeben. Allerdings birgt der Monsanto-Deal, selbst wenn er in finanzieller und regulatorischer Hinsicht reibungslos über die Bühne gehen sollte, Risiken.
Hierzulande dürften insbesondere die Diskussionen rund um das Pestizid Glyphosat weitergehen. Darüber hinaus hat Monsanto angesichts seines Umgangs mit Kunden aus der Landwirtschaft nicht nur in Deutschland keinen besonders guten Ruf. Bei Bayer verweist man dagegen auf die enormen Wachstumschancen. Vor allem mit dem Verweis auf die wachsende Weltbevölkerung und den zunehmenden Bedarf an Nahrungsmitteln und die Notwendigkeit, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Bayer-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DL90HV) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,41, die Knock-Out-Schwelle bei 90,65 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DM19RP, aktueller Hebel 5,80; Knock-Out-Schwelle bei 124,30 Euro) auf fallende Kurse der Bayer-Aktie setzen.
Stand: 20.07.2017
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